«Man kann der SVP schon heute zum Wahlsieg gratulieren»
Interview: Patrik Berger. Aktualisiert am 12.08.2011 30 Kommentare
Hanspeter Kriesi. (Bild: Universität Zürich / www.uzh.ch)
Zur Person
Hanspeter Kriesi, Jahrgang 1949, arbeitet als Professor für Politikwisssenschaft an der Universität Zürich. Er leitet die Expertengruppe des Schwerpunktprogramms «Zukunft Schweiz». Neben den politischen Parteien und der öffentlichen Meinungsbildung in der Schweiz befasst er sich in seiner Arbeit auch mit der direkten Demokratie und sozialen Bewegungen.
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Herr Kriesi, darf man heute, zehn Wochen vor den eidgenössischen Wahlen, der SVP schon zum Wahlsieg gratulieren?
Ja, das kann man mit gutem Gewissen. Die SVP wird am meisten Stimmen aller Parteien machen. Allerdings fehlen ihr die Stimmen der BDP.
Und doch dürfte die Volkspartei nicht zufrieden sein. Das gross angekündigte Ziel von 30 Prozent Wähleranteil wird die SVP ohne die Stimmen der BDP-Wähler nicht erreichen.
Nein, das schafft die SVP vermutlich nicht. Auch wenn sie im Wahlkampf über sehr viel Geld verfügt.
Laut dem neusten Wahlbarometer ist der Fukushima-Effekt bereits verpufft. Wie erklären Sie sich das?
Die Katastrophe von Japan ist bereits zu weit weg. Fukushima hilft einzig den Grünliberalen – aber die liegen sowieso schon im Trend.
Welchen Einfluss werden die Turbulenzen an den Börsen auf das Abstimmungsverhalten haben?
Eine Studie zeigt, dass nach der Finanzkrise 2008 in West-Europa rechtspopulistische Parteien und Gruppierungen zugelegt haben. Wirtschaftskompetente Parteien verlieren normalerweise in solchen Krisensituationen. Die SVP hat ihren Wahlkampf ganz auf das Thema Migration ausgerichtet. Zur Wirtschaft hat sie offenbar relativ wenig zu sagen.
Wie beurteilen Sie das Abschneiden der übrigen Parteien?
Grundsätzlich stelle ich eine grosse Stabilität fest. CVP und Grüne bewegen sich kaum. Und auch die SP verliert nur wenig.
Die Lage der FDP präsentiert sich da kritischer.
Das überrascht mich nicht. Die FDP macht auch alles falsch, was man falsch machen kann. Die Freisinnigen führen einen schlechten Wahlkampf. Und die Partei schwächt sich mit widersprüchlichen Aussagen oder ausbleibenden Stellungnahmen wie etwa zur Atomenergie immer wieder.
Was erwarten Sie für einen Wahlkampf?
Es wird sicher ein intensiver Wahlkampf werden. Bis jetzt war er nur ein laues Lüftchen, ein harmloses Vorgeplänkel. Nach den Sommerferien geht es dann so richtig los.
Kann eine einzelne Partei das Ruder noch herumreissen?
Wenn nicht noch etwas Aussergewöhnliches wie Fukushima oder ein wirtschaftlicher Absturz passiert, dann denke ich, dass sich die Anteile nicht mehr gross verschieben werden. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.08.2011, 21:12 Uhr
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30 Kommentare
Man könnte dieser Wahlsieg der SVP nur gönnen, weil sie sich als einzige Partei für das Schweizervolk einsetzt.
Zum trotz den blinden realitätsfremden boshaften SVP Gegnern, was die Ausländer-Asylpolitik betrifft. Bravo! Wer nichts wagt - gewinnt nichts. So ist es nun mal im leben.
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Die SVP ist die einzige Partei welche Schweizer Werte wie Fleiss, Ehrlichkeit (Gradlinigkeit) und Mut in die Schweizer Politik einbringt.
Alle anderen richten sich, politisch Korrekt, nach dem gerade vorherrschenden 68-er Befindlichkeits-Wind.
Schade dass viele Sympathisanten dieser Politik bei den Wahlen, wegen eines vermeintlichen Sieges, aus Bequemlichkeit zu Hause bleiben werden.
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