Schweiz

SBB verlieren erstmals Passagiere

Aktualisiert am 02.09.2012 105 Kommentare

Jahrelang stiegen die Passagierzahlen der SBB. Doch im ersten Halbjahr mussten die Bundesbahnen zum ersten Mal einen Rückgang verzeichnen. Verkehrsverbände machen die hohen Preise dafür verantwortlich.

Sind die Preise der SBB zu hoch? Ein Zug fährt im Bahnhof Lausanne ein. (Archivbild)

Sind die Preise der SBB zu hoch? Ein Zug fährt im Bahnhof Lausanne ein. (Archivbild)
Bild: Martin Ruetschi/Keystone

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Die SBB konnten stets mit höheren Passagierzahlen und -kilometern aufwarten. Zum ersten Mal mussten die Bundesbahnen nun aber einen Rückgang eingestehen: Die Transportleistung im Personenverkehr ist im ersten Halbjahr 2012 auf 8,585 Milliarden Personenkilometer gesunken.

Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 1,6 Prozent. In früheren Jahren war die Transportleistung jeweils zwischen zwei und zehn Prozent gewachsen. Die SBB bestätigen gegenüber der «SonntagsZeitung», dass «die Passagierzahlen zurückgegangen sind». Sprecher Daniel Bach macht die Tourismuskrise verantwortlich. Man habe deutliche Einbussen im Freizeitverkehr.

Zurück zum Auto?

Verkehrsverbände machen dagegen die gestiegenen Preise verantwortlich. «Die Schmerzgrenze ist erreicht.» Die Leute würden in gewissen Situationen wieder das Auto statt die Bahn nehmen, sagt VCS-Präsidentin Franziska Teuscher und sieht die Verlagerung des Personenverkehrs auf die Bahn in Gefahr.

Sie fordert deshalb, dass Verkehrsministerin Doris Leuthard ihre Verkehrspolitik überdenkt und dem ÖV wieder mehr Geld zur Verfügung stellt. Denn die für die nächsten fünf Jahre angekündigten Tariferhöhungen von gegen 20 Prozent müssten verhindert werden.

Erstellt: 01.09.2012, 23:26 Uhr

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105 Kommentare

Hanspeter Jost

02.09.2012, 00:16 Uhr
Melden 257 Empfehlung 0

Die hohen Preise sind das eine. Das überrissene Bussenwesen etwas anderes. Wenn zigtausende wegen "falscher" Billette an die Kasse kommen, stimmt was nicht. Wer die Strecke von A nach B (via C, D oder E) nicht kennt und keine Busse riskieren will und deshalb zum Schalter geht, wird noch angemacht: "Wenn Sie lieber Schlange stehen". Es gibt viele, denen ist das zu blöd. Schluss mit der Abzockerei. Antworten


Dan Horber

01.09.2012, 23:39 Uhr
Melden 169 Empfehlung 1

Das ist doch Unsinn: Ich bin zwar überzeugter Autofahrer, doch die SBB sind in jedem Fall günstiger als das Auto. Und wenn ich von Zürich nach Bern (oder umgekehrt) will, ist die Bahn einfach das bequemere Verkehrsmittel. Ich sehe das Problem eher in der chronischen Überlastung einiger Züge. Antworten



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