Schweiz

Paris ist gegen Steuerdeal mit der Schweiz

Aktualisiert am 17.11.2011 34 Kommentare

Eveline Widmer-Schlumpf hat in Paris ihren französischen Amtskollegen getroffen. Dabei erteilte François Baroin einem möglichen Steuerabkommen zwischen den beiden Ländern eine Absage.

Zurzeit in Paris: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf (Archivbild)

Zurzeit in Paris: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf (Archivbild)
Bild: Keystone

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Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat heute in Paris ihren französischen Amtskollegen François Baroin getroffen. Baroin erteilte dabei einem möglichen Steuerabkommen zwischen den beiden Ländern eine Absage.

Die Voraussetzungen für ein Abkommen, wie es die Schweiz bereits mit Deutschland und Grossbritannien unterzeichnet hat, seien zurzeit nicht gegeben, sagte Baroin am Rande des Treffens zur Nachrichtenagentur afp.

Umsetzung des Doppelbesteuerungsabkommens

Die Abkommen sehen für Steuerzahler aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich eine rückwirkende Pauschalbesteuerung ihrer bei Schweizer Banken gelagerten Vermögen vor. Die Parlamente der Schweiz, Deutschlands und Grossbritanniens müssen den Vereinbarungen aber noch zustimmen.

Widmer-Schlumpf und Baroin erörteten bei ihrem Treffen auch die Umsetzung des bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda wollten weder das EFD noch das französische Ministerium weitere Angaben dazu machen.

Widmer-Schlumpf befremdet über Sarkozys Bemerkung

Gemäss einer Mitteilung des EFD äusserte Widmer-Schlumpf gegenüber Baroin im Rahmen der Gespräche ihr «Befremden über die jüngsten französischen Äusserungen an der steuerlichen Zusammenarbeit der Schweiz».

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schweiz am G- 20-Gipfel Anfang November in einem Atemzug mit Steueroasen wie Barbados, Antigua oder Panama genannt. Die Schweiz hatte wegen diesen Äusserungen bereits den französischen Botschafter in Bern einbestellt.

Nach den Aussagen Sarkozys hatte Bern von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Rückendeckung erhalten. Diese bescheinigte der Schweiz, in Steuerfragen wichtige Fortschritte erzielt zu haben.

Es sei schade, dass Sarkozy die Schweiz als Steueroase bezeichnet habe, denn dies sei sie heute nicht mehr, hatte Pascal Saint-Amas von der OECD dazu erklärt. (wid/sda)

Erstellt: 17.11.2011, 20:54 Uhr

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34 Kommentare

Philippe Calle

17.11.2011, 19:16 Uhr
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Steueroase Frankreich : Man sollte auch den Möchtegern-Napoleon befragen, wieso dass die höheren Beamten des Finanzministeriums schwarz in die Kasse greifen dürfen. Denn sie bezahlen sich steuerfreie Prämien, die nie kein Parlament bewilligt hat. Und auch wieso dass die im Finanzministerium Angestellten, mit gleichem Dienstrang und -alter, 25% mehr Lohn als die Beamten anderer Ministerien bekommen Antworten


Patrick Le Cloarec

17.11.2011, 20:11 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Politisch sehr ungeschickt... Vorausgesehen, Schweizer Arbeitgeber "fürsorglich" und "verantwortungsbewusst" mindestens 35000 Waggis und Konsorten beschäftigen, welchen ansonstens arbeitslos wäre...
Ob wir Schweizer Bürger in Grenzgebiet stellenlos sind, interessiert sich weder BR Eveline Widmer-Schlumpf, noch die Schweizer Wirtschaft oder die bestimmenden Cüpli-PolitikerInnen...
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