Schweiz weist Ex-Polizisten nach Italien aus

Aktualisiert am 30.07.2010 27 Kommentare

Nach der Ablehnung seines Asylantrags in der Schweiz wird ein ehemaliger chinesischer Polizist nach Italien abgeschoben. Der Uigure war Zeuge von schrecklichen Vorkommnissen in einer Haftanstalt.

Wird ausgeliefert: Nijiati Abudureyimu. (Bild: InfoSud)

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Als Mitglied einer Sondereinheit hatte der ausgewiesene Mann in der Provinz Xinjiang Häftlinge im Todestrakt begleitet und wurde dabei nach eigenen Angaben Zeuge von Organhandel. Laut einem Bericht der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch war der Uigure 2007 aus China nach Europa geflohen. Nach Aufenthalten in Italien und Norwegen reiste er im November 2009 illegal in die Schweiz ein und lebte in einem Asylbewerberheim im Kanton Neuenburg.

Der Neuenburger Regierungsrat Frédéric Hainard bestätigte auf Anfrage, dass der Mann am Dienstagmorgen verhaftet worden sei. Laut einem Sprecher des Bundesamtes für Migration (BFM) soll er noch am heutigen Donnerstag nach Italien ausgeschafft werden, wo er zuerst eingereist war.

Der Flüchtling war nach eigenen Angaben von 1993 bis 1997 Zeuge von schrecklichen Vorkommnissen in einer Haftanstalt in Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang. Die autonome Region im Nordwesten Chinas wird mehrheitlich von muslimischen Uiguren - einer ethnischen Minderheit - bewohnt.

Organe nach der Exekution entfernt

Den Häftlingen seien noch vor dem klinischen Tod Herz, Nieren und Augen entfernt worden, um sie später zu verkaufen, sagte der Asylbewerber bei seiner Befragung durch die Migrationsbehörden in der Schweiz. Ein Auszug aus dem entsprechenden Protokoll wurde von «Le Temps» publik gemacht.

Der Ex-Polizist berichtet darin von einer bis neun Exekutionen pro Monat. Dabei würden die zum Tode Verurteilten jedoch nur angeschossen. Anschliessend fahre man die schwerverletzten Gefangenen in einer Ambulanz ins Spital und entnehme ihnen die Organe.

Er sei aus der Polizeieinheit ausgetreten, weil er die Arbeit nicht mehr ertragen habe. Nach der Kündigung habe man ihm schwere Konsequenzen angedroht, sollte er über das Erlebte sprechen. Gemäss «Le Temps» fühlt er sich auch in Europa durch chinesische Agenten bedroht. (sam/sda)

Erstellt: 29.07.2010, 08:26 Uhr

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27 Kommentare

Ernst Bucher

29.07.2010, 08:51 Uhr
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Ja, was für ein tolles Kulturvolk, das in der UNO und in seinen Gremien wie Sicherheitsrat das grosse Wort führt,mit denen wir grossartige Handelsverträge abschliessen, und die derartige scheussliche Verbrechen begehen!Da fragt man sich , was eine solche Institution noch für einen Sinn macht, ausser Geldverschwendung und viel Blabla!! Und da sollen wir noch stolz sein, dass Deiss zuoberst sitzt? Antworten


Oliver Fischer

29.07.2010, 08:55 Uhr
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Nichts neues aus dem Westen...und ebenso aus China: Minderheiten werden bedroht, Rebiya Kadeer beschreibt dies ausführlich in ihrem Buch, welches sie aus dem Exil schrieb. Fazit: Auch die Schweiz beteiligt sich an den menschrechtsverletzenden Handlungen der Chinesen, indem sie Uiguren ausweist. Die Asylpraxis der Schweiz ist eine riesige, unsaubere Geschichte! Antworten



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