Leuthard und Leuenberger glanzlos gewählt
Wenige Stimmen für den neuen Vize: Moritz Leuenberger. (Bild: Keystone)
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Zuerst wählte die Vereinigte Bundesversammlung die 46-jährige Doris Leuthard mit 158 von 183 gültigen Stimmen in das hohe Amt. Das Ergebnis lag klar unter dem Resultat ihres Vorgängers Merz, der vor einem Jahr 185 Stimmen erhalten hatte. Pascal Couchepin war im Jahr davor sogar mit 197 Stimmen gewählt worden. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hingegen hatte bei ihrer Wahl im Dezember 2006 nur 147 Stimmen erhalten.
Mit Leuthard an der Spitze des Bundespräsidiums erhält Bundesbern 2010 erstmals ein dreifaches Frauenpräsidium, nachdem Pascal Bruderer (SP/AG) und Erika Forster (FDP/SG) ihre Ämter als Präsidentinnen des National- und des Ständerats bereits Anfang vergangener Woche übernommen haben.
Die dritte Frau
Leuthard ist nach Ruth Dreifuss 1999 und Micheline Calmy-Rey 2007 erst die dritte Frau an der Spitze der Eidgenossenschaft. Sie ist zudem die Jüngste seit langem. Man muss bis ins Jahr 1934 zurückblättern, um mit dem damals 45-jährigen Marcel Pilet-Golaz einen jüngeren zu finden.
In den Bundesrat war Leuthard am 14. Juni 2006 als Nachfolgerin von Joseph Deiss gewählt worden. Davor war sie seit 1999 Nationalrätin und ab 2004 auch Präsidentin der CVP.
Das schlechteste Resultat für das Vizeamt
Nach Leuthard war die Reihe an Bundesrat Moritz Leuenberger. Die Vereinigte Bundesversammlung hat den 63-jährigen Zürcher mit 128 Stimmen in das Amt des Vizepräsidenten der Eidgenossenschaft gewählt. Dies bei einem absoluten Mehr von 94 Stimmen. Das Resultat für Leuenberger ist das schlechteste für einen Vizepräsidenten seit Bestehen der Bundesversammlung in der aktuellen Grösse ab März 1979. Leuenberger erhielt sechs Stimmen weniger als sein Vorgänger im Bundesrat, Otto Stich, im Dezember 1992.
Mit der Wahl winkt dem amtsältesten Bundesrat nach 2001 und 2006 im Jahr 2011 das dritte Präsidialjahr. Der letzte dreifache Bundespräsident war 1985 Kurt Furgler. Leuenberger war am 27. September 1995 in den Bundesrat gewählt worden und führt seither das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). (cpm/sda)
Erstellt: 02.12.2009, 09:40 Uhr
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