Schweiz

Schweizer AKW haben Sicherheitsmängel

Aktualisiert am 05.05.2011 98 Kommentare

Die fünf Schweizer Kernkraftwerke genügen nicht allen Sicherheitsanforderungen. Die Aufsichtbehörde Ensi teilt am Nachmittag mit, welche Nachbesserungen bei den AKW notwendig sind.

1/4 Die Kernkraftwerke Beznau I und II sind seit 1969 respektive 1972 in Betrieb (Druckwasserreaktoren, Leistung von je 365 Megawatt). Da AKW eine Lebensdauer von 45 bis 50 Jahren haben, müssen die Beznau-Werke etwa ab 2014, spätestens aber 2019 abgeschaltet werden.
Bild: Keystone

   

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Wenige Tage nach der AKW-Katastrophe im japanischen Fukushima verfügte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), dass die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke ihre Anlagen bezüglich Erdbebensicherheit und Hochwasserschutz unverzüglich zu überprüfen haben. Inzwischen liegen die Ergebnisse dieser Sicherheitsüberprüfungen vor. Das Ensi wird heute Nachmittag an einer Medienkonferenz in informieren (DerBund.ch/Newsnet berichtet live ab 14.30 Uhr).

Die Schweizer Kernkraftwerke müssen bei der Sicherheit nachbessern, wie der «Blick» in der heutigen Ausgabe berichtet (Artikel ist nicht online verfügbar). Ungenügend seien die von den AKW-Betreibern geplanten Lösungen für die Notstromversorgung im Krisenfall. Diese Erkenntnis ist gerade in Zusammenhang mit dem AKW-Unglück in Japan von erheblicher Brisanz. Weitere Mängel sollen die Sicherung der Brennelemente betreffen. Laut dem Medienbericht genügt keines der fünf Kernkraftwerke vollständig allen Sicherheitsanforderungen.

Dass es Sicherheitsmängel bei den AKW gibt, bestätigte auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet Hannes Hänggi, Mediensprecher der Ensi. Detaillierte Angaben zu den Sicherheitschecks werde die Ensi am Nachmittag bekannt geben. Man habe bisher zwei Verfügungen für Nachbesserungen an die AKW-Betreiber geschickt, es werde noch eine weitere Verfügung versandt, sagte Hänggi. Die Sicherheitsmängel seien aber nicht so gravierend, dass eines der fünf AKW sofort abgeschaltet werden müsse.

Sofortmassnahme: Überflutungssichere externe Lager

Die AKW-Betreiber mussten dem Ensi Fragen zur Erdbebensicherheit und zum Hochwasserschutz beantworten. Die Aufsichtsbehörde wollte von ihnen wissen, ob die AKW über eine Wasserversorgung verfügen, die auch im Fall einer Überschwemmung die Reaktorkühlung sicherstellen könnte. Weiter mussten die Betreiber darlegen, wie die Brennelementbecken im Notfall gekühlt würden. Kein Thema der Sicherheitsüberprüfungen waren Katastrophen wie Flugzeugabstürze oder Terroranschläge. Nach Angaben von Ensi-Sprecher Hänggi wurde bereits nach den Anschlägen vom 11. September 2001 untersucht, ob die AKW Einschlägen von Flugzeugen standhalten. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2002 seien positiv ausgefallen.

Wo Sicherheitsschwächen bestehen, erhalten die AKW-Betreiber eine Frist, um Nachbesserungen durchzuführen. Eine Sicherheitsvorkehrung hat das Ensi bereits im März angeordnet: Bis zum 1. Juni müssen die AKW-Betreiber ein externes Lager schaffen, das vor Überflutung sicher ist. Dort sollen Notfallgeräte zur Behebung eines Störfalls gelagert werden, unter anderem Notstromaggregate, mobile Pumpen und Treibstoff. (vin)

Erstellt: 05.05.2011, 10:23 Uhr

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98 Kommentare

Fe Rothenbühler

05.05.2011, 10:43 Uhr
Melden 62 Empfehlung 0

"Die Aufsichtsbehörde wollte von ihnen wissen, ob die AKW über eine Wasserversorgung verfügen,..." - Himmelnochmal, was ist das für eine Aufsichtsbehörde? Warum weiss das ENSI nicht von sich aus, wie diese Kisten gebaut sind, wo die Schwachstellen sind und und und? Wenn das ENSI für solche Fragen die Betreiber angehen muss, dann kann man sich diesen Aufwand inklusive Löhne sparen. Antworten


Roger Keist

05.05.2011, 10:53 Uhr
Melden 35 Empfehlung 0

Die ENSI ist als Ausfsichtsbehörde für Atomkraftwerke etwa gleich vertrauenswürdig wie die FINMA bei den Banken - nämlich gar nicht. Antworten



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