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Schweizer Firma soll US-Armee 759 Millionen schulden

Von Mirko Plüss. Aktualisiert am 01.06.2012 41 Kommentare

Ein Weltkonzern, den keiner kennt, organisiert von der Schweiz aus Lieferungen an die US-Truppen. Nun erhielt die Firma eine gesalzene Rechnung.

1/3 Lieferungen in Krisenregionen: Essensbox von Supreme Foodservice. (Bild aus dem Bericht des Pentagon)

   

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Supreme Foodservice ist ein global operierendes Unternehmen, das nicht oft im Fokus der Öffentlichkeit steht. Der Logistikkonzern zählt aber zu den grössten Zulieferern der US-Armee. Supreme Foodservice versorgt die amerikanischen Soldaten mit Nahrung, Kleidung und Treibstoff. Der Konzernhauptsitz liegt in Amsterdam, das Finanz- und IT-Zentrum in Ziegelbrücke. Die Schweizer Niederlassung erhielt aus den USA nun eine gesalzene Rechnung: Insgesamt 759 Millionen Dollar fordert das US-Parlament von Supreme Foodservice zurück, wie die «Zeit» unter dem Titel «Hot Dogs für Kabul» berichtet (Artikel online nicht verfügbar).

Konkret geht es in dem Schreiben des US-Parlaments, das auch DerBund.ch/Newsnet vorliegt, um Lieferungen in den Hindukusch. Zustande gekommen seien die Fehlbeträge durch zu hoch berechnete Transportkosten «zu Hunderten von Orten in Afghanistan zwischen Dezember 2005 und September 2011». Ein Pentagonbericht listet die Forderungen detailliert auf.

Isolierte und schlecht erreichbare Stützpunkte

In Afghanistan werden die Nato-Truppen seit 2002 von Supreme Foodservice versorgt. Wie dem Brief des US-Parlaments zu entnehmen ist, bedient die Firma heute 265 Operationsbasen am Hindukusch. Dabei handelt es sich vorwiegend um isolierte und schlecht erreichbare Stützpunkte.

Nachdem Gespräche mit Supreme Foodservice während Jahren gescheitert seien, berechneten die USA die effektiven Transportkosten für die Einsätze der vergangenen Jahre nun auf eigener Basis und machen die Erneuerung des Logistikvertrages von der Rückzahlung abhängig. Eine Antwort auf den Brief erwarten die Amerikaner bis spätestens am 4. Juni.

«Nichts Ungewöhnliches»

Gegenüber der «Zeit» nahm die Marketingleiterin Victoria Frost Stellung zu den Forderungen der USA. Sie sieht die Sache gelassen: «Vertragsstreitigkeiten sind nicht ungewöhnlich bei komplexen Abkommen wie diesem.» Supreme Foodservice habe seine Leistungen gegenüber der US-Armee zudem konstant erhöht, anfangs sei in Afghanistan nur von vier Standorten die Rede gewesen.

Vermögen von 549 Millionen Franken

Supreme Foodservice hat sich in den letzten Jahren als global operierender Logistikkonzern einen Namen gemacht und ist in vielen Krisenregionen der Welt aktiv, darunter im Irak, Kosovo, Tschad oder eben in Afghanistan. Das Tochterunternehmen in der Schweiz existiert seit dem Jahr 2000 und wurde als Aktiengesellschaft gegründet. Nach der Umwandlung 2009 in eine GmbH wies die Firma im Handelsregister Vermögenswerte in Höhe von 549 Millionen Franken aus.

Über weitere Vernetzungen und Geschäftspartner schweigt sich der Weltkonzern aus. Auf der Website der Firma ist zu erfahren, dass diese 1957 von Alfred Orenstein, einem ehemaligen amerikanischen Soldaten, gegründet wurde. Unternehmenszweck war schon damals, US-Soldaten mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Aufstieg nach dem 11. September 2001

In den 70er-Jahren begann man, sich auf schwer zugängliche Gebiete zu konzentrieren. 1993 erhielt Supreme Foodservice den ersten UNO-Auftrag und begann mit Lieferungen nach Moçambique. Später folgten Bosnien und Kroatien.

Der eigentliche Aufstieg des Unternehmens fiel aber in die Zeit nach dem 11. September 2001. Mit den USA als Geschäftspartner nahm Supreme Foodservice seine Arbeit im Irak und Kuwait auf. In den letzten Jahren kamen Aufträge in der Elfenbeinküste, Nigeria, Afghanistan und im Sudan hinzu. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.06.2012, 13:13 Uhr

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41 Kommentare

Phil Better

01.06.2012, 13:34 Uhr
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Interessant! In schwer zugänglichen Gebiete in Afghanistan, Irak usw. scheint es kein Problem zu sein, das Militär zu verpflegen solange das Geld stimmt. Tritt aber im Osten Afrikas eine Hungersnot ein, dauert es Wochen bis Esswaren in diese Regionen geliefert werden. Alles eine Frage des Geldes wieder einmal. Antworten


Robert Herz

01.06.2012, 13:56 Uhr
Melden 145 Empfehlung 0

Anstatt dass sie ihren Spatz in der Gamelle selbst kochen, so wie das die beste Armee der Welt macht! Das muss ja schief gehen... Antworten



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