Schweiz

Kein roter Teppich für Hamdani

Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 24.02.2010

Genf will nichts zur Libyen-Affäre sagen, bis Max Göldi zurück in der Schweiz ist. Stillschweigen herrscht auch über das Strafverfahren, das wegen der Polizeifotos von Hannibal Ghadhafi läuft.

Genf sagt nichts zu Libyenaffäre: Blick auf den Jet d'eau.

Genf sagt nichts zu Libyenaffäre: Blick auf den Jet d'eau.
Bild: Keystone

In Genf weiss man genau, dass jede unbedachte Handlung in der Libyen-Affäre schadet – und zwar in erster Linie Max Göldi, der anders als Rachid Hamdani noch in Libyen festgehalten wird. Die Vorsicht kommt nicht von ungefähr: Hat die diplomatische Eiszeit mit Tripolis doch mit der Verhaftung von Hannibal Ghadhafi und dessen Frau vor eineinhalb Jahren in Genf begonnen. Es war auch in der Rhônestadt, dass die Affäre eskalierte, als die Zeitung «Tribune de Genève» letzten September Polizeifotos des libyschen Herrschersohns veröffentlichte.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Kanton Genf in Absprache mit dem Bund weder Ex-Geisel Hamdani offiziell empfängt noch zur aktuellen Situation Stellung nimmt. «Die Genfer Regierung gibt keinen Kommentar ab», lautet die dürre Antwort von Yvette Renard, Sprecherin des Genfer Justizdepartements. In einem gestern verbreiteten Communiqué waren die Genfer noch gesprächiger: «Der Regierungsrat freut sich, dass einer der beiden Schweizer Staatsangehörigen seine Reisefreiheit wiedererlangt hat und bald wieder im Kreise seiner Angehörigen sein wird.»

«Kein Kommentar»

Auch über die Strafuntersuchung der Genfer Justiz, die wegen der Veröffentlichung von Hannibal Ghadhafis Polizeifotos läuft, herrscht Stillschweigen. Aktueller Stand: Die Genfer Justiz sei entschlossen, die Untersuchung zu einem Ende zu führen und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, wie Staatsanwalt Daniel Zappelli letzte Woche in einer Mitteilung betonte.

Fast schon unwirsch reagierte der ehemalige Genfer Justizdirektor Laurent Moutinot auf die Anfrage von DerBund.ch/Newsnet, ob er heute – im Wissen, was die Verhaftung von Hannibal Ghadhafi alles ausgelöst hat – wieder gleich vorgehen würde. Auch er sagte nur «kein Kommentar» und legte mit einem genervten «Au revoir» den Hörer auf. Moutinot hatte letzten Oktober vor der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats ausgesagt, die Verhaftung sei völlig legal gewesen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.02.2010, 16:34 Uhr

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