Schweiz

Schweiz startet Verhandlung mit Österreich

Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 05.04.2012 35 Kommentare

Das Steuerabkommen mit Deutschland ist noch nicht unter Dach und Fach, da meldet sich das nächste Land: Auf Wunsch von Österreich hat der Bundesrat heute beschlossen, die Verhandlung aufzunehmen.

Hofft auf eine Milliarde Euro aus der Abgeltungssteuer schon für 2013: Österreichs Finanzministerin Maria Fekter. (Archivbild vom 18. Mai 2011)

Hofft auf eine Milliarde Euro aus der Abgeltungssteuer schon für 2013: Österreichs Finanzministerin Maria Fekter. (Archivbild vom 18. Mai 2011)
Bild: Keystone

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Eigentlich wollte die Schweiz erst dann mit anderen Staaten Verhandlungen über eine Abgeltungssteuer führen, wenn die entsprechenden Verträge mit Deutschland und Grossbritannien unter Dach und Fach sind. Mit den Briten ist man sich seit einiger Zeit einig. Morgen Freitag soll in Bern auch der Vertrag mit Deutschland über eine Abgeltungssteuer unterschrieben werden. Dies hat Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf heute verkünden lassen. Offenbar gehen der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble und Widmer-Schlumpf davon aus, dass am Ende auch der deutsche Bundesrat, diesem Vertrag zustimmen wird.

Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat heute darum beschlossen, auch mit dem Staat Österreich Verhandlungen über ein Abgeltungssteuerabkommen aufzunehmen. Die Österreicher rennen dafür schon seit Wochen im Finanzministerium von Eveline Widmer-Schlumpf die Türen ein. Das Land braucht offenbar für den Abbau horrender Staatsschulden rasch Geld und will es sich durch die Besteuerung österreichischer Schwarzgelder auf Schweizer Konten beschaffen, wie der «Tages-Anzeiger» und andere Medien wiederholt berichtet haben.

Unklar, wie viel Geld fliessen würde

Die Österreicher hoffen, dass die Schweizer Geldquelle bereits ab 2013 sprudeln wird, ein Zeitplan, der vom Informationschef des Schweizer Staatssekretariates für Finanzfragen (SIF), Mario Tuor, wiederholt als ehrgeiziger Terminplan bezeichnet wurde. Gedämpft werden die Erwartungen allerdings auch, was die Summe der zu erwartenden Gelder betrifft. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter rechnet offenbar mit einer Milliarde Euro für 2013. Solche Schätzungen werden aber selbst von österreichischen Medien in Zweifel gezogen.

Damit kommt die Schweiz ihren Ziel ein bisschen näher, die Abgeltungssteuer international als Alternative zum automatischen Informationsaustausch zu etablieren. «Für den Finanzplatz ist die Abgeltungssteuer nach wie vor ein Konzept, mit dem die Weichen für die Zukunft wohl am besten gestellt werden können», sagt Bankenspezialist und BDP-Nationalrat Martin Landolt. Wichtig sei aber – gerade im Fall von Deutschland –, dass schon bald Klarheit herrsche. Eine zu lang anhaltende Ungewissheit verunsichere verständlicherweise die betroffenen Kunden.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.04.2012, 18:02 Uhr

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35 Kommentare

Mike Keller

04.04.2012, 18:17 Uhr
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Vielleicht sollten wir auch noch die Schäden aus der Habsburger Zeit inklusive Zinses-Zins verrechnen. Wie ist das eigentlich - werden Zinseinnahmen aus Schwarzgeldern in Oesterreich und Deutschland von Schweizer-Kunden auch an die Schweiz geliefert? Antworten


christian klar

04.04.2012, 18:47 Uhr
Melden 56 Empfehlung 0

...und wie steht es mit schwarzgeld aus der schweiz auf österreichischen nummernkonten? Antworten



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