Schweiz

Die besten Leserbilder vom 1. August

Aktualisiert am 02.08.2012 136 Kommentare

Feuerwerk, Feststimmung und viele, viele Reden: Die Schweiz feierte ihren Geburtstag. DerBund.ch/Newsnet berichtete fortlaufend.

1/31 Es brennt: 1.-August-Feuer in der Lindenmatte bei Thun, Kanton Bern.
Leserreporter: Peter Zoss

   

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  • 22.10 Uhr Widmer-Schlumpf in Thalwil  

    Ob Atomausstieg, Zuwanderung oder Finanzkrise: Die Schweiz müsse sich auf ihre Werte besinnen und ihre Prinzipien hochhalten, sagte Bundespräsidentin Eveline Widmer- Schlumpf vor 700 Personen an der Bundesfeier auf dem Ottenberg in Märstetten TG.

    Eveline Widmer-Schlumpf nahm Bezug auf die Geschichte der Schweiz. Wie beim Rütlischwur und später bei der Gründung des Bundesstaates müsse die Schweiz auch heute ihre Werte und Prinzipien hochhalten, um Probleme anzupacken. Widmer-Schlumpf nannte drei Herausforderungen, die Gesellschaft und Politik zur Zeit stark beschäftigen: Atomausstieg, Zuwanderung und Finanzkrise.

    Damit der Atomausstieg gelinge, müsse die Schweiz ihr gesamtes Potential an erneuerbarer Energie ausschöpfen und den Verbrauch mittels einer ökologischen Steuerreform senken. «Wir müssen machen, was wir können und nicht auf Länder wie die USA oder China schielen, die ein schlechtes Beispiel geben», sagte die Bundespräsidentin.

    Acht Millionen Einwohner

    Eine weitere Herausforderung sei die Zuwanderung. In den nächsten Tagen werde die Schweiz auf acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner angewachsen sein. Die starke Zuwanderung sei zwar wichtig für die Wirtschaft, führe aber zu Problemen – zum Beispiel bei der Raumplanung. «Wir müssen uns ganz neutral die Frage stellen, für wieviele Menschen die Schweiz Platz hat», sagte die Bundespräsidentin.

    Selbstbewusstsein brauche die Schweiz auch bei den Verhandlungen über das Bankgeheimnis, sagte Widmer-Schlumpf. Die Schweiz wolle keine Steuerhinterzieher oder -betrüger anziehen. Deshalb habe man den Verhandlungspartnern rechtsstaatlich korrekte und faire Verträge angeboten. Wenn sie diese nicht akzeptieren wollten, gelte weiterhin das alte Recht. «Auf keinen Fall wird sich die Schweiz mit gestohlenen Steuerdaten erpressen lassen», sagte die Bundespräsidentin.

    Einladung für alle Fälle

    Der Besuch der Bundespräsidentin in der kleinen Landgemeinde im Thurtal zog rund 700 Gäste an. Das seien vier Mal soviel, wie üblicherweise in der 2500-Seelen-Gemeinde feiern, sagte Gemeindeammann Jürg Schumacher gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

    Widmer-Schlumpf gab sich volksnah und sang nach ihrer Ansprache zusammen mit den Ottoberger Chören einige Lieder und feierte bis in die Nacht hinein mit.

    Die Gemeinde Märstetten habe sie bereits im letzten Herbst angefragt und ihr garantiert, dass die Einladung auch im Fall ihrer Abwahl gelte. Später habe sie auf der Website von Märstetten gelesen, dass sie nach ihrer «überraschenden» Wiederwahl wohl eher eine grosse Stadt berücksichtigen werde. «Da habe ich mir gesagt, jetzt erst recht. Und hier bin ich», sagte Widmer-Schlumpf. (sda)

  • 20.00 Uhr Zusammenfassung  

    Pessimistische Ansprachen

    Das Verhältnis der Schweiz zum Ausland hat die führenden Schweizer Politiker zum 1. August beschäftigt wie kein anderes Thema. Ob Euro-Krise oder Druck auf das Bankgeheimnis, die Magistraten sehen dunkle Wolken aufziehen – und empfehlen unterschiedlichste Rezepte.

    Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf sagte in ihrer Ansprache zum Bundesfeiertag, der Wind werde für die Schweiz rauer werden, auch wenn das Land derzeit gut da stehe. Diese Analyse war schweizweit an vielen Rednerpulten zu hören.

    Für Widmer-Schlumpf ist wegschauen aber keine Option. Im Gegenteil: Die Herausforderung lasse sich meistern, indem «wir mithelfen, die Dämme bei uns und in Europa zu befestigen», sagte sie. Zusammenhalt sei gefragt angesichts des Drucks auf das Bankgeheimnis aus dem Ausland: «Wichtig wird sein, dass wir uns nicht gegenseitig in den Rücken fallen. Es gilt, die Reihen zu schliessen.»

    Angriffige SVP

    Vor allem SVP-Politiker kritisierten, dass die Konzessionen – etwa bei den Steuerabkommen – zu weit gegangen seien. Gewohnt angriffig gab sich alt Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher: «Hintenrum» wollten sie alle in die EU, warf er Bundesrat, Parlament und Verwaltung vor. Er sprach 20 Jahre nach dem Nein zum EWR die neusten Vorschläge zum Verhältnis zur EU an.

