Minelli: Notfalls bis vors Bundesgericht
Aktualisiert am 04.04.2009 49 Kommentare
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Wenn ein gesunder Mensch sterben wolle, so stünde ihm heute «vermutlich nur eine grausame Methode mit dem Risiko des Scheiterns im Verhältnis 49 zu 1 zur Verfügung», sagte Minelli am Samstag in der Sendung «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS. «Das ist kein praktikables Recht.»
Er habe deshalb beim Zürcher Kantonsarzt einen Antrag auf eine so genannte Feststellungsverfügung gestellt, sagte Minelli. In der Verfügung hätte stehen sollen, dass ein Arzt auch einer gesunden Person ein Rezept schreiben darf, mit welchem ein begleiteter Suizid mit Dignitas durchgeführt werden kann. Mit dem Antrag blitzte er allerdings ab. Jetzt will Minelli notfalls bis vors Bundesgericht gehen, so der Dignitas-Chef.
Dignitas stand bereits mehrfach in der Kritik, weil sie nicht- sterbenskranke Menschen in den Tod begleitet hatte. Auch wurde der Organisaton vorgeworfen, etwa bei ausländischen Personen, nicht genügend Abklärungen zu treffen. Schwierigkeiten bekam Dignitas auch, weil sie Suizidbegleitung in Wohnquartieren durchführte. (cpm/sda/)
Erstellt: 04.04.2009, 20:25 Uhr
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49 Kommentare
Komisch das das der grund sein soll um sich das Leben zu nehmen. Hoert sich wie Romeo und Julia an. Wir haben doch alle eine Liebe... Und wehn das die Erde sein soll (Geld, Ehe, und materieles zeug) dan weren alle Leute mindestens in einem jahr tot. Vieleicht haette die neue generation wirder platz zum spielen. Damit meine ich Kinder wie Ich. Antworten
was soll das ganze gerede. jeder mensch muss einmal diese bühne verlassen, dafür braucht er keinen anderen. jeder muss alleine sterben , aber jeder sollte in seiner letzten stunde einen liebevollen menschen an seiner seite haben. haben wir verlernt wie das geht`? Antworten
Wer die Disziplin "Toleranz" beherrscht wird niemals das subjektive Bedürfnis eines Sterbewilligen bekritteln, weil ihm die übersinnliche Befähigung fehlt in der Seele =die Summe sinnlich nicht wahrnehmbarer innerer Erlebnisse des betroffenen Menschen, l e s e n zu können. Wer dennoch toleranzlos kritisiert steht im Verdacht in subjektiver Willkür, Sterbewillige zu bevormunden.Egon Stein,Meggen Antworten
@ Markus Frey: Ok, vielleicht tun einige das ja. Aber ich bin der Meinung dass der Todeswunsch undiskutabel persönlich ist. Es ist missionarisch, anderen in diesem Moment grundsätzlich "Hilfe" aufzudrängen und einen sanften Tod verhindern zu wollen. Es gibt halt keine allgemeine Richtlinie, wann ein Todeswunsch angemessen ist. Dagegen: jemandem zu helfen,der Hilfe tatsächlich will, ist immer gut. Antworten
@Frau Barrueto: Woher wissen Sie, "dass die, die sich so sehr über den Sterbewunsch anderer aufregen, sich nicht für solche Menschen engagieren, die ein besseres Leben haben WOLLEN aber nicht können"??? Ich kenne viele Menschen mit sehr hohem diesbezüglichem Engagement. Nach meiner Beobachtung ist gerade unter ihnen die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe besonders hoch und unmissverständlich! Antworten
Ein schwieriges Gebiet, weil Menschen ja zutiefst emotional sind (mehr als sie selber glauben). Man überwindet Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte und entdeckt dann doch, dass das Leben weiter geht und gar nicht mal so schlecht. Wir Menschen sind sehr anpassungsfähig. Der Tod ist endgültig, Leben ist doch eigentlich eine Chance. Suizid sollte keine Kurzschlusslösung sein, bitte nicht! Antworten
Leider hat auch die BBC das von mir gegebene Interview teilweise so geschnitten, dass die Hörer das Gegenteil dessen verstehen mussten, was ich gesagt habe. Heutige Medien haben in dieser Hinsicht keine Skrupel mehr. Wenn nur der Hype funktioniert... Zur Frage Kosteneinsparung: Offen über Suizid reden können mit Menschen, die an Tod denken, kann Suizidversuche vermeiden. Dadurch sinken Kosten. Antworten
Das ganze ist doch reine Geldmacherei und dient nur einer Person, nämlich diesem arroganten scheinheiligen und über alles erhabenen Herr Minelli! Wenn ich mich auf, wenn man so sagen kann, "schöne Art" umbringen will, dann mache ich das selber. Mit der gleichzeitigen Einnahme von 3 verschiedenen potenten Medikamenten, über Internetapotheke erhältlich, ist das möglich und zudem sehr billig! Antworten
