Schweizer mögen deutsche Arbeitnehmer

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 05.02.2010

Eine repräsentative Umfrage von DerBund.ch/Newsnet zeigt: Die Deutschen sind als Mitarbeiter in der Schweiz beliebt. Allgemein wird die Personenfreizügigkeit aber skeptischer betrachtet als auch schon.

1/10 Sind offenbar in der Schweiz willkommen: Arbeitnehmer aus Deutschland.

   

Deutsche in Zürich

Stichworte

Die Umfrage

  • Online-Interviews mit 1000 webaktiven Personen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren

  • Je zur Hälfte Männer und Frauen

  • 75 Prozent aus der Deutschschweiz, 25 Prozent aus der Romandie

  • Befragt wurde vom 21. Dezember 2009 bis 8. Januar 2010

  • Die Umfrage wurde durchgeführt vom Institut Marketagent.com, das ein ISO-Zertifikat besitzt

Die Diskussion um die stete Zunahme der Zuwanderung von Deutschen in die Schweiz wird heftig geführt, teilweise nimmt sie gar gehässige Züge an. Doch ganz im Gegensatz zu den lautstarken Voten sehen die Menschen zwischen Rorschach und Genf die Einwanderung offenbar viel entspannter. Dies zeigt eine exklusive und repräsentative Umfrage, die das Umfrageinstitut Marketagent.com im Auftrag von DerBund.ch/Newsnet bei 1000 Schweizerinnen und Schweizer mit Internetzugang durchgeführt hat (Methodik siehe Kasten). Auf die Frage, welche Staatsbürger als Arbeitnehmer ein Vorteil für die Schweiz seien, werden die Deutschen am meisten genannt. Sie kommen auf eine Zustimmungsrate von 49 Prozent. Auf den nächsten Rängen folgen die Nachbarländer Österreich (46 Prozent), Italien (45 Prozent) und Frankreich (44 Prozent).

Am anderen Ende der Rangliste rangieren die Staatsbürger aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Bosnien und Herzegowina sehen 48 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer als Nachteil an. Mazedonier (47 Prozent), Serben (46 Prozent), Montenegriner (45 Prozent) und Kroaten (42 Prozent) kommen auf ähnlich hohe Werte. Ebenso hoch liegen die negativen Voten bei Türken (42 Prozent) und Rumänen (41 Prozent) (detaillierte Resultate siehe Grafiken in der Bildstrecke).

53 Prozent haben neue Arbeitskollegen aus EU

Generell zeigen sich die Schweizer der Personenfreizügigkeit gegenüber recht skeptisch. 70 Prozent der Befragten glauben, dass sie den Druck auf die Löhne erhöhe. Und 87 Prozent vertreten den Standpunkt, dass Personen aus dem Ausland, die in der Schweiz arbeiten wollen, genau geprüft werden sollten. 53 Prozent der arbeitenden Schweizerinnen und Schweizer haben in den letzten Monaten eine Person aus der EU als Arbeitskollegen bekommen.

Über die Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit hatte die Schweiz am 8. Februar 2009 abgestimmt. Damals sagten 59,6 Prozent der Bürger Ja. In der repräsentativen Umfrage von DerBund.ch/Newsnet geben nun noch 43 Prozent an, sie würden bei einer erneuten Abstimmung Ja in die Urne legen. Nein würden 35 Prozent sagen. Allerdings sind auch hohe 22 Prozent unschlüssig. Interessant sind hier die Unterschiede nach Geschlecht: Bei Männern sagen 49 Prozent Ja, bei den Frauen sind es bloss 37 Prozent.

53 Prozent haben neue Arbeitskollegen aus EU

Die Teilnehmer wurden auch gefragt, ob sie die Personenfreizügigkeit als Nach- oder Vorteil sehen. Für 11 Prozent ist sie ein «grosser Nachteil». 31 Prozent sehen darin «eher einen Nachteil», 26 Prozent antworteten «eher ein Vorteil». Nur 8 Prozent sehen darin einen «grossen Vorteil». Immer noch 24 Prozent sehen in der Personenfreizügigkeit weder einen Vor- noch einen Nachteil. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.02.2010, 16:00 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Senior Product Manager local.ch/Print Jörg Lienert, ZH BE

Projektleiter/in Leittechnik 80-100% Centralschweizerische Kraftwerke, Luzern

Leiter Einkauf (m/w) Jörg Lienert, Schweiz

Gratis ePaper für «Bund»-Abonnenten