Schweiz

Schweizer Unternehmen sollen für Verstösse der Tochterfirmen haften

Aktualisiert am 03.11.2011 14 Kommentare

Amnesty International will international tätige Schweizer Firmen in die Pflicht nehmen: Die Konzerne sollen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden ihrer Tochterfirmen gerade stehen.

Könnte künftig für Menschenrechtsverletzungen von Tochterfirmen haften: Das Nestle-Hauptquartier in Vevey. (Archivbild)

Könnte künftig für Menschenrechtsverletzungen von Tochterfirmen haften: Das Nestle-Hauptquartier in Vevey. (Archivbild)
Bild: Reuters

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Die Kampagne «Recht ohne Grenzen» will internationale Unternehmen zur Verantwortung ziehen. Schweizer Konzerne sollen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden ihrer Tochterfirmen in die Pflicht genommen werden.

Wenn eine Tochterfirma von international tätigen Schweizer Firmen Menschenrechtsverletzungen begehe oder die Umwelt zerstöre, so trage das Mutterhaus in der Schweiz rechtlich keine Verantwortung. Zwar hätten viele Firmen auf Druck der Öffentlichkeit interne Bestimmungen festgelegt, «das genügt aber bei weitem nicht», lässt sich Danièle Gosteli Hauser von Amnesty International in einem Communiqué zitieren.

Deshalb brauche es einen rechtsverbindlichen Rahmen, schreiben die Nichtregierungsorganisationen, welche die Kampagne führen. Sie sammeln derzeit Unterschriften für eine Petition, die Bundesrat und Parlament auffordert, die gesetzlichen Bestimmungen zu ändern. Die Petition soll im Juni 2012 eingereicht werden.

Klagen in der Schweiz

Konkret soll das schweizerische Zivilrecht angepasst werden. Heute kommt bei Vergehen lediglich das Recht jenes Landes zur Anwendung, in dem das Vergehen begangen worden ist. Nach dem Willen der Petitionäre sollen aber auch in der Schweiz Klagen gegen die Muttergesellschaften möglich sein.

«In Ländern mit schwacher Staatsgewalt und in Konfliktgebieten, in autoritären und undemokratischen Systemen ist der Zugang zu einer unabhängigen Justiz nicht gewährleistet», heisst es weiter. Den Opfern vor Ort seien oftmals die Hände gebunden. Auch bei offensichtlichen Vergehen tendierten lokale Gerichte dazu, auf eine Anzeige zu verzichten.

Hinter der Kampagne «Recht ohne Grenzen» stehen über 50 Schweizer Organisationen, darunter die Arbeitsgemeinschaft Alliance Sud sowie die Nichtregierungsorganisationen Amnesty International und Greenpeace. (wid/sda)

Erstellt: 03.11.2011, 10:30 Uhr

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14 Kommentare

Markus Troendle

03.11.2011, 12:45 Uhr
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Dies stärkt sogar die Wirtschaft! Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat nichts zu befürchten und kriegt dadurch gratis eine tolle Werbeplattform. Er kann mit seinem ethischen Verhalten werben, was sicherlich gut ankommt bei Konsumenten. Ich unterschreibe, Bogen her! Antworten


Raffael Grassi

03.11.2011, 14:34 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ein wichtiger Schritt hin zu globaler Nachhaltigkeit - und es zwingt Wirtschaftsführer, ihre Verantwortung im ganzen Konzern durchzusetzen. Es reicht aber nicht, dies nur in der Schweiz zu tun...am besten, die OECD, das WEF, die EU und die USA machen auch mit - dann sehen wir, ob es den Mächtigen dieser Welt wirklich damit ernst ist. Antworten



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