Messflüge nahe der Schallgrenze
Von Martin Läubli. Aktualisiert am 24.03.2011 7 Kommentare
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Es ist im Katastrophenfall entscheidend, Zeit zu gewinnen. Und wenn es sich um ein Ereignis wie dem AKW-Unfall in Japan handelt, ist es vorteilhaft, über die Radioaktivität in der Luft Bescheid zu wissen, bevor der Regen gefährliche Radionuklide wie Cäsium-137 oder Jod-131 aus der Atmosphäre ausgewaschen hat.
Es gibt zwar laut der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) keine Anzeichen dafür, dass in den nächsten Tagen Höhenströme radioaktive Partikel aus dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi nach Europa wehen werden. Trotzdem hat die Schweizer Luftwaffe gestern Mittwoch erstmals im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eine TigerF-5F/E auf 6000 Meter Höhe geschickt, um im Raum Ostschweiz und über Basel die Radioaktivität zu messen. Heute gibt es laut BAG einen weiteren Flug – einen nächsten am Freitag.
Flüge vorgezogen
Diese Sonderflüge bedeuten jedoch nicht, dass die Behörden mit dem Schlimmsten rechnen. «Wir können nach wie vor den Worst Case nicht definieren, weil wir zu wenig über die Verhältnisse in Japan wissen», sagt Werner Zeller, Leiter Abteilung Strahlenschutz des BAG. Einigermassen zuverlässig lassen sich nur die aktuellen Zugbahnen der Luftpakete berechnen, doch bei mehrtägigen Prognosen sind die Behörden auf Computermodelle mit Unsicherheiten angewiesen. So bleibt dem Bundesamt für Gesundheit nur übrig, Tag für Tag Luft und Boden aufmerksam zu beobachten. Aus diesem Grund wurden die Tiger-Flüge, die ordentlich für den April geplant waren, vorgezogen. Grundsätzlich sind jährlich sechs solcher Flüge geplant, um regelmässig die radioaktive Hintergrundkonzentration in der Atmosphäre zu messen. Nur dank diesen Basiswerten können Schwankungen durch künstlich erzeugte Radioaktivität wie derzeit durch das japanische AKW erkannt werden.
Messflüge seit den Sechzigerjahre
Normalerweise fliegen die Tiger mit einer Geschwindigkeit von rund 900 Kilometern pro Stunde und sammeln dabei mithilfe von speziellen Auffangvorrichtungen unter den Flügeln Luftpartikel. Im Labor zum Beispiel in Spiez wird dann die gefasste Luft mittels Gamma-Spektrometer analysiert. Die meisten Radionuklide wie Cäsium entlassen beim Zerfall charakteristische Gamma-Strahlen.
Messflüge wurden bereits Mitte der Sechzigerjahre durchgeführt. Sie gehören seither zum schweizerischen Überwachungsnetz für die Radioaktivität, das in den Fünfzigerjahren aufgebaut wurde. Grund dafür waren die zahlreichen Kernwaffentests weltweit, welche die Radioaktivität in der Luft, am Boden und in den Pflanzen stark ansteigen liessen. Heute besteht die Überwachung neben den Luftmessungen aus einem Bodenmessnetz des Nuklearsicherheitsinspektorats in der Umgebung der AKW und über 60 Messstellen der NAZ schweizweit, die automatisch Alarm auslösen, sobald am Boden ein Schwellenwert für Radioaktivität überschritten ist. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.03.2011, 23:33 Uhr
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7 Kommentare
Genau in die gleiche Richtung wie Hugo Räber wollte ich auch< röhren">. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit: Man will doch das Spielzeug ausprobieren. Egal ob es gerade passte. Da fiel auch mal
ein Blumentopf vom Fenstersims der Nachbarin. Oder es kostete ein paar Fensterscheiben weil die selbstgebastelte 1.Augustrakete nicht stieg und am Boden detonierte. Dann war aber genug des Spieles!!!
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