Schweiz

Maurer streicht noch mehr Stellen

In der Armee verschwinden bis Ende 2011 weitere 270 Arbeitsplätze. Das Personal fordert Bundesrat Ueli Maurer auf, dabei auf Entlassungen zu verzichten – aus gutem Grund.

Personalabbau als Herausforderung: Armeechef Blattmann wurde am 25. Februar von Bundesrat Maurer vorgestellt.

Personalabbau als Herausforderung: Armeechef Blattmann wurde am 25. Februar von Bundesrat Maurer vorgestellt.
Bild: Keystone

«Vermeidung zusätzlicher Arbeitslosigkeit», lautet zwar eins der Oberziele, das sich der Bundesrat im Zusammenhang mit dem jüngsten Konjunkturpaket gesetzt hat. Doch nun zeigt sich, dass auch der Bund in den nächsten Monaten Arbeitsplätze streichen muss: Armeechef André Blattmann hat diese Woche angekündigt, dass bei der Armee bis Ende 2011 weitere 270 Stellen wegfallen werden. «Entlassungen können dabei nicht ausgeschlossen werden», bestätigte Armeesprecher Christian Burri gestern zu einem Bericht von Schweizer Radio DRS.

Umstrukturierung bereits im Gange

Anders als in der Privatwirtschaft hat dieser Abbau indes nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun. Vielmehr ist er Teil einer grossen Restrukturierung, die der Bundesrat 2004 aufgegleist hat: Er machte der Armee damals die Vorgabe, die Zahl der Stellen von 11'500 auf 9000 zu reduzieren. Von diesen 2500 Stellen wurden bis heute 1800 abgebaut. Weitere 270 kommen nun in den nächsten Monaten dazu, vor allem in den Führungsstäben der Armee sowie bei der militärischen Sicherheit.

Damit wird aber noch nicht Schluss sein. Zwischen 2012 und 2015 wird die Armee nochmals rund 500 Stellen verlieren, dann vor allem in den Zeughäusern und bei der Informatik-Infrastruktur. Dieser Abbau hätte eigentlich schon längst stattfinden sollen. Doch weil es bei der Ausrüstung grosse Probleme gab und die Truppen bisweilen ohne ihr Material dastanden, wurde der Schritt verschoben.

Test für Maurers Sozialpartnerschaft

Für den Abbau verantwortlich ist nun zum ersten Mal Verteidigungsminister Ueli Maurer. Die Verhandlungsgemeinschaft für das Bundespersonal (VGB) spricht denn auch von einem ersten Test für die Sozialpartnerschaft des SVP-Bundesrats. Dessen Verteidigungsdepartement (VBS) versprach gestern, man werde alles versuchen, um Entlassungen zu vermeiden und in Härtefällen zu helfen: Für Frühpensionierte existiert ein Sozialplan, Stellenlose werden noch während sechs Monaten unterstützt, und Mitarbeiter über 55, die mehr als 20 Jahre für die Armee tätig waren, geniessen einen Kündigungsschutz.

Das Personal will aber mehr. «Der Abbau muss ohne Entlassungen vonstatten gehen», fordert VGB-Präsident Hans Müller. In einem so grossen Departement wie dem VBS müsse es möglich sein, die Stellenreduktion über Umschichtungen und die natürliche Fluktuation aufzufangen. Müller ist zuversichtlich, dass sich auch Ueli Maurer nach Kräften dafür einsetzen wird. «Ich habe keine Anzeichen dafür, dass er nach dem Blocher-Prinzip vorgeht.» Damit spielt Müller auf einen früheren Auftritt Blochers an, bei dem dieser die Bundesverwaltung als geschützte Werkstatt bezeichnet hatte. Am 18. August werden sich die VGB und Maurer zu einer Aussprache treffen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.07.2009, 15:30 Uhr

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3 Kommentare

Barbara Grunder

26.08.2009, 08:09 Uhr
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Was ist denn los? Besser als 3 Wo unnütz im WK "rumhängen" + zum X-ten Mal irgendwas üben was man sowieso nicht gebrauchen kann. So werden die Soldaten einigermassen sinnvoll beschäftigt, kriegen ihren Sold, dienen dem Land effektiv, machen weder Lärm, noch werden tödliche Unfälle produziert. Ich meine die Reklamierer sind eifersüchtig, ist aber deren Problem. Antworten


Hans Zimmerli

26.08.2009, 05:55 Uhr
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Ja die SVP verursacht viele Arbeitslose. 1. Arbeit statt IV-Rente!! und belastet somit die ALV und die Fürsorgekassen der Gemeinden!!!! 2. Ueli Maurer will die beste Armee der Welt!!! Er entlässt aber viele in der Armee und missbraucht die WK Soldaten als billige Arbeitskräfte. Antworten


Eduard J. Eduard J. Belser

25.08.2009, 15:49 Uhr
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Aha so läuft das! Familienväter auf die Strasse stellen, damit die Sozialversicherungen belasten und WK-Soldaten als Gratispersonal missbrauchen. Geradezu ein Paradebeispiel für den bei SVP-Politikern weit verbreiteten Mangel an Sozialkompetenz. Das sollte sich jederfrau/man für die nächsten Wahlen merken und in Zukunft auf Gemeine-, Kantons- und Bundesebene entsprechend wählen. Antworten



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