Neues Ungemach für Schweizer Diplomatie

Aktualisiert am 01.10.2009

Im Departement für auswärtige Angelegenheiten von Micheline Calmy-Rey muss man sich erneut gegenüber einem anderen Staat rechtfertigen. Diesmal ist es Kroatien.

Stein des Anstosses: Sänger Marko Perkovic Thompson.

Stein des Anstosses: Sänger Marko Perkovic Thompson.

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Thompson-Konzert vom September 2007

Das kürzlich vom Bundesamt für Polizei ausgesprochene Einreiseverbot für den ultranationalistischen kroatischen Sänger Marko Perkovic alias Thompson führt zu diplomatischen Spannungen zwischen der Schweiz und Kroatien. Kroatien hat den Schweizer Botschafter einbestellt, um gegen den Entscheid zu protestieren.

Dabei bat Kroatien die Schweiz, den Entscheid für die Einreisesperre zu überdenken, wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt. In der diplomatischen Note vom Donnerstag gibt Kroatien zu bedenken, dass Perkovic in keinem Staat gesucht werde - geschweige denn verurteilt worden sei.

EDA nimmts «zur Kenntnis»

Das Aussendepartement EDA bestätigte am Donnerstagabend, dass der Schweizer Botschafter ins kroatische Aussenministerium bestellt worden sei. «Wir nehmen die Haltung Kroatiens zur Kenntnis», sagte EDA-Sprecher Adrian Sollberger.

Verantwortlich für das Einreiseverbot ist das Bundesamt für Polizei (fedpol). Dieses hatte am 29. September verfügt, dass Perkovic nicht in die Schweiz einreisen darf. Das für den 3. Oktober angekündigte Konzert im «Froschkönig» in Kriens LU wurde damit abgesagt.

Hetzerische Texte

Ausschlaggebend für den Entscheid des fedpol waren neue Erkenntnisse des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP): Perkovic ist für hetzerische Texte und die Verherrlichung der kroatischen Faschisten (Ustascha) bekannt. Die Luzerner Behörden hatten sich juristisch ausserstande gesehen, das Konzert zu verhindern. (cpm/sda)

Erstellt: 01.10.2009, 21:26 Uhr

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