    Auch SVP-Bundesrat Ueli Maurer empfahl eine härtere Gangart gegenüber dem Ausland: Die Schweiz dürfe sich dem Druck von aussen nicht beugen. «Es ist wie bei einem bissigen Hofhund. Der weicht auch nur zurück, wenn man ihm entgegentritt», sagte er bei seinem Redemarathon mit sechs Auftritten.

    Bei seiner Ansprache im «House of Switzerland» in London vor der Schweizer Olympiadelegation zog FDP-Bundesrat Didier Burkhalter einen Vergleich mit Grossbritannien. Beide Länder stellten sich Fragen zu ihrer Rolle in Europa. Ob EU-Mitglied oder nicht, sei für beide wichtig, die Souveränität zu wahren. Dafür kämpfe auch die Schweiz, sagte der Aussenminister.

    Pragmatisch wie die alten Eidgenossen

    Für Weitsicht, Pragmatismus und eine realistische Einschätzung der eigenen Stärke und derjenigen des Verhandlungspartners plädierte SP-Bundesrat Alain Berset bei seinen Reden in drei Landesteilen. Strategisches Denken sei gefragt: «Die alten Eidgenossen konnten ihre Stärke - meistens – realistisch einschätzen und dann das Maximum herausholen.»

    Die Machtverhältnisse würden sich wegen der Krise schneller verschieben, sagte Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) bei der 100-Jahr- Feier der Jungfraubahn auf dem Jungfraujoch. Die Schweiz dürfe die «neuen mächtigen» Staaten nicht aus den Augen verlieren. «Wir tun gut daran, mit ihnen gute Beziehungen zu pflegen.»

    Nicht auf Europa ging Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) ein. Sie pries in ihrer Ansprache in Huttwil BE die Schweizer Demokratie, die auch für Länder wie Tunesien, die eine Revolution erlebten, als Vorbild dienen könnten.

    Als einziger Bundesrat wandte sich Johann Schneider-Ammann (FDP) nicht ans Volk. Die Parteipräsidenten nutzten den Nationalfeiertag, um für ihre politischen Projekte und Anliegen zu werben. Die SVP sandte etwa Unterschriftsbögen ihrer jüngsten Initiative in alle Haushalte. SP-Präsident Christian Levrat geisselte die ungleiche Verteilung des Wohlstandes in der Schweiz.

    Buure-Zmorge und Feuerwerk

    Die Schweiz konnte ihren Geburtstag bei meist hochsommerlichem Wetter feiern. Der Bevölkerung boten sich zum Feiern landauf landab zahlreiche Gelegenheiten: Sei es an einem der rund 400 «Buure- Zmorge», am Tag der offenen Tür im Bundeshaus oder an den vielen Feiern mit Feuerwerk, die schon am Vorabend etwa in Basel über 100'000 Besucher begeisterten.

    Ganz in Kinderhand war für einmal die berühmteste Wiese der Schweiz: Auf dem Rütli taten aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Jugendorganisation Pro Juventute Kinder ihre Wünsche kund: Sie nannten unter anderem Fairness, Toleranz, Integration und mehr Raum für die Natur. Die Festrede hielt der grüne Genfer Nationalrat Antonio Hodgers. (sda)

  • Jungfraujoch  

    Jungfraubahn-Pioniere als Vorbild

    Bundesrätin Doris Leuthard wünscht sich eine offene und innovative Schweiz. Das Land brauche mehr Macher und weniger Zweifler, sagte Leuthard an der 100-Jahr-Feier der Jungfraubahn auf dem Jungfraujoch.

    Käme heute jemand auf die Idee, ein Loch in die Eigernordwand zu bohren, wären die Bedenkenträger rasch zur Stelle, mutmasste Leuthard. «Einsprachen und langjährige Verfahren wären programmiert.»

    Seinerzeit habe Adolf Guyer-Zeller nur gerade drei Jahre für die politische Umsetzung seiner Vision gebraucht. 1912 sei das «phänomenale Bauwerk» fertiggestellt worden und gelte seither weltweit als Synonym für die bahntechnischen Pionierleistungen der Schweiz.

    Den Pioniergeist habe die Schweiz nicht verloren, wie das Beispiel der Neat zeige. Doch oft mache es dem Land Mühe, Neues zu wagen, sagte Leuthard. Dabei verfügten die Schweizerinnen und Schweizer durchaus über die Fähigkeit zur steten Erneuerung.

    Diese Eigenschaft werde es auch brauchen, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel werde die Krise in der EU dazu führen, dass sich die politische und ökonomische Macht noch schneller verschiebe.

    Vorbild für neue Denkansätze

    Auch die Bedeutung der Schweiz dürfte damit weiter abnehmen. «Wir tun also gut daran, uns mit den neuen mächtigen Staaten auseinanderzusetzen, mit ihnen gute Beziehungen zu pflegen und uns offen zu zeigen», sagte Leuthard.

    Die Schweiz brauche Politiker, die über das eigene Parteibuch hinaus blickten, aber auch Bürgerinnen und Bürger mit kreativem Willen zur Gestaltung und Unternehmer, die neue Denkansätze einbrächten. Die Jungfraubahn sei dabei ein Vorbild, denn sie sei ein «Markenzeichen für eine offene, technisch-innovative Schweiz».

