Sarkozy als Kapitalismuskritiker
Er kritisiert die Banker-Boni: Nicolas Sarkozy.
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18.25: Das System sei aus dem Ruder gelaufen, weil die Bankiers nicht mehr ihren eigentlichen Job gemacht hätten, meint Sarkozy. Er geht deshalb einig mit US-Präsident Barack Obama und dessen Vorschlägen zur Regulierung des Bankensektors.
18.20: Sarkozy gibt zudem einen Ausblick auf den französischen G8- und G20-Vorsitz im kommenden Jahr. Die Reform des Währungssystems werde im Zentrum dieser Präsidentschaft stehen, kündigt er an. Die Weltwirtschaft brauche ein stabiles Finanz- und Währungssystem, sagt der französische Präsident. «Ein neues Bretton-Woods-Abkommen ist nötig.» Sarkozy, dessen Ausführungen von einem Teil des Publikums stehend applaudiert wurden, kritisiert das Währungsdumping.
18.15: Sarkozy äussert sich über die Rolle der Banken in der Wirtschaft. «Sie haben in erster Linie die Aufgabe, die Unternehmen mit Krediten zu versorgen. Und nicht mit Geld zu spekulieren.»
18.10: In der Realität unternähmen viele Länder sehr wenig, sagt Sarkozy. «Die Bankiers versuchen sich aus der Verantwortung zu ziehen. In einigen Ländern wehren sie sich bis heute erfolgreich gegen strengere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften sowie gegen eine wirksamere Einlagensicherung.»
18.05: Es dürfe nicht sein, dass Leute, die Jobs vernichten, viel Geld verdienten. Es dürfe auch nicht sein, dass Banker, die Milliarden vernichten, exorbitante Boni erhielten, hält Sarkozy fest. Es brauche grundlegend neue Regeln für die Banken.
18.00: «Was für einen Kapitalismus wollen wir?» fragt Sarkozy. Es brauche einen freien Markt, aber auch Korrektive, die Exzesse des freien Markts verhindern. Man müsse die Wirtschaft so verändern, dass diese auch der Menschheit diene. «Es braucht eine kooperativere Form der Globalisierung.» Der Kapitalismus sei an bestimmte Werte gebunden, ohne die er nicht funktionieren könne.
17.55: «Ich bin nicht als politischer Leader gekommen, um jemanden zu belehren. Es geht darum, dass wir gemeinsam Lehren aus der Wirtschafts- und Finanzkrise ziehen», sagt Frankreichs Präsident zum Anfang seiner Rede. «Wir haben eine Krise der Globalisierung.»
17.50: WEF-Chef Klaus Schwab spricht einführende Worte und stellt den Eröffnungsredner Nicolas Sarkozy vor.
17.45: Das 40. Weltwirtschaftsforum in Davos steht unter dem Motto «Den Zustand der Welt verbessern: überdenken, umgestalten, erneuern». Im Zentrum der Diskussionen der Eliten aus Politik und Wirtschaft stehen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nicolas Sarkozy wird als erster Staatspräsident Frankreichs gemeinsam mit Bundespräsidentin Doris Leuthard das WEF mit einer Rede eröffnen. Dabei dürfte er sich für Fesseln für die Finanzindustrie stark machen, um weitere Exzesse der Banker zu verhindern.
17.30: Noch vor der Eröffnung des WEF sollten sich Bundespräsidentin Doris Leuthard und Finanzminister Hans-Rudolf Merz mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy treffen. Geplant war auch ein Treffen zwischen Merz und dem französischen Budgetminister Eric Woerth. Die Treffen auf höchster Ebene finden zu einem Zeitpunkt angespannter Beziehungen zwischen den beiden Ländern statt. Die Affäre um Daten der Privatbank HSBC hatten dazu geführt, dass der Bundesrat im Dezember beschloss, die Ratifizierung des neuen Doppelbesteuerungsabkommens mit Frankreich zu sistieren. (vin)
Erstellt: 27.01.2010, 19:37 Uhr
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