Schweiz

So beliebt sind die Bundesräte

Aktualisiert am 16.09.2012 62 Kommentare

Die Regierungsmitglieder haben im letzten halben Jahr insgesamt an Popularität eingebüsst – nur ein Bundesrat konnte zulegen. Besonders bei einer Magistratin überrascht der Rückgang.


Umfrage

Welches Regierungsmitglied erledigt seine Aufgabe am besten?

Doris Leuthard

 
14.0%

Alain Berset

 
12.5%

Simonetta Sommaruga

 
19.4%

Didier Burkhalter

 
7.3%

Eveline Widmer-Schlumpf

 
18.9%

Ueli Maurer

 
24.6%

Johann Schneider-Ammann

 
3.2%

4530 Stimmen


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Die Popularität der Bundesratsmitglieder bröckelt. Die Beliebtheit von sechs der sieben Bundesrätinnen und Bundesräte ist zurückgegangen, wie aus einer Umfrage von «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» hervorgeht. Einzig Verteidigungsminister Ueli Maurer konnte einige Punkte zurückgewinnen. Bei der Umfrage wurde den Teilnehmenden folgende Frage gestellt: «Soll dieser Politiker, diese Politikerin eine wichtige politische Rolle spielen?»

55 Prozent der Befragten gaben an, der SVP-Vertreter Maurer solle in ihren Augen eine solch wichtige Rolle einnehmen – sieben Prozentpunkte mehr als in der letzten Umfrage im März. Damit übergab Maurer das Schlusslicht an Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP, 54 Prozent, –4 Punkte).

Viele offene Baustellen

Dagegen gab es an der Spitze keine Veränderung: Doris Leuthard (CVP) bleibt das beliebteste Bundesratsmitglied. Allerdings verlor auch sie sechs Prozentpunkte – noch 74 Prozent der Befragten sprachen ihr das Vertrauen aus. Hinter Leuthard folgen die SP-Bundesratsmitglieder Alain Berset und Simonetta Sommaruga (beide 70 Prozent, –2 und –6 Punkte), FDP-Vertreter Didier Burkhalter (68 Prozent, –6 Punkte) und BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf (64 Prozent, –6).

Der Rückgang bei der BDP-Magistratin sei insofern bemerkenswert, als Bundespräsidenten normalerweise in ihrem Amtsjahr an Popularität zulegen können, schreibt die «SonntagsZeitung». Grund für den Taucher seien die vielen offenen Baustellen der Finanzministerin. Konnte sich Widmer-Schlumpf 2008 und 2009 noch als Retterin der UBS profilieren, so gelingt ihr derzeit in der internationalen Finanz- und Steuerpolitik wenig. Gerade im Steuerstreit mit den USA ist eine Lösung in weiter Ferne. Auch im Steuerstreit mit Deutschland droht der Finanzministerin Ungemach: Die Zustimmung der deutschen Opposition zum Steuerabkommen mit der Schweiz zeichnet sich nicht ab – im Gegenteil. Und mit Frankreich handelte Widmer-Schlumpf in hohem Tempo ein Erbschaftssteuerabkommen aus, das auf Kritik stösst.

Levrat ist beliebtester Parteipräsident

Populärster Parteipräsident bleibt mit 62 Prozent SP-Präsident Christian Levrat. Er ist damit sogar noch beliebter als die beiden Bundesräte Maurer und Schneider-Ammann. Aber auch er musste mit 3 Prozentpunkten weniger Zustimmung Federn lassen. CVP-Präsident Christophe Darbellay gewinnt sechs Punkte (59 Prozent) und liegt damit deutlich vor den Präsidenten der FDP, Philipp Müller (48 Prozent, –2 Punkte), und der SVP, Toni Brunner (42 Prozent, +1 Punkt).

Erwähnenswert ist zudem der fortschreitende Popularitätsverlust von Christoph Blocher. Der Alt-Bundesrat verliert sieben Punkte und erhält nur noch 23 Prozent Zustimmung. 69 Prozent der Befragten wissen nicht, ob Blocher in ihren Augen eine wichtige politische Rolle spielen soll oder nicht.

Parteien sind stabil

Bei den Parteien zeigt die Umfrage vor allem Stabilität. Die SVP bleibt mit 23,9 Prozent Wähleranteilen die grösste Schweizer Partei. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als bei der Umfrage im März, aber 2,7 Prozentpunkte weniger als bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober 2011.

Die Mitte legt gegenüber der letzten Umfrage leicht zu. Die FDP gewinnt 0,5 Punkte und kommt auf 16,3 Prozent. Die CVP kann 13 Prozent Wähleranteile verbuchen (+0,9), die Grünliberalen 7,7 Prozent (+0,2). Die BDP dagegen verliert 0,8 Punkte auf 6,2 Prozent. Bei den Linken verliert die SP gegenüber März 0,6 Punkte (19,3 Prozent), die Grünen bleiben stabil bei 8,2 Prozent.

Die Umfrage wurde vom Institut Isopublic vom 22. August bis 12. September 2012 durchgeführt. Befragt wurden 1244 Stimmberechtigte in allen Sprachregionen. Die Fehlerquote beträgt plus/minus 2,9 Prozent.

(rbi/sda)

Erstellt: 16.09.2012, 09:03 Uhr

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62 Kommentare

davide aebischer

16.09.2012, 09:50 Uhr
Melden 272 Empfehlung 0

Erstaunlich. Wie man ein Popularitätsbarometer mit Prozenten herbeizaubert. Wie definiert sich die Quelle? Fragebogenverteiler vor dem Hauptbahnhof um 15:00Uhr, so das die arbeitnehmende Hauptgruppe entfällt? Oder ist es ein wirres Statistikkonstrukt aus dem Hause C. Longchamp? Prozentzahlen erinnern mich immer wieder stark an BRAVO und Dr. Sommer. Antworten


Eugen Fischer

16.09.2012, 09:23 Uhr
Melden 178 Empfehlung 0

Ich persönlich frage mich schon seit Jahren, wer ist wichtiger, die Partei oder die fachlich ausgewiesene Qualifikation. Betrachtet man doch die Politik, so wird seit Jahren auch ein Hickack betrieben, der der Sache nicht mehr gerecht wird. Der Nutzen für die Bevölkerung müsste doch permanent im Vordergrund stehen, und nicht das Parteiengerangel! Antworten



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