    Vor hundert Jahren hatten italienische Bauarbeiter mit einer gewaltigen Ladung Dynamit den Durchschlag auf dem Jungfraujoch geschafft. Am 1. August 1912 fuhr ein festlich geschmückter Zug durch Eiger und Mönch und beförderte die ersten Gäste zu Europas höchster Bahnstation auf 3454 Metern über Meer. (sda)

  • Feuerwerk  

    Raketen richten jedes Jahr Millionenschäden an

    Das Abbrennen von Feuerwerk am 1. August kann gefährlich sein. Jedes Jahr passieren durchschnittlich 250 Unfälle, weil Raketen unsachgemäss gezündet werden. Dabei kommen nicht nur Menschen zu Schaden, sondern auch Häuser.

    Der Sachschaden an Gebäuden beläuft sich jedes Jahr auf etwa dreieinhalb Millionen Franken, wie der Hauseigentümerverband (HEV) mitteilt. Feuerwerk dürfe deshalb nicht zu nahe an Häusern, Sitzplätzen und Balkonen abgefeuert werden.

    Damit das Verhältnis zu den Nachbarn friedlich bleibt, weist der HEV zudem darauf hin, dass Feuerwerk nur am 1. August abgebrannt werden darf, dann aber den ganzen Tag – auch während der gesetzlichen Ruhezeiten – und bis um Mitternacht.

    Ein Auge zudrücken müssen die Nachbarn auch, wenn Mieter oder Stockwerkeigentümer Fahnen am Haus oder am Balkon aufhängen wollen. Rein rechtlich gesehen müsste dafür beim Vermieter oder der Stockwerkeigentümerschaft eine Bewilligung eingeholt werden. Wegen der Bedeutung des Nationalfeiertages seien Fahnen aber in jedem Fall zu tolerieren. (sda)

  • 1. August auf dem Bauernhof  

    Bundesräte am «Buure-Zmorge»

    Rund 400 Bauernfamilien in der ganzen Schweiz haben zum zwanzigsten Mal am Nationalfeiertag zum «Buure-Zmorge» eingeladen. Wiederum liessen sich gegen 200'000 Personen mit Rösti, Ei, Speck, Müesli, Brot und frischer Milch verwöhnen.

    Die Bauernfamilien und ihre Helferinnen und Helfer öffneten ihre Stall- und Hoftüren und boten ein reichhaltiges Frühstücksbuffet an, wie der Schweizerische Bauernverband (SBV) mitteilt. Bereits zum zwanzigsten Mal in Folge gaben die Schweizer Bauern damit einen Einblick in das Landleben.

    Unter die Gäste aus Stadt und Land mischten sich auch zwei Mitglieder der Landesregierung: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf nahm an einem Brunch in Langwies in ihrem Heimatkanton Graubünden teil. Verteidigungsminister Ueli Maurer war in Uetikon am See ZH an einem Zmorge zugegen. (sda)

  • Rütli  

    Erste Bundesfeier von und für Kinder auf dem Rütli

    1/4 Anlass der Kinderfeier auf dem Rütli ist das Jubiläum von Pro Juventute: 500 Kinder kommen zusammen, um mit farbigen Kartons eine Schweizer Fahne zu bilden. (1. August 2012)
    Bild: Keystone

       


    Fairness, Toleranz, Integration, mehr Raum für die Natur – das und noch viel mehr wünschen sich Kinder für die Schweiz. Vorgebracht haben sie ihre Wünsche an der ersten Bundesfeier für Kinder auf dem Rütli – aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums von Pro Juventute.

    27 Kinder formulierten auf dem Rütli ihre Wünsche - stellvertretend für die Kinder der 26 Kantone sowie für die jenischen Kinder. Anschliessend bildeten sie auf der Rütliwiese mit roten und weissen Schildern eine lebendige Schweizer Flagge, sichtbar für alle auf den umliegenden Bergen.

    Neben eher grundsätzlichen Anliegen – wie beispielsweise «niemals Krieg in der Schweiz», sparsamer Umgang mit Ressourcen – kam auch Naheligendes und Alltägliches auf die Wunschliste zum 1. August: gratis ÖV für die Kinder, mehr Ferien oder feine Znüni in der Schule.

    Insgesamt kamen über 600 Kinder, Jugendliche und Eltern auf das Rüli, um dort neben dem Nationalfeiertag auch das 100-Jahr-Jubiläum der Stiftung Pro Juventute zu begehen. Mit der Feier wollte die Stiftung ein Zeichen setzen für kinder-, jugend- und familienfreundliche Rahmenbedingungen in der Schweiz.

    Zwar werde in der Öffentlichkeit mehr denn je über Kinder und Familien gesprochen, aber nicht mit ihnen, sagte Stiftungs-Direktor Stephan Oetiker. Das Recht auf Anhörung und Meinungsäusserung von Kindern und Jugendlichen müsse in allen Bereichen gewährleistet werden – in Schulen, lokalen Gemeinschaften, innerhalb der Familie und auf nationaler Ebene. (sda)

  • Basel  

    Für neun Mitglieder der Berufsfeuerwehr Basel endete der gestrige Abend auf der Notfallstation. Sie verletzten sich leicht bei der Detonation eines selbst gebastelten 1.-August-Knallers.

  • Bern  

    Tag der offenen Tür im Bundeshaus

    Tausende Besucherinnen und Besucher haben am Nationalfeiertag das Bundeshaus in Beschlag genommen. Die Präsidenten des National- und Ständerats empfingen zum traditionellen Tag der offenen Tür. Sie beantworteten Fragen, hörten sich Kritik an und spürten den Puls der Bevölkerung.

