SMS sollen deutsche Steuerfahnder belasten

Deutschland will Bundesanwalt Michael Lauber offenbar überzeugen, den Haftbefehl gegen seine Steuerfahnder zurückzuziehen. Neu aufgetauchte SMS könnten die Beamten jedoch zusätzlich belasten.

Mit ihm wollten die Deutschen laut einem Bericht des «Spiegels» verhandeln: Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber im Bundeshaus. (Archivbild)

Mit ihm wollten die Deutschen laut einem Bericht des «Spiegels» verhandeln: Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber im Bundeshaus. (Archivbild) Bild: Keystone

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Das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» veröffentlicht in seiner Ausgabe von morgen Auszüge aus SMS an einen der drei deutschen Steuerfahnder, gegen die die Schweiz einen Haftbefehl erlassen hat. Die drei sollen für 2,5 Millionen Euro eine CD mit Kundendaten der Credit Suisse erworben haben, um deutscher Steuersünder habhaft zu werden.

Bei den SMS handelt sich es offenbar um Nachrichten, welche ein Mittelsmann einem der drei deutschen Steuerfahndern gesendet hatte. Dieser Mittelsmann hatte sich – so die Vermutung – bei den Steuerbehörden in Wupperstal gemeldet und die Daten gekauft. Eines der SMS enthält die Bitte um ein weiteres Treffen: «Schönen guten Morgen – Terminbekanntgabe für neues Treffen erwünscht. Wann und wo?».

«Daten bestellt oder nur gekauft?»

Entscheidend ist vor allem die Frage, ob die deutschen Steuerfahnder bei diesem Mittelsmann Daten nachbestellt haben, und nicht nur angebotene Daten gekauft. Ersteres wäre auch in Deutschland strafbar.

Laut Spiegel hat kürzlich ein deutscher Unterhändler beim Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber vorgesprochen, um die Angelegenheit irgendwie aus der Welt zu schaffen. Dem scheint nun nicht so zu sein, vielmehr scheint Lauber zu hoffen, dass die SMS sowie eine vom «Spiegel» nicht genauer bezeichnete Zeugenaussage die deutschen Behörden zum Handeln zwingen. (mw)

(Erstellt: 08.07.2012, 10:30 Uhr)

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