Schweiz

Polizei kämpft mit der Technik der Drohnen

Aktualisiert am 23.09.2009

Eigentlich wollen die Schweizer Polizeikorps in Zukunft heikle Situationen auch aus der Luft beobachten können. Allein, es klappt noch nicht, wie gewollt.

Wird auch in der Schweiz bald vermehrt eingesetzt werden: Drohne zur Überwachung aus der Luft.

Wird auch in der Schweiz bald vermehrt eingesetzt werden: Drohne zur Überwachung aus der Luft.
Bild: Keystone

Die kantonalen Polizeikommandanten haben an ihrer 100. Jahresversammlung in Luzern aktuelle Themen der Sicherheit diskutiert. Zur Diskussion steht bei der Polizei auch der Einsatz neuer technischer Hilfsmittel wie Drohnen, die teilweise bereits für die Verkehrsüberwachung verwendet werden. Möglich wäre laut Hensler auch die Nutzung von Minidrohnen zur Bekämpfung der Gewalt bei Sportveranstaltungen oder beispielsweise beim 1. Mai in Zürich.

Allerdings kämpft man zurzeit noch mit technischen Mängeln der Drohnen. Fliegen sie zu hoch, sind die Bilder unscharf. Fliegen sie zu tief, können sie mit Wurfgeschossen ausser Gefecht gesetzt werden.

Wahrung der kantonalen Hoheit

An der Jahresversammlung nannte der abtretende Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS), Beat Hensler (Kapo LU), die aktuellen Themen zur Sicherheitsarchitektur der Schweiz: Es sind unter anderem die Aufgabenteilung mit der Armee, die Organisation der Bahnpolizei und die Stellung der Grenzpolizei. In der Frage der organisatorischen Einbettung der Bahnpolizei herrscht laut Hensler noch kein Konsens. Zum Grenzwachtkorps meinte er, es habe mit «Schengen» Aufgaben erhalten, die in die Kompetenz der Polizei fallen. Entschieden wandte er sich gegen Bestrebungen, das Grenzwachtkorps zu einer Art Bundespolizei zu machen.

Die St. Galler Polizeidirektorin Karin Keller-Sutter schilderte in ihrem Referat die derzeitige Situation der Polizeikorps mit der städtischen 24-Stunden-Gesellschaft, der Zunahme der Gewaltdelikte, internationalen Verträgen, der vernetzten Kriminalität und ihrer neuen Formen.

Obwohl die Kantone bereits daran sind, ihre Strukturen zu verbessern, besteht laut Keller-Sutter weiterer Optimierungsbedarf. Dazu gehörten etwa die Polizeinformatik, die Bekämpfung von Hooligans und die Sicherheitsarchitektur. Dabei sei aber die kantonale Polizeihoheit zu wahren.

Segmüller will mehr Polizisten

CVP-Nationalrat Pius Segmüller warf den Kantonen laut Redetext allerdings vor, zu wenig gegen Notfälle vorzukehren, weil sie im Ernstfall das Militär zu Hilfe rufen könnten. Wer zuständig sei, solle auch über die notwendigen Mittel verfügen - zur Verkehrsüberwachung werden heute Drohnen der Armee verwendet.

Segmüller plädierte für eine starke Anhebung der Polizeibestände. Die Überlastung der Polizisten demotiviere und verhindere, dass Polizeikräfte neben der Intervention auch präventive Aufgaben wahrnähmen. Damit schwinde das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und die Polizei entfremde sich vom Bürger.

Die KKPKS hielt am Mittwoch in Luzern ihre 100. Jahresversammlung ab. Gegründet wurde die Konferenz allerdings schon 1896, sie ist also effektiv 113 Jahre alt. Nachfolger von Beat Hensler an der Spitze der KKPKS ist der Freiburger Polizeikommandant Pierre Nidegger. (cpm/sda)

Erstellt: 23.09.2009, 13:39 Uhr

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