    Es sei spannend, in den Parlamentssälen für einmal ein anderes Publikum zu sehen, sagte Ständeratspräsident Hans Altherr (FDP/AR). Die Fragen der Bevölkerung zu hören und zu beantworten sei bereichernd. Die Besucher hätten sich sehr interessiert gezeigt für die Politik und die Institutionen, sagte er.

    Während einer Stunde beantworteten Altherr und Hansjörg Walter (SVP/TG), als Nationalratspräsident der höchste Schweizer, Fragen auf deutsch und französisch aus dem Publikum. Darunter waren grundsätzliche wie jene nach dem Alter der Schweiz (721 Jahre) oder danach, seit wann Bern die Bundesstadt sei (1848).

    Unter den Nägeln brannte der bunten Besuchergruppe aber auch Komplizierteres wie etwa der Finanzplatz Schweiz oder die Besteuerung von Familien und Ledigen. Der als langsam empfundene Prozess im Parlament erntete Kritik.

    Souvenirfoto im Machtzentrum

    Bevor das Publikum Fragen stellen konnte, gaben Walter und Altherr einen Einblick in die Mechanismen des Parlaments und ihre Aufgaben. Man lernte etwa, dass im Ständeratssaal im Gegensatz zum grösseren Nationalratssaal keine Laptops erlaubt sind. Die Ständeräte folgten daher den Debatten mit höherer Aufmerksamkeit, sagte Altherr.

    Für das jährlich stattfindende Ereignis pilgerte wiederum Jung und Alt nach Bern. Ein 18-jähriges Mädchen stellte fest, dass wohl in keinem anderen Land das Regierungsgebäude derart frei zugänglich sei, während eine ältere Dame konzentriert Notizen machte zu den Ausführungen der zwei Präsidenten. (sda)

  • Bundesratsreden  

    Bundesrat Ueli Maurer hält doch nur sechs Reden zum ersten August, und nicht wie zuvor berichtet sieben, meldet die Nachrichtenagentur sda.

  • Zürich  

    «Einknicken ist die tägliche Gymnastik»

    Vor voll besetzten Festbänken hat SVP-Nationalrat Christoph Blocher in Zürich zu einem Rundumschlag ausgeholt. Bundesrat, Parlament und Verwaltung hätten nur ein Ziel: die Schweiz in die EU zu bringen.

    Bedroht sei die kleine, freie Schweiz zwar schon immer gewesen, sagte der Alt-Bundesrat auf einer Waldlichtung beim Dolder. «Heute kommt die grösste Bedrohung aber von innen». Es seien die herrschenden Kreise, die das Land und dessen Bewohner in Gefahr bringen würden.

    «Dass sie die Schweiz in die EU bringen wollen, trauen sie sich nicht zu sagen, weil sie wissen, dass eine Mehrheit der Leute das nicht will. Also machen sie es hintenrum.» Als Beispiel nannte er das kürzlich gutgeheissene Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich, oder das Stromabkommen, bei dem die Schweiz EU-Recht übernehmen soll.

    Eine Mehrheit des Bundesrates verhalte sich bei solchen Verhandlungen absolut unterwürfig. Die würden schon nachgeben, bevor man überhaupt angefangen habe, zu verhandeln. «Man könnte meinen, das Einknicken ist für die Bundesräte zur täglichen Gymnastikübung geworden.»

    Wenn dann jeweils angekündigt werde, man müsse die Verträge noch «nachbessern», dann bedeute das immer nur eine Verbesserung für die anderen, nicht für die Schweiz. «An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen», mahnte er. Das Volk müsse endlich aufwachen und sich gegen diesen Kolonialismus wehren.

    «Ich bin noch lange nicht pensioniert»

    Er spüre zum Glück aber immer wieder, dass es noch Kräfte gebe, die sich gegen diese Entwicklungen auflehnen würden. Damit meinte er nicht zuletzt sich selber: «Ich bin noch lange nicht pensioniert», rief er den applaudierenden Zuhörerinnen und Zuhörern zu. (sda)

  • Pretoria (Südafrika)  



    Leserreporter Günter Nerlich hat den Auftritt der Sängerin Yvonne Chacka Chacka gefilmt. Sie sang an der 1.-August-Feier in der Schweizer Botschaft in Pretoria. Es sei grossartig gewesen, schreibt Nerlich aus Afrika.

  • Juf (GR)  

    «Mithelfen statt wegschauen»

    Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf warnt in ihrer 1.-August-Ansprache vor den Auswirkungen der Euro-Krise. Die Schweiz stehe noch gut da, müsse sich aber für Krisen und Druck von aussen wappnen. Sie ruft zu Zusammenhalt und aktivem Handeln auf.

    «Wenn in Europa die Dämme brechen, wird auch die Schweiz mehr oder weniger stark unter Wasser stehen», sagte Widmer-Schlumpf in der von Radio und Fernsehen übertragenen Rede. Wegschauen sei keine Option. Die Herausforderung lasse sich aber meistern, indem «wir mithelfen, die Dämme bei uns und in Europa zu befestigen».

    Dies tue die Schweiz mit ihrer Beteiligung am Internationalen Währungsfonds oder mit dem Mindestkurs gegenüber dem Euro, den die Nationalbank verteidigt, erinnerte Widmer-Schlumpf. Die Wirtschaft habe sich dank grosser Leistungsstärke bisher als sehr krisenresistent erwiesen.

    Weitblick sei in schwierigen Zeit gefragt. Um dies zu unterstreichen, begab sich die Bündnerin für ihre Ansprache hoch hinaus: Sie wählte das 2126 Meter über Meer gelegene Juf im Avers-Tal in ihrem Heimatkanton. Juf mit seinen rund 30 Einwohnern gilt als die am höchsten gelegene, im Sommer und Winter bewohnte Siedlung Europas.

