Schweiz
Leicht weniger Arbeitslose im April
Aktualisiert am 07.05.2012 53 Kommentare
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Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im April weiter gesunken, allerdings nicht so stark wie sonst üblich im Frühling. Ende April betrug die Arbeitslosenquote 3,1 Prozent, einen Monat davor lag sie bei 3,2 Prozent. Mit 123'158 Personen waren im April 3234 weniger Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registriert als im März. Der Rückgang sei ausschliesslich auf saisonale Effekte zurückzuführen, sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).
Jedoch wies Gaillard auch darauf hin, dass der Rückgang angesichts der schwächeren Konjunktur weniger ausgeprägt war als in anderen Jahren. Die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote stieg gemäss Communiqué auch von 3,0 im März auf 3,1 Prozent im April. Dass sich die Konjunkturaussichten, die mittlerweile allgemein deutlich positiver ausfallen als noch vor einigen Monaten, schon bald auch im Arbeitsmarkt bemerkbar machen, ist jedoch unwahrscheinlich. Das Seco rechnet jedenfalls im laufenden Jahr nach wie vor mit einer leichten kontinuierlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Da der Arbeitsmarkt erst verzögert auf den Konjunkturverlauf reagiere, müsse mit einer Stabilisierung der Beschäftigung gerechnet und in Folge dessen von einer leicht zunehmenden Arbeitslosigkeit ausgegangen werden, so Gaillard.
Unterdurchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit
Deutlich zurück ging im Laufe des Monats April die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen, und zwar um 781 auf 16'669. Mit 3,0 Prozent lag die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen sogar tiefer als jene der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zum europäischen Ausland bewegt sich die Jugendarbeitslosigkeit aber auf sehr tiefem Niveau.
So ist im Euro-Raum durchschnittlich mehr als jeder fünfte Jugendliche ohne Arbeit, in den Krisenländern Spanien und Griechenland sogar jeder zweite. Hohe Jugendarbeitslosenquoten haben auch Irland, Italien und Portugal.
Dass das in der Schweiz anders ist, hat laut Gaillard mit dem Schweizerischen Bildungssystem zu tun. Da in diesem die Berufslehre einen hohen Stellenwert hat und vergleichsweise wenig Akademiker hervorbringt, werden viele junge Menschen schon früh in die Arbeitswelt integriert. Als weitere Gründe für die in der Schweiz tiefe und weiter sinkende Jugendarbeitslosigkeit nennt Gaillard die Erholung der Schweizer Wirtschaft nach der Finanzkrise und die Demographie.
Weniger Arbeitslose als in Europa
Doch nicht nur bei der Jugendarbeitslosigkeit steht die Schweiz besser da als andere europäische Länder. Mit 3,1 Prozent liegt auch die Gesamt-Arbeitslosenquote deutlich unter jener der Euro-Zone, die im März auf den neuen Rekordwert von 10,9 Prozent gestiegen ist.
Aber auch Deutschland mit 5,6 Prozent Arbeitslosen und Österreich mit 4,0 Prozent stehen schlechter da als die Schweiz. Die Nachbarländer Frankreich und Italien weisen mit 10,0 respektive 9,8 Prozent noch höhere Arbeitslosenquoten aus.
(ami/sda)
Erstellt: 07.05.2012, 07:58 Uhr
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