Nicht der Freitodwunsch ist das Problem, sondern die Inkonsequenz dies auch selber zu tun. Es ist doch irgendwie feige, dass anderes dies für sie erledigen müssen. Warum verabschieden die Leute sich nicht von ihrem Umfeld und verweigern einfach das Trinken im Bewusstsein, dass dies für sie den Tod bedeutet. Das bräuchte aber Mut und gefestigte Überzeugung. Antworten
Stimme voll und ganz mit Adrian Brun überein. Ist es denn heute noch nötig, dass man sich vor einen Zug wirft, sich von einer Brücke stürzt oder ein Kugel in den Kopf jagt..... denken sie einmal an all die "unbeteiligten" Leute, die durch diese Vorgehensweise in die ganze Sache reingezogen werden. Wer gehen will, soll das in Würde und ohne Scham tun können. Antworten
Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine sogenannte Rechtsinstanz mit subjektiv interpretierten Richterbehauptungen die sie ohne Wahrheitsbeweis als Urteile verkaufen, über die zentral-biologische Selbst-entscheidung eines Menschen zu befinden sich das Recht anmassen. Sterbehilfe ist die Domäne der Seelsorge und nicht der Justiz. Selbstbestimmung heisst nicht Fremdbestimmung.Egon Stein,Meggen Antworten
Verstehe nicht weshalb all die, die sich so sehr über den Sterbewunsch anderer aufregen, sich nicht für solche Menschen engagieren, die ein besseres Leben haben WOLLEN aber nicht können. Da könnten sie tatsächlich etwas bewirken, ohne jemanden zu bevormunden. Es ist billig einfach nur zu kritisieren und Ethik vorzuschieben, anstatt konstruktiv an etwas zu arbeiten das wirklich hilft. Antworten
Zitat: "Dignitas stand bereits mehrfach in der Kritik, weil sie nicht- sterbenskranke Menschen in den Tod begleitet hatte." Stimmt, aber auch positive Kritik, weil Minelli ein Kämpfer für das Menschenrecht auf ein selbstbestimmmtes Lebensende in Würde ist! Dafür wird Minelli in ein 20-30 Jahren geehrt werden. Niemand wird dann mehr verstehen, dass man Menschen ein zwang, sich grausam umzubringen Antworten
Ich hoffe sehr, dass die Schweiz endlich die menschenverachtende aktive Sterbehilfe stoppt. Aber ein weiterer Schritt gehört unbedingt dazu: ich denke, es ist ein Riesenfehler, wenn wir die Frage nach dem Lebenssinn a) an das Lebensende verbannen und b) sie mit Nützlichkeitsaspekten verbinden. Sie gehört als zentraler Baustein der Persönlichkeitsbildung in die ersten Lebensjahrzehnte hinein. Antworten
Man kann hier diskutieren, wie man will: Tatsache ist, dass sich über 1000 Menschen in der Schweiz das Leben nehmen und oft auf grausamste Weise. Ich kennen einen Zugführer, der nicht mehr fahren kann, weil vor seinem Zug sich jemand hingeworfen hat, ebenso so hässlich, die andere Selbsttötungen. Da ist so ein begleiteter Freitod eine wirklich "humanere" Art, aus dem Leben zu scheiden. Antworten
Der Körper und der Geist gehören nicht dem Staat. Jeder kann mit sich selber machen was er will, solange er nicht andere schadet. Das Thema würde sicherlich sachlicher behandelt werden, wenn es nicht mit der Person Minelli verquickt wäre. Mich stört die Art von Herr Minelli. Wie kann man in der Sache so sturr sein? Mir sind persönliche Berichte bekannt über Sterbebegleitungen in Wohnquartiere!? Antworten
Es ist schon komisch: in unserem so genannt christlichen und humanistischen Europa wird der Wunsch nach dem freiwillige Tod über das Leben gestellt. Wir wenden uns von einer lebensbehandenden zu einer lebensfeindlichen Gesellschaft. Diese lebensvernichtende Einstellung wird sich einmal selbst ausradieren, während andere Menschen aus Afrika und Asien unseren Platz einnehmen werden. Antworten
Zu diesem Thema sehr empfehlenswert das Buch von Jean Améry "Hand an sich legen" - Diskurs über den Freitod. Daraus ein Abschnitt: "Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen gestört oder verstört. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muss wie von den Masern ...... Der Freitod ist ein Privileg des Humanen Antworten
Mein Leben gehört mir, nicht dem Staat, nicht den Psychologen, nicht den Aerzten, nicht irgendeiner Religion und schon gar nicht der Gerichtsbarkeit. Entscheidet sich ein Mensch aus dem Leben zu scheiden, ist das seine Sache. Natürlich ist das eine schwierige Sache. Schlussendlich ist das Recht des Einzelnen in diesem Fall höher zu gewichten als die Moralvorstellungen Dritter. Antworten