    Blick für Zusammenhänge

    «Von hier aus reicht der Blick weit. In das Tal hinein, auf die Berge – aber auch über das Tal und die Berge hinweg», sagte Widmer-Schlumpf. Der Besuch in der Höhe helfe, Zusammenhänge zu sehen, «für die wir im Alltag und in der Auseinandersetzung mit einzelnen, konkreten Problemen gelegentlich den Blick verlieren».

    Der Schweiz wehe in den nächsten Jahren wohl ein noch rauerer Wind entgegen. Der Druck von aussen dürfte noch stärker werden, prophezeit die Finanzministerin. Ihr Departement steht derzeit in harzigen Verhandlungen mit den USA über eine Lösung des Steuerstreits.

    Reihen schliessen

    Widmer-Schlumpf mahnt angesichts der ausländischen Druckversuche zur Einigkeit: «Besonders wichtig wird sein, dass wir uns nicht gegenseitig in den Rücken fallen. Es gilt die Reihen zu schliessen.» Das gelte nicht nur für den Nationalfeiertag, sondern auch an den Tagen danach.

    Die Schweiz solle auf ihre Stärken bauen, sagte Widmer-Schlumpf. Konkret sprach sie dabei die tiefe Verschuldung an sowie die Investitionen in Forschung, Bildung, Präzision und Qualität.

  • Solothurn  

    Polizei rückte 25 Mal wegen lauten Festen aus

    Wegen lauten Festen, Musik und Feuerwerk musste die Solothurner Polizei in der Nacht auf den 1. August rund 25 Mal ausrücken. In vielen Fällen endete der Lärm bereits vor dem Eintreffen der Polizei. In einigen Fällen musste die Polizei die Störung regeln. (sda)

  • Grosswangen (LU) / Wängi (TG)  

    «Schweiz ohne EU-Beitritt gut gefahren»

    Für SVP-Präsident Toni Brunner «sind Freiheit und Selbstbestimmung noch immer die höchsten Errungenschaften des Schweizer Volks.» Die Schweiz dürfe sich nicht der Rechtssprechung der Europäischen Union (EU) unterwerfen, warnte Brunner zum 1. August.

    Der St. Galler SVP-Politiker trat in Grosswangen LU und in Wängi TG als Redner auf. Brunner erinnerte an die «denkwürdige» Ablehnung eines Schweizer Beitritts zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vor bald 20 Jahren.

    «Blickt man heute über die Grenzen in die Europäische Union, die in einer tiefen Krise steckt, ist es offensichtlich, dass wir mit dem 1992 eingeschlagenen Weg gut gefahren sind», sagte Brunner gemäss Redetext. Die Schweiz habe mehr Wohlstand, weniger Arbeitslose, weniger Schulden und tiefere Steuern als die EU-Länder.

    In einem neuen Anlauf biete der Bundesrat jetzt der EU faktisch die Unterordnung der schweizerischen Rechtsordnung unter jene der EU an. Dies würde einen immensen Souveränitätsverlust bedeuten, warnte Brunner. Wachsamkeit sei angezeigt.

    Der SVP-Präsident warb auch für die «Durchsetzungsinitiative» seiner Partei. Diese sei nötig, weil die Behörden offensichtlich die Umsetzung der 2010 gutgeheissenen Volksinitiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer sabotierten und verschleppten. (sda)

  • Mollis (GL)  

    Finanzplatz muss Fett abgeben

    BDP-Parteipräsident Martin Landolt hat in einer patriotischen Rede im glarnerischen Mollis den Kampf der alten Eidgenossen um die Herrschaft über die Gotthardroute mit der heutigen Aussenpolitik verglichen. Debei zog er Parallelen zum aktuellen Steuerstreit mit dem Ausland.

    Als «ganz moderne Interessenpolitik» bezeichnete Landolt laut Redetext den Kampf der Eidgenossen vor 700 Jahren um die Kontrolle der Gotthardachse. Um wirtschaftliche Vorteile sei es gegangen.

    Die alten Eidgenossen seien nicht ein einfaches Volk von Bergbauern gewesen, sondern weltoffene Strategen, die ihre Beziehungen zum Ausland immer wieder neu beurteilt und möglichst zum eigenen Nutzen bewirtschaftet hätten. Noch wichtiger als Selbstbewusstsein sei Geschicklichkeit in der Aussenpolitik.

    Wer weniger Muskeln habe als der andere, der müsse schneller, geschickter und intelligenter handeln, um seine Interessen durchzusetzen. Auf den aktuellen Steuerstreit mit den USA oder Deutschland bezogen bedeute dies, dass die Schweiz nicht einfach stur an der bisherigen Position festhalten könne.

    Die Schweiz sei in diesem Streit erstens auf dem falschen Fuss erwischt worden. Zweitens müsse zu Gunsten des Gesamten wohl oder übel etwas nachgegeben werden. Das bedeutet laut Landolt, dass der Finanzplatz «etwas Fett abgeben» muss, um nicht auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes zu gefährden.

    Die Schweiz müsse mit anderen Ländern Verträge abschliessen, die zwar nicht Begeisterung auslösten, die aber besser seien als gar keine Lösung. Nur mit gelösten Problemen liessen sich künftige Herausforderungen anpacken. (sda)

  • Bern  

    So feiert Bern den 1. August

    Ob Lampionumzug, Feuerwerk oder doch ein Konzert mit urchigen Schweizerklängen – die Feiermöglichkeiten in der Stadt Bern sind vielfältig.

