Schweiz

Masernepidemie in der Schweiz auf dem Vormarsch

Aktualisiert am 27.02.2011

Im Südosten Frankreichs sind rund 2000 Leute an Masern erkrankt. Die Epidemie hat nun auch die Schweiz erfasst. Noch ist erst eine Region von der Krankheit betroffen.

In der Schweiz sind bisher 30 Menschen an Masern erkrankt: Die Epidemie auf dem Vormarsch.


Nirgends in der Schweiz wird mehr geimpft als in der Romandie: Masernimpfung an der EPFL in Lausanne. (Bild: Keystone )

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Im Kanton Genf sind rund 30 Menschen an Masern erkrankt. Wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt, empfehlen nun deutsche Ärzte, es solle sich besser impfen lassen, wer in die entsprechende Region einreist.

In der Deutschschweiz hat kaum jemand davon erfahren, dass die Masernepidemie aus der französischen Region Rhône-Alpes mit 2000 Infizierten die Landesgrenze überquert hat. Jetzt sind auch Menschen im Kanton Genf erkrankt. Für Aufsehen sorgte diese Nachricht hingegen in Deutschland. Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat diese Woche eine überraschende Mitteilung publiziert: Die Ärzte mahnen bei einer Reise nach Genf zur Vorsicht. «Wir raten Reisenden in die Region dringend zur Überprüfung des Impfschutzes.» Erstaunlich sei, dass derzeit nicht nur ungeimpfte Kinder betroffen seien – Erwachsene würden einen Grossteil der Erkrankten ausmachen.

Der Genfer Kantonsarzt Jacques-André Romand bestätigt, dass derzeit viele Menschen in seinem Kanton an Masern leiden. «Seit Anfang Jahr haben wir mehr als 30 Fälle gezählt», sagt er. Er präzisiert, dass hauptsächlich junge Erwachsene mit 90er-Jahrgang betroffen seien, die nicht oder nur unzureichend gegen die Masern geimpft wurden.

So viele Impfungen wie sonst nirgends in der Schweiz

«Nachvollziehbar und sinnvoll» findet er die deutsche Empfehlung, sich vor einer Reise in den Kanton Genf gegen Masern impfen zu lassen. «Denn man kann nicht verneinen, dass die Krankheit schlimme Folgen haben kann.» Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat zu den neusten Masernfällen bisher keine Informationen veröffentlicht. «Ich würde eine Reise in den Kanton Genf nicht als gefährlich bezeichnen», sagt BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher. Aber es sei grundsätzlich empfehlenswert, gegen Masern geimpft zu sein.

Dass die Krankheit in Genf grassiert, ist nach einem Blick auf die Statistiken überraschend. Denn mit mehr als 95 Prozent ist die Durchimpfungsquote in keinem anderen Kanton so hoch wie dort. Zum Vergleich: Schweizweit liegt der Wert bei 75 Prozent – und damit gemäss BAG «deutlich zu tief». Dieses Jahr seien bereits wieder 92 Menschen an Masern erkrankt, eine verhältnismässig grosse Zahl für die kurze Zeitspanne, sagt Zürcher.

(mrs)

Erstellt: 27.02.2011, 12:36 Uhr

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