Was für eine arrogante Bevormundung, was für ein heuchlerischer Reflex, über einen anderen Mitmenschen zu urteilen, ob dieser sterben darf oder nicht! Ich will sterben können wann ich will, und zwar in Würde (bei vollem Verstand, mit professioneller Unterstützung). Antworten
Ich empfehle Herrn Minelli dringend sein freiwilliges Ausscheiden aus dem Leben zu prüfen. Auch so werden uns viele Kosten erspart, die dank Dignitas, beim Tod von Sterbetouristen bei Justiz, Polizei etc. anfallen und von der Schweiz getragen werden müssen. - Leider wird er uns aber dann nicht mehr sagen können, wieso er so für den Tod schwärmt. Antworten
Mutter Theresa von Kalkutta hat bei ihrem New York Besuch gesagt, dass die Aermsten der Armen in der westlichen Welt leben. In Afrika und Indien sind einige Leute materiell so arm, dass sie auf der Strasse leben, leiden und sterben. Dass solche Leute Sterbehilfe wünschten, wurde meines Wissens nie thematisiert. Wir sind die Aermsten der Armen, weil unsere Gesellschaft im Geistigen verarmt ist. Antworten
es erinnert mich an das movie soylent green (mit schauspieler u.a.charlton heston) früher oder später, wird sich dies zu einer standardisierten swiss_only_dienstleistung etablieren. link: http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen Antworten
Ich bin für Euthanasie, auch aktive Sterbehilfe. Es ist schon genug erschwert und es sind solche Geschichten wie diese hier, welche die ganze Sache politisch und moralisch erschweren! Die 70-Jährige ist gesund genug um sich selber zu killen, weshalb muss da Dignitas aktiv mithelfen? Antworten
@Richard Hennig Teil2: Interessant zu sehen, dass es immer noch Leute wie Sie gibt, die Psychologen als unfehlbare Allesheiler betrachten, die, irgendwie, jede Macke 'reparieren' kann. Sehen Sie bitte ein, dass es gebrochene Leute gibt, denen diese Welt keine Freude mehr bereitet. Antworten
An alle Gegner von der Sterbehilfe und befürworter von Todesstrafen: Woher nehmt Ihr euch das Recht her zu entscheiden ob ein andere Mensch zu leben hat oder nicht? Woher nehmen sich gewissen Menschen überhaupt das Recht über ein Schicksal eines anderen Menschen zu entscheiden? Antworten
@Richard Hennig; Sie gehen spazieren. Es ist ein wunderschöner Sommertag. Zufälligerweise führt Ihr Weg unter einer Brücke durch und gerade als Sie innehalten wollen um über die verwitterte Beschaffenheit des Betons zu sinnieren, schlägt neben ihnen der Körper eines Menschen auf, welcher Tage zuvor sein Unverständnis über das Verbot der Sterbehilfe mit seinem Psychologen diskutierte. Antworten
Ich betrachte den Vorstoss von Dignitas als im Interesse vieler vermeintlich "gesunder" Menschen. Ich selber bin 60 und IV-Rentner, also invalid (=wertlos). Zahlreiche gesetzliche Bestimmungen verhindern den Wiederaufbau eines selbstbestimmten menschenwürdigen Lebens. Ich lebe wie im "offenen Strafvollzug", Behörden bestimmen mein Leben von A-Z. Soll ich mir das für weitere 10 bis 30 Jahre antun? Antworten
Auch ich finde diese Idee unakzeptabel. Mit Hilfe eines guten Psychologen, wird auch diese gesunde Frau verstehen, dass es eine schönes Leben nach der Trennung vom geliebten Partner geben kann. Deshalb muss solch ein Vorgehen umbedingt verboten werden. Antworten
Die freiwillige Sterbehilfe ist definitiv eine gute Sache! Einerseits soll es jedem frei stehen, sein Leben zu beenden, andererseits natürlich ohne Drittpersonen dadurch in Mitleidenschaft zu ziehen, wie zum Beispiel einen Lokführer. Chapeau zu den Leuten, welche sich zu diesem letzten Schritt entscheid. Es zeigt einen Willen, welcher nicht nur aus Selbstverzweiflung und Spontanität entspringt. Antworten
Ob man und in welcher Situation man über sein eigenes Leben entscheiden darf, sollte man diskutieren. Diskussionslos unsinnig ist das Vorgehen von Dignitas: Man lässt keine Möglichkeit aus, der Welt den Eindruck zu vermitteln, dass man in der Schweiz jedem und jeder in den Tod begleitet. Das wird zu heftigen Reaktionen führen, die uns dann wieder einschränken. Man sollte von den Banken lernen! Antworten
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Egon Stein
noch einmal,die "Mutigen"behaupten die Sterbewilligen würden aus mangelnder Courage,fremde Hilfe benötigen und somit andere Belasten.1.Haben die Kritiker die Courage ihren eigenen kranken Zahn selbst zu ziehen? 2.Ist für die leidvolle Sterbebegleitung über Jahre keine Fremde Hilfe nötig und kostenlos?Theorie und Praxis sind zweierlei,diese Erkenntnis wächst leider erst in eigener Not.E.Stein Megg Antworten