    Zur Berichterstattung.

  • Basel-Stadt  

    Basel feiert fulminant in der Nationalfeiertag hinein

    Schlauchbootrennen, Sternenleuchten und zum Schluss ein fulminantes Feuerwerk. An der Basler Bundesfeier gab es wieder das volle Programm – und keine grösseren Zwischenfälle. Allein am Rhein waren rund 110'000 Personen unterwegs.

    Zur Berichterstattung.

  • Video des Basler Feuerwerks  



    Basel beging den 1. August bereits am Vortag: Das Feuerwerk in voller Länge. (Video: David Käser)

  • Basel-Stadt  

    Grosses 1.-August-Feuerwerk

    Mit dem traditionellen Gross-Feuerwerk auf dem Rhein hat Basel bereits am Dienstagabend den Nationalfeiertag begangen. Tausende Schaulustige verfolgten das Spektakel von den Rheinufern und Brücken, aber auch von weiter entfernten Standorten aus.

    Rund 100'000 Besucherinnen und Besucher hatten die Veranstalter zum Fest am Rhein mitten in der Stadt erwartet. Das auf 25 Minuten angelegte Spektakel begann um 23 Uhr; die Feuerwerkskörper wurden von zwei Schiffen aus in den sommerlichen Nachthimmel geschossen.

    Zuvor gabs ab dem späten Nachmittag Festbetrieb mit Beizen, Verkaufsständen und Live-Musik entlang des Rheins und auf dem Marktplatz. Auf dem Rhein standen Vorführungen des Feuerlöschboots "Christophorus" und ein Schlauchbootrennen auf dem Show-Programm.

    Die Mittlere Brücke im Stadtzentrum wurde ab dem späten Nachmittag für den Verkehr gesperrt, weitere Brücken während des Feuerwerks. Nach dem Fest am Dienstagabend folgt die offizielle Basler Bundesfeier am Mittwochabend auf dem Bruderholz.
    (sda)

  • Fribourg  

    «Europas Schicksal ist auch unser Schicksal»

    Alain Berset hat in seiner 1.-August-Ansprache die Wichtigkeit der Reformen bei den Sozialwerken unterstrichen. Diese Reformen müssten aber ausgewogen sein. «Soziale Sicherheit ist das Fundament, auf dem unser Erfolg erst möglich ist.»

    Die Alterung der Gesellschaft und die Vielfältigkeit der Lebensentwürfe seien Entwicklungen, die man ernst nehmen müsse, sagte der Sozialminister in Middes FR. Entscheidend sei aber die Frage, wie man die Sozialwerke reformiere, ohne die Bürgerinnen und Bürger zu verunsichern.

    Denn eine grassierende Unsicherheit «würde unser so erfolgreiches Gesellschaftsmodell des sozialen Ausgleichs an der Wurzel angreifen». Reformen könnten in der Schweiz nur mit dem Volk gelingen - nicht gegen das Volk.

    Angst kein Motivationsmotor

    Wer mit Reformen zu lange warte, gefährde die Sozialversicherungen. «Aber wer überstürzt vorgeht, wird am Schluss vor einem Scherbenhaufen stehen, wenn die Mehrheit des Volkes die Reformprojekte zurückweist», sagte Berset in Anspielung auf das Volks-Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule.

    Es brauche ausgewogene Reformen. Dabei sei Angst kein Motivationsmotor, «wie uns das gewisse Kreise weismachen wollen». Denn die Angst vor dem sozialen Abstieg im Alter, bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit führe zu einer Abwehrhaltung, die jegliche Reform im Keime zu ersticken drohe.

    Eine ängstliche Schweiz würde zudem im globalen Innovationswettbewerb ihre Führungsposition rasch verlieren. Berset warnte davor, dass sich die Schweiz auf ihren Lorbeeren ausruhe. Im Vergleich mit anderen Ländern gehe es der Schweiz momentan hervorragend. Aber: «Das Schicksal Europas ist auch unser Schicksal.»

    Pragmatismus gegenüber EU

    Europa sei mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt für die Schweiz. Selbst die härtesten EU-Kritiker wollten den Zugang der Schweizer Wirtschaft zum Binnenmarkt nicht gefährden. Gleichzeitig sei festzustellen, dass die EU zunehmend fordernder auftrete und damit «die eigenwillige und um ihre Souveränität besorgte Schweiz» zunehmend unter Druck gerate.

    Berset plädierte im Verhältnis zur EU für Weitsicht, Pragmatismus und eine realistische Einschätzung der eigenen Stärke und der Stärke des Verhandlungspartners. Strategisches Denken sei beste Schweizer Tradition: «Die alten Eidgenossen konnten ihre Stärke - meistens - realistisch einschätzen und dann das Maximum herausholen.»

  • Bern  

    Ob Lampionumzug, Feuerwerk oder doch ein Konzert mit urchigen Schweizerklängen – Bernerzeitung.ch listet die Möglichkeiten in der Bundeshaupstadt am 1. August.

  • Basel-Stadt  

    Auch dieses Jahr wird am Rhein wieder grosses Geschütz aufgefahren. Bis zu 100'000 Besucherinnen und Besucher dürfen sich nebst einem bunten Stadtfest auf ein spektakuläres Feuerwerk freuen. Baz.ch besuchte die Pyrotechniker bei den Vorbereitungen.

