Mehrheit ist gegen SVP-Initiative

Die Durchsetzungsinitiative verliert zunehmend an Boden: Dies zeigt eine neue Umfrage von «20 Minuten».

Klare Fronten: Im Zürcher Hauptbahnhof steht ein Mann vor zwei Plakaten, die für respektive gegen die Durchsetzungsinitiative werben.

Klare Fronten: Im Zürcher Hauptbahnhof steht ein Mann vor zwei Plakaten, die für respektive gegen die Durchsetzungsinitiative werben. Bild: Keystone

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Wäre Mitte Februar über die Durchsetzungsinitiative abgestimmt worden, hätten die Stimmberechtigten das Begehren verworfen. In einer gewichteten Onlineumfrage von «20 Minuten», bei der die Angaben von 34'389 Teilnehmern aus der ganzen Schweiz ausgewertet wurden, sagen 52 Prozent Nein und 4 Prozent eher Nein. 38 Prozent sagen Ja, 5 Prozent eher Ja. Ein Prozent ist noch unentschieden. Die Initiative, über die am 28. Februar abgestimmt wird, büsst damit kontinuierlich an Zustimmung ein, wie es oft im Verlauf von Abstimmungskämpfen der Fall ist. So sagten in der ersten Welle der Umfrage Anfang Januar 61 Prozent Ja und 36 Prozent Nein. Bei der zweiten Welle Ende Januar waren noch 51 Prozent für die Initiative und 48 Prozent dagegen. Und nun sagt die Mehrheit Nein.

Während die Initiative in der Deutschschweiz (42 Prozent Ja) und in der Romandie (40 Prozent Ja) auf etwa gleich viel Zuspruch stösst, stimmen im Tessin über 50 Prozent zu. Im Südkanton konnten nur Angaben von 1172 Personen ausgewertet werden. Das sind zu wenig für eine repräsentative Aussage. Ja zur ei­genen Initiative sagen SVP-Anhänger (91 Prozent). Klar tiefer liegt der Ja-Anteil bei Wählern von FDP (29 Prozent), CVP (27 Prozent) und SP (12 Prozent).

54 Prozent Ja zur Gotthardröhre

Schwindend ist die Zustimmung auch bei der Abstimmung zur zweiten Gotthardröhre. Laut der aktuellen Umfrage stimmen noch 54 Prozent der Befragten dem Projekt zu, 42 Prozent lehnen es ab. Bei den ersten beiden Befragungswellen sagten jeweils 58 Prozent und 56 Prozent Ja. Klar am niedrigsten ist die Zustimmung zur zweiten Gotthardröhre mit 41 Prozent in der Romandie, im Vergleich zu 57 Prozent Ja in der Deutschschweiz und einer klaren Mehrheit im Tessin.

Ein knappes Abstimmungsresultat zeichnet sich bei der CVP-Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe ab. 49 Prozent sagen Ja, 45 Prozent Nein. Auch hier nimmt?die Zustimmung fortlaufend ab; bei der ersten Welle sagten 63 Prozent Ja, bei der zweiten noch 61 Prozent. Die Ini­tiative stösst in der Romandie (52 Prozent Ja) und im Tessin (über 50 Prozent Ja) auf mehr Zustimmung als in der Deutschschweiz (48 Prozent Ja). Die Juso-Initiative gegen Nahrungsmittelspekulation befürworten schliesslich 39 Prozent, 46 Prozent lehnen sie ab. Bemerkenswert hoch ist mit 15 Prozent der Anteil der noch Unentschlossenen.

Durchgeführt wurde die Umfrage von den Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen. Ursprünglich teilgenommen haben 41'989 Personen. Davon wurden 7600 nicht berücksichtigt, weil bei diesen der Verdacht bestand, dass bei der Eingabe der Personendaten (wissentlich oder unwissentlich) unzutreffende Angaben gemacht worden sind. Die bereinigten Daten wurden anschliessend nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Der maximale Fehlerbereich liegt bei 1,1 Prozentpunkten. Heute präsentiert das Forschungsinstitut GFS Bern seine zweite Umfragewelle zu den Abstimmungen. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 17.02.2016, 07:48 Uhr)

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