Laser-Angriffe irritieren Piloten
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 26.07.2010 29 Kommentare
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Das deutsche Luftfahrt-Bundesamt registrierte in diesem Jahr bereits 82 Fälle, in denen Flugzeug- oder Hubschrauber-Piloten von Lasern geblendet wurden. Das deutsche Bundesverkehrsministerium spricht in einer Stellungnahme von einem gefährlichen Eingriff in die Sicherheit des Luftverkehrs. Und ein ADAC-Sprecher führte diesbezüglich aus: «Wer Piloten mit Laserstrahlen beschiesst, handelt genauso gefährlich wie einer, der Steine von einer Autobahnbrücke wirft.»
Starke Zunahme
«Auch in der Schweiz haben wir das Problem festgestellt», sagt Mireille Fleury, Sprecherin des Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) gegenüber DerBund.ch/Newsnet. 2009 seien 40 Blendungen registriert worden, während es in den vorangegangenen Jahren nur vereinzelt zu solchen Vorfällen gekommen war. Mit 17 Fällen am meisten Laser-Attacken verzeichnete dabei der Flughafen Zürich.
Im laufenden Jahr wird die Zahl der Vorfälle noch weiter zunehmen: Gemäss Fleury ist die Marke von 40 Blendungen jetzt schon erreicht. Vor allem in Bodennähe stellen solche Angriffe eine Gefahr dar. «Die Piloten können kurzzeitig in ihrer Sehfähigkeit beeinträchtigt werden», so die Bazl-Sprecherin. Das könne vor allem in der An- und Abflugphase fatale Folgen haben.
Massive Beeinträchtigung
Das Bazl hat darum auch in einem Paper an Piloten und Bevölkerung über das Problem informiert. «Durch die Bündelung der Lichtstärke reicht bereits ein etwas stärkerer handelsüblicher Laserpointer für Lichtbildpräsentationen aus, um die Sicht eines Piloten massiv zu beeinträchtigen», steht beispielsweise darin. Ferner weist das Bazl ausdrücklich darauf hin, dass ein solches Verhalten illegal ist.
Henning Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes Aeropers, ist das Phänomen ebenfalls bekannt. Er glaubt allerdings, dass von handelsüblichen Laserpointern, die für Präsentationen gebraucht werden, keine Gefahr ausgeht. «Es sind vielmehr leistungsstarke Laserpointer, die teilweise gar nicht zulässig und nur im Internet zu kaufen sind», sagt Hoffmann.
«Kein Kavaliersdelikt»
Hoffmann hat auch nur vereinzelt von Laser-Attacken gehört, bei denen seines Wissens aber nichts passiert sei. Bagatellisieren will er die Sache aber nicht: «Das ist weder ein Spass noch ein Kavaliersdelikt, sondern ein Eingriff in den Flugverkehr», so Hoffmann. Auch wenn im Notfall – sprich wenn ein Pilot von einem Laserpointer geblendet würde – immer noch der zweite Pilot eingreifen könnte, «sind wir daran interessiert, dass dieses Phänomen erst gar nicht zu einem Problem wird».
Das Bazl ruft Piloten und Bevölkerung dazu auf, Blendversuche direkt bei den zuständigen Kantonspolizeien zu melden.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.07.2010, 16:53 Uhr
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29 Kommentare
Piloten blenden ist sicher eine sehr üble Sache. Was sich aber da grundsätzlich entwickelt finde ich bedenklich. Auf der einen Seite Flugzeuge haben massive Lärm- und Abgas Emissionen, die die Bevölkerung stark beeinträchtigen. auf der anderen Seite darf man jetzt nicht ohne kriminell zu werden mit einem Leuchtmittel gen Himmel zeigen. Man erkennt rasch wohin die Prioritäten führen. Antworten
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