  • Hinwil  

    «Dem Druck standhalten»

    Für SVP-Bundesrat Ueli Maurer ist klar, was die wichtigste Aufgabe der Schweiz in den kommenden Jahren sein wird: dem Druck und den Begehrlichkeiten von internationalen Organisationen und der EU standhalten.
    Wer devot Forderungen nachgebe und hoffe, dass die Gegenpartei damit ruhiggestellt sei, begehe einen verhängnisvollen Irrtum, sagte Maurer in Hinwil. In der internationalen Politik zögen schnelle Zugeständnisse nur neue, noch weitergehende Forderungen nach sich.

    Damit spielte Maurer auf das Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich an, das Ende Mai vom Parlament gutgeheissen und von der SVP als «weitere Kapitulation in einem durchsichtigen Wirtschaftskrieg» gewertet wurde. Kernelement dieses Abkommens ist die Abgeltungssteuer, also gemäss SVP das «Eintreiben von Steuern für fremde Staaten».

    Für Maurer ist klar, dass «Forderungen an die kleine, wohlhabende Schweiz immer lauter gestellt werden, je härter sich die Schulden- und Eurokrise auswirkt». Erschreckende Parallelen zu heutigen Vorgängen sieht der Verteidigungsminister in der Schlacht von Beresina, die vor genau 200 Jahren stattfand und für Tausende Soldaten tödlich endete.

    Die EU als bissiger Hofhund

    Die Schweiz war damals von Frankreich kontrolliert, 12'000 Schweizer wurden für Napoleons Feldzug gegen den russischen Zaren zwangsrekrutiert. Natürlich werde heute kein Schweizer mehr nach Russland in den Krieg geschickt, und Europa werde auch nicht von Paris aus regiert, sagte Maurer. Man dürfe aber nicht vergessen, dass sich die Geschichte immer wieder nach denselben Mustern wiederhole.

    Die heutige Internationale Lage und das Verhalten gewisser nachgiebiger Kreise in der Schweiz bereite ihm deshalb Sorgen. Für die Schweiz wünscht er sich ein entschiedeneres Auftreten gegenüber der EU: «Es ist wie bei einem bissigen Hofhund. Der weicht auch nur zurück, wenn man ihm entgegentritt.»
    (sda)

  • Rorschach  

    Vorteil Kleinräumigkeit

    In Rorschach SG hat Ständeratspräsident Hans Altherr am die Kleinräumigkeit der Schweiz gelobt. Probleme sollten immer auf der untersten möglichen Ebene gelöst werden. So behalte jeder und jede die Verantwortung.

    Auch trage das Mitbestimmen zur Zufriedenheit bei, sagte Altherr. Man möge nun einwenden, Kleinräumigkeit führe zu Engstirnigkeit. Altherr, der in Rorschach seine Kindheit verbrachte und nun den Kanton Appenzell Ausserrhoden im Ständerat vertritt, sieht es aber anders.

    «Unsere kurzen Distanzen zu Gemeinde-, Regions-, Kantons- oder Landesgrenzen machen es einem einfacher Hinüberzublicken», sagte Altherr. «Wir können vom Nachbarn lernen - und wir können die Dinge eben auch ganz anders anpacken.» Dabei habe die Schweiz vieles richtig und gut gemacht.

    Schicksal selbst bestimmen

    Auch in Zukunft müsse sich das Land seinen Handlungsspielraum bewahren. «Wir wollen unser Schicksal selbst bestimmen, soweit dies in unserer globalisierten Welt möglich ist», sagte der freisinnige Politiker. Die «verschiedenen Anfeindungen» aus dem Ausland würden nicht weniger werden.

    Die EU sieht Altherr an einem Wendepunkt. Doch unabhängig davon, ob diese auseinander breche oder enger zusammenrücke: Für die Schweiz bedeutete jedes Szenario eine grosse Herausforderung. Weil sich die Schweiz immer weniger auf Europa verlassen könne, brauche sie auch «eine neue, stärkere Position im internationalen Umfeld.»
    (sda)

  • Hintergrund  

    Der 1. August ist für Bundesräte eine Gelegenheit, Volksnähe zu markieren. Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann macht aber lieber Ferien.


    Zum Artikel zum Vincenzo Capodici

  • Christian Levrat  

    «Früchte der Arbeit gerechter verteilen»



    SP-Präsident Christian Levrat ruft die Bevölkerung zum 1. August dazu auf, den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu festigen. «Wir müssen uns noch stärker dafür engagieren, dass die Früchte unserer Arbeit gerecht verteilt werden.»

    Es sei eine Zumutung, wenn wenige den Wohlstand der Schweiz für sich alleine beanspruchten, sagte Levrat in einer im Internet aufgeschalteten Videobotschaft. Nicht das Bevölkerungswachstum sei der Grund für das vorherrschende Unbehagen. «Es ist vielmehr das Gefühl, das Wirtschaftswachstum finde auf Kosten der grossen Mehrheit in unserem Land statt.»

    Die Videobotschaft wurde an verschiedenen Schauplätzen in Bulle FR aufgenommen. Der Ort gehöre zu denjenigen Agglomerationen der Schweiz, die in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen seien, sagte der Freiburger Ständerat.

    Bulle im Greyerzerland sei aber auch eine Gegend mit einer reichen Tradition. Diese bleibe nur dann lebendig, wenn «wir es schaffen, die Neuankommenden darin zu integrieren und die kulturellen Beiträge der Migrantinnen und Migranten einfliessen zu lassen». Die Vergangenheit müsse mit den multikulturellen Realitäten in Einklang gebracht werden.

