Kantone fordern Rahmenabkommen mit der EU

Aktualisiert am 07.07.2010 22 Kommentare

Die Idee eines Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU erhält neuen Schub. Die Kantone haben ihre Position geändert.

Hier werden die