Schweiz

Kommission: Asylanten pauschal aufnehmen

Aktualisiert am 23.05.2011 118 Kommentare

Die Kommission für Migrationsfragen überrascht in der Asyl-Diskussion mit einem Vorschlag, der heftig umstritten sein wird. Zudem kritisiert Präsident Francis Matthey die Zuwanderungsdiskussion.

Simone Prodolliet von der eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen will gewisse Asylsuchende pauschal aufnehmen. (Video: Keystone)

Francis Matthey. (Bild: Keystone )

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«Die Fokussierung auf die Zuwanderung ist unangemessen und durch die bevorstehenden Wahlen im Herbst beeinflusst», sagte Francis Matthey, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM), heute vor den Medien in Bern. «Es erstaunt mich, dass sich grosse Unternehmen nicht deutlicher hinter die Personenfreizügigkeit stellen.»

Matthey, Alt-Regierungsrat aus dem Kanton Neuenburg und ehemaliger SP-Nationalrat, schlägt vor, die «Herausforderungen» in den jeweiligen Politbereichen zu diskutieren - in der Arbeitspolitik, in der Raumplanung oder in der Infrastrukturpolitik. Gewisse Ängste könne seine Kommission durchaus nachvollziehen.

Nicht zulasten des Beschwerderechts

Weiter begrüsste die EKM die Vorschläge von Justizministerin Simonetta Sommaruga zur Beschleunigung der Asylverfahren. Schnellere Verfahren dürften aber nicht zulasten des Beschwerderechts gehen, sagte Martina Caroni, EKM-Mitglied und Professorin für öffentliches Recht an der Universität Luzern.

Für eine umfassende und kostenlose Rechtshilfe, wie sie Sommaruga vorschlage, müssten genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden. In Bezug auf die Flüchtlinge aus Nordafrika rief Caroni zu einer nüchternen Diskussion auf. Die Schweiz sei - ganz im Gegensatz etwa zu Tunesien - bisher kaum betroffen.

Brisanter Vorschlag

Zum Abbau des Pendenzenberges bei den Asylverfahren kommt die Kommission mit einem eigenen Vorschlag: Verfahren, die schon «sehr lange» dauern, werden zugunsten der Antragsteller eingestellt. Von einer solchen pauschalen Aufnahme sollen Asylsuchende profitieren, die nicht straffällig wurden und mit den Behörden zusammenarbeiteten.

«Diese Massnahme würde Kapazitäten für die Behandlung neuer Gesuche freisetzen», sagte Caroni. Auch begrüsste die EKM die vom Bundesrat beschlossene Schaffung eines Sonderstabes Asyl und die geplante Erarbeitung eines Notfallkonzeptes, das die Abläufe im Falle eines hohen Zustroms an Flüchtlingen regelt.

Die Eidg. Kommission für Migrationsfragen berät den Bundesrat und die Verwaltung in Migrationsfragen. Die Kommission zählt dreissig Mitglieder. Vertreten sind unter anderem die Schweizerische Flüchtlingshilfe, die Kirchen, der Gewerbeverband und die Gewerkschaften. (pbe/sda)

Erstellt: 23.05.2011, 13:53 Uhr

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118 Kommentare

Roberto Koch

23.05.2011, 13:50 Uhr
Melden 209 Empfehlung 0

Ein weiterer Blindflug der EKM. In dieser Kommission sitzen Mitglieder wie Dragoslava Tomovic, Antonio Da Cunha, Alagipody Gunaseelan, Albana Krasniqi Malaj, Raoul Lembwadio Luzolo, Eva Palasthy, Dragica Rajcic, Hatice Yürütücü usw. Der Vorschlag ist derart absurd, dass man die Glaubwürdigkeit der EMK in Frage stellen muss. Antworten


Sam Gerber

23.05.2011, 15:17 Uhr
Melden 208 Empfehlung 0

Wow... wenn ich deren Vorschläge lese und im gleichen Zug noch mehr Rechte für Sans Papier (illegal Anwesende wäre treffender) gefordert werden, sehe ich langsam schwarz! Gehen diese Leute einmal vor die Tür? Die Schweiz schafft sich ab - ganz konsequent! Antworten



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