    Levrat rief dazu auf, sich ein Beispiel am Mut zu nehmen, den die Gründer der Schweiz 1848 gezeigt hätten: «Öffnen wir unsere Gesellschaft, unsere Institutionen, unsere Traditionen für alle jene, die mit uns zusammen die Schweiz des 21. Jahrhunderts aufbauen.» (sda)

  • Auftakt  

    Erste Festreden und Feuerwerke zur Bundesfeier

    Mit ersten Bundesratsreden und Feuerwerken beginnen am Dienstag bereits die Feiern zum 1. August. Bundesrat Ueli Maurer startet seinen Marathon mit insgesamt sieben Auftritten. Das Wetter spielt auch dieses Jahr mit. Es wird sonnig und heiss.

    Als erstes Mitglied der Landesregierung spricht SVP-Bundesrat Maurer zum Nationalfeiertag am Dienstag um 18 Uhr in seiner Wohngemeinde Hinwil im Zürcher Oberland. Der Verteidigungsminister bestreitet zum 1. August insgesamt sieben Auftritte.

    Ebenfalls bereits am Dienstag wendet sich SP-Bundesrat Alain Berset an die Nation. Er spricht im 300-Seelen-Dorf Middes, das in seinem Heimatkanton Freiburg liegt. Am Mittwoch folgen zwei weitere Auftritte des Innenministers.

    Das Wetter dürfte auch in diesem Jahr stimmen. Die Wetterdienste sagen hohe Temperaturen und blauen Himmel voraus. Einzig in den Alpen könnte es am 1. August zu vereinzelten Sommergewittern kommen.

    Keinen berühmten Redner, sondern ein grosses Feuerwerk bietet die Stadt Basel seiner Bevölkerung. Die Raketen werden am Dienstagabend um 23 Uhr auf zwei Schiffen vom Rhein aus abgefeuert. Erwartet werden bis zu 120'000 Personen. Über 90 Festwirtschaften stehen bereit. Auf mehreren Bühnen finden Konzerte statt.

    Walliser Kuhkampf in Genf

    Etwas Aussergewöhnliches hat sich die Stadt Genf ausgedacht: Am 1. August werden zwölf Eringer-Kühe aus dem Wallis nach Genf gebracht, wo sie am Abend in einer eigens aufgebauten Arena gegeneinander kämpfen werden. Tierschutzorganisationen wehrten sich vergeblich gegen den Anlass im Stadtteil Plainpalais.

    Kämpfe mit den stämmigen Eringerkühen werden traditionell im Walliser Val d'Hérens veranstaltet. In den vergangenen Jahren fanden die Kuhkämpfe aber in der ganzen Westschweiz begeisterte Anhänger.

    Während in Genf Eringerkühe um den Titel «Reine de Plainpalais» kämpfen, wird auf dem Rütli der Genfer Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne) eine Rede halten. Er wurde von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, welche die 1.-August-Feiern auf der geschichtsträchtigen Wiese organisiert, eingeladen.

    Zu seinem Auftritt sagte Hodgers in einem Zeitungsinterview, es sei typisch für die Schweiz, dass zum 1. August nicht zwingend die Bundespräsidenten auf dem Rütli auftreten würden. Die Schweiz sei darauf bedacht, Minderheiten zu integrieren. Zu diesen zählt sich Hodgers selbst - als Romand, grüner Politiker und Secondo.

    Leuthard fährt hoch hinauf

    Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf wird sich am 1. August in einer Radio- und Fernsehansprache an die Schweizer Bevölkerung wenden. Persönlich auftreten wird sie am Abend in Märstetten TG. Am Morgen nimmt sie in ihrem Heimatkanton Graubünden an einem Buurezmorge teil.

    Hoch hinauf fährt CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Sie feiert den Nationalfeiertag auf dem Jungfraujoch, wo die Jungfraubahnen gleichzeitig ihr 100-Jahr-Jubiläum begehen. Auch SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga weilt im Kanton Bern. Sie reist nach Huttwil ins Emmental und hält dort eine Rede.

    Weiter weg zieht es FDP-Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter. Er fliegt nach London und spricht im «Swiss House» der Schweizerischen Olympiadelegation. Keine Rede zum Nationalfeiertag hält von den Mitgliedern des Bundesrates einzig Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

    Bereits am Montagabend fanden auf dem Bundesplatz in Bern mehrere Konzerte statt. Es handelte sich dabei um siebte Auflage des Gratis- Openair «Für eine Schweiz mit Herz». Die Veranstalter wollten mit dem Anlass ein Zeichen für eine nachhaltige und weltoffene Schweiz setzen.

Erstellt: 31.07.2012, 16:39 Uhr

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136 Kommentare

Peter Müller

31.07.2012, 17:15 Uhr
Melden 268 Empfehlung 0

Herr Levrat, bitte verwechseln sie nicht den 1. August mit dem 1. Mai. Danke. Antworten


Peter Baldinger

31.07.2012, 18:51 Uhr
Melden 210 Empfehlung 0

Wenn Levrat ehrlich wäre, müsste seine Rede folgenden Inhalt haben:
Hätte die Schweiz alle Initiativen oder Forderungen der SP umgesetzt,
die Schweiz würde im gleichen Schlamassel festsitzen wie Griechenland!
Antworten



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