Schweiz

Sommaruga zu Migrations-Diskussion in Brüssel

Aktualisiert am 13.12.2011 6 Kommentare

Schengen und Dublin stehen heute auf der Agenda der EU-Innenminister. Mit dabei ist auch die Schweizer Justizministerin – für sie gab es bereits im Vorfeld gute Nachrichten.

Migration als Dauerbrenner: EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström begrüsst Simonetta Sommaruga in Brüssel. (22. September 2011)

Migration als Dauerbrenner: EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström begrüsst Simonetta Sommaruga in Brüssel. (22. September 2011)
Bild: Keystone

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Die EU-Innenminister setzen sich heute Dienstag mit den Folgen von Visa-Missbrauch auseinander. Für die Schweiz ist interessant, dass bei der Rückübernahme von Asylantragsstellern nach Dublin-Abkommen die Aussetzung des Mechanismus vorläufig vom Tisch ist.

Im Dublin-Abkommen ist vorgesehen, dass Asylsuchende in jenes Land zurückgeschafft werden können, in dem sie den ersten Asylantrag gestellt haben. Seit 2008 versucht die EU-Kommission aber eine Klausel einzuführen, nach der die Überstellung von Flüchtlingen in das EU-Ankunftsland ausgesetzt wird, wenn Schengen-Staaten mit einer Vielzahl von Asylsuchenden überfordert sind.

Besserer Frühwarnmechanismus

Seither schwelt der Streit innerhalb der EU und eine Einigung ist nicht in Sicht. Nun erklärten EU-Diplomaten im Vorfeld des Rates, die Idee der Kommission sei vom Tisch – zumindest für die nächsten Jahre. Stattdessen soll ein besserer Evaluierungs- und Frühwarnmechanismus helfen, Probleme in einzelnen EU-Staaten effizienter anzugehen.

Das dürfte auch dem Wunsch der Schweiz entsprechen. In den letzten Jahren hatten sich sowohl Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf als auch die aktuelle Justizministerin Simonetta Sommaruga für die Rückübernahme als Kernstück des Dublin-Abkommens eingesetzt. Sie befürchteten, dass mit einer Aussetzung der Regelung das ganze System als solches in Frage gestellt würde.

Sommaruga wird im Gemischten Schengen-Ausschuss bei den Diskussionen über das Asyl-Paket, zu dem die Dublin-Verordnung gehört, dabei sein. Weiter werden beim Rat in Brüssel Veränderungen des Schengen-Systems, so die zeitlich beschränkte Wiedereinführung der Kontrollen an den Binnengrenzen, angesprochen.

Gegen Visa-Missbrauch

Einig sind sich die EU-Innenminister bei der Einführung einer Schutzklausel, um dem Visa-Missbrauch einen Riegel vorzuschieben. Dies würde Drittstaaten betreffen, die für den Schengen-Raum von einer Visa-Befreiung profitieren.

Ihnen droht die Wiedereinführung der Visumspflicht, wenn einerseits die Zahl illegaler Einwanderer aus diesem Land in die Schengen-Länder steigt sowie andererseits die Zahl von Asylanträgen massiv zunimmt. Die Schweiz würde allfällige Änderungen bei der Visa-Befreiung, beziehungsweise der Visa-Wiedereinführung übernehmen. (ami/sda)

Erstellt: 13.12.2011, 07:19 Uhr

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6 Kommentare

Jutta Maier

13.12.2011, 08:10 Uhr
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Warum die Kontrolle an den Grenzen aufgehoben wurde, ist mir eh ein Rätsel. Schmuggel und Kriminalität wurde damit nur erleichtert. Antworten


lucius mayer

13.12.2011, 09:12 Uhr
Melden 15 Empfehlung 0

Als aussichtsreichste Kandidatin zur Wiedereinführung der Visa-Pflicht scheint sich die Republik Serbien zu qualifizieren, drittstärkstes Herkunftsland von Asylbewerbern in der Eidgenossenschaft. Wer ist dort nachweisbar wie an Leib und Leben bedroht, außer eventuell von der lokalen Mafia? Antworten



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