Schweiz
Diskussion
«Konzerne nehmen Regierungen in Geiselhaft»
Unia-Vorstand Corrado Pardini bezeichnet die abgewendete Schliessung des Novartiswerks in Nyon als historisches Ereignis. Im Interview sagt der Gewerkschafter, wie solche Eskalationen in Zukunft verhindert werden sollen. Mehr...
Interview: Simon Schmid.
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36 Kommentare
Gottes Beitrag war es nicht. Wir werden sehen. Es ist schwer geworden, weil solche Konzerne sich Macht anhäufen konnten. Die wirkungsvollste Revolution wäre: nur noch das Nötigste kaufen, Zusammenstehen, Erwerbsarbeit herunterfahren, Freiwilligenarbeit stärken. Wir Menschen werden verspeisst, merken es nicht. Die Geldmächtigen lachen sich hämisch in ihre blutigen Fäustchen, ergötzen sich am Getrampel und Gezappel in ihren! Hamsterrädern. Antworten
Von den Sozialpartnern ist halt einer nicht ganz so Sozial. Darum ist es wichtig, dass dem kaum Vorschriften gemacht werden, denn sonst muss der sich an Dinge halten die fuer andere gelten und hat keine Zeit mehr seinen Profit zu zaehlen, den er ja vom Volk mittels Steuergerechtigkeitsinitiative zugesprochen gekriegt hat. Ich frag mich darum, warum beklagt sich da ueberhaupt einer? Wir wollen das! Antworten
Der Grund, warum Novartis bleibt ist im attraktiven Steuerangebot des Kantons und weniger im Aufstand der Arbeiter zu suchen. Wenn Pardini so tut, als wäre das sein Verdienst, dann streut er uns Sand in die Augen. Finde es schön, dass Novartis bleibt, aber dann soll Pardini wenigstens ehrlich sein. Antworten
das ist ja das miese an Novartis. Wieso müssen sie für Gespräche mit dem Kanton den Wegzug ankündigen?
Folge: Wir die Normalverdienenden zahlen die Zeche mit höheren Steuern und Gebühren! Während das Kapital der Reichen und Konzerne in Steueroasen flieht.
Grosskonzern beschliesst die Schliessung von Teilbetrieben. Grosses Wehklagen von Behörden und Gewerkschaft. Verhandlungen mit Grosskonzern. Betriebe werden nur zum Teil und nicht geschlossen. Behörde macht Konzessionen an Grosskonzern. Arbeitnehmer verzichten auf Teil vom Lohn. Grosskonzern profitiert mit einen einfachen Beschluss Millionen von Steuergeldern! Leute solches Vorgehen hat System!!!! Antworten
Die Konzession verhindert Arbeitslosigkeit. Arbeitnehmer, Gewerkschaft und die Waadtländer-Regierung haben Vorschläge gemacht und beharrlichn verhandelt. Dass Novartis trotz Milliardengewinn den Betrieb in Prangins schliessen wollte ist ein Skandal.
Man könnte die Sache auch so sehen, dass Novartis gar nie im Sinn hatte zu schliessen sondern einfach Pokern wollte um bessere Konditionen heraus zu holen. Wenn man dann hinsteht und sagt das die Sache ein totaler Erfolg gewesen sei, muss man schon fragen aus welcher Sicht. Antworten
Die UNIA hat da nur wenig zum Erfolg beigesteuert. Aber den Multis ist noch nicht ganz klar, dass es so nicht weitergehen kann, denn wenn das Volk die Nase voll hat, und das nicht nur hier, können sich viele Dinge sehr schnell ändern und für alle ein Verlust sein. Der Markt soll funktionieren und der Staat auch. Aber beides geht nur unter fairen Bedingungen für den wichtigsten: Bürger/Konsument! Antworten
Ich bin wahrlich kein Kapitalismus-Abschaffer, aber mir macht die zunehmende Machtlosigkeit von staatlichen Körperschaften gegenüber dem Diktat des Marktes Bauchweh. Es scheint dass wir so lange dereguliert haben bis uns die Kontrolle über ein System entglitt, das uns eigentlich dienen und nicht uns beherrschen sollte. Antworten
Eine einheitliche Steuerharmonisierung der Unternehmungen wäre gerade für Randregionen mit schlechten Verkehrsanschlüssen der Untergang. Bestehende und neue Unternehmen würden sich nur noch in den grossen Agglomerationen ansiedeln und der Preisdruck würde enorm steigen. Der Weg der Unia ist falsch, da diese nicht für die Arbeitnehmerschaft handelt sondern politische Einflussnahme zum Ziel hat. Antworten
Dank dem gewerkschaftlichen Einsatz von UNIA konnte eine kleine Wende erkämpft werden. Die Belegschaft ist die Gewerkschaft und UNIA hat dort Erfolg oder Teilerfolge, wo die Arbeitnehmerschaft mithilft im Kampf um etwas mehr Gerechtigkeit. Übrigens bezahlt die Gewerkschaft ja auch den Lohnausfall bei Streiks, sogenannte Streikgelder. Ohne das geht nichts!!!! Darum DANKE UNIA!!!
Ab und zu kommt man nicht um zentrale Kontrolle herum. Auch beim Thema Standort der bisher darauf basiert die Kosten möglichst gering zu halten. Gibt es noch andere Faktoren? Ich denke nicht. Ein negativer Auswuchs dieser Laisser -Faire Strategie ist die konzentration der Arbeitsplätze was zu Folge hat das 10'000 jeden Tag quer durch das Land fahren um zu arbeiten...
J sicher Hr. Kaiser. Das mit den Investitionen ist schon richtig. Blos dieses auspielen ganzer Länder oder Regionen inkl. aller Menschen die dort leben geht mir mächtig auf den Keks. Warum? Weil die Gier zur Masslosgkeit verkommen ist und durch den forcierten Wettbewerb die Menschen am Ende nur verlieren. Zuerst anderswo, später dann auch hier...
Helmut Schmidt hat eins gesagt: die Investitionen von heute, sind die A-plätze von morgen. Novartis muss Investieren, investieren heisst auch automatisieren und Kosten sparen. Wenn es Novartis nicht macht, machen es die anderen, und dann ist Novartis schnell weg. Wollen Sie das? Investitionen. fördern auch neue A-plätze; dort, wo es am effizientesten ist, und das tut weh, wenn's nicht in der CHist
Aber sehen Sie denn nicht, die tun das permanent. Seit Jahren schon werden die Staaten und konsequenterweise auch die dort lebenden Menschen durch Standortwettbewerbe in ihren X Varianten zum sparen gewzungen wärend ein paar andere sich zusätzlich zum Wettbewerb um immer Vorteilhafter Konditionen auch noch die Steueroasen zu nutze machen können. Alle anderen haben auf Dauer nichts davon.
Die grossen Konzerne vergessen ständig, dass sie mit ihren ausgezahlten Löhnen auch Kaufkraft erzeugen, welche gebraucht wird, um eben ihre eigenen Produkte abzusetzen. Bald werden die Konzerne in ihrem Geld und ihren Lagerbeständen ersaufen, während der Rest der Bevölkerung zuschauen kann. Antworten
Wenn man sieht, dass in den USA Firmen mit 30 Mia Gewinn keine Steuern bezahlen und gleichzeitig noch Mia-Subventionen einstreichen, dann ist klar: Die Zukunft wird den Einfluss noch viel stärker Richtung globale Grossfirmen verschieben.
Ist das die neoliberale Vision (auch der SVP und FDP), die 'mehr Markt' und 'weniger Staat' (=weniger Demokratie) verspricht? Na dann, wohl bekomms.
Antworten
Herr Pardini, könnte es nicht sein, dass es hier nicht Sieger und Verlierer gibt, sondern dass jeder etwas nachgeben musste um zu einem gut eidgenössischen Erfolg zu kommen. Damit wurde alle zu Gewinnern ! Wenn ich sie wäre, würde ich vom hohen Ross etwas runterkommen - aber Bescheidenheit ist ihr Ding wohl nicht ! Antworten
Da überschätzt sich die Unia gewaltig! Der Einfluss der Gewerkschaften als institutionalisierte Nötigungsorganisationen schwindet permanent gleich wie ihre Mitgliederzahl. Unia und deren Ansichten sind in den Medien krass übervertreten; man hilft sich unter Genossen aus. Wir müssen uns lösen von der angesprochenen Geiselhaft der Gewerkschaften. Ihr Ziel: Abschaffung der kantonalen Steuerhoheit. Antworten
Weder liess sich die Verwaltung von Novartis noch liess sich diese von den (wenigen) Streikenden in Geiselhaft nehmen.Das ist Kampfjargon der Gewerkschaft. Es war das Resultat eines Kompromisses aller Sozialpartner wo auch die Angestellten (Mehrarbeit zu gleichem Lohn) wie die Regierung (angeführt vom Realsozialisten Maillard) westentlich beigetragen haben. Antworten
"Dies geht nur durch eine schweizweite Harmonisierung der Steuerpolitik." Er hätte auch sagen können "Ich bin dafür den Föderalismus abzuschaffen." Aber letztendlich wollen die Gewerkschafter ohnehin nichts anderes als einen legalen Weg zu finden, Leute zu bestehlen. Schon lustig, das Gewerkschaften ja genau das immer den Unternehmen vorwerfen, dabei sind sie kein bisschen besser... Antworten
Hallo?Bestehlen?Ich glaube kaum,dass irgend ein Gewerkschafter Milionenbonis abkassiert oder Miliardengewinne verkündet und dann gelichzeitig 2000 Leute entlassen will+Standort schliessen.Das nenne ich bestehlen und nicht die Forderung, dass Grosskonzerne auch ein bisschen Steuern zahlen, da die Steuern in der Schweiz generell tief sind, aber eben nur weiter rauben und dann platzt mal der Kragen
"Dies geht nur durch eine schweizweite Harmonisierung der Steuerpolitik."
Stichwort "schweizweit", noch nie von Globalisierung gehört? Sobald Unternehmen grösser sind als ganze Länder, wird das Land irrelevant, es sei denn lokale Resourcen (Rohstoffe) können nicht umgezogen werden. Gewerkschaften sollten sich auch Gedanken machen wie sie mehr global agieren können.
Antworten
Man sollte die Arbeitnehmer wieder vermehrt in die Verantwortung einbinden und ihnen Aktien abgeben. Dann gibt es nicht diese Auseinandersetzung zwischen Shareholder und Stakeholder. Sowenig wie es ohne Arbeitnehmer geht, sowenig geht es ohne Kapital, das heisst dem Einsatz von Spargeldern für die Entwicklung des Unternehmens. Antworten
Nicht nur vermehrt sondern voll und ganz. Die Unternehmen sollen denen gehören welch in ihnen arbeiten. Syndikalismus, so sollte die Welt organisiert sein, frei von fremden Ausbeutern. Es funktioniert, es gibt gute Beispiele. Aber ob wir den Tag wohl noch erleben werden?
Wenn die Gewerkschaft dies als totalen Erfolg bezeichnet hat sie sich soeben als überflüssig erwiesen. Welcher Firmenführer wird schon absagen wenn die Belegschaft länger für weniger arbeitet und dazu Millionen mit Steuersparnissen und Landumzonungen winken? Wie lange dauerts wohl bis die nächsten auf den Zug aufspringen? Und wie lange bis die Gemeinde Nyon wieder vor der gleichen Frage steht? Antworten
Genau. Ein Multinational muss auch zwingend den Hauptsitz in der Schweiz haben. Mein Gott, wachen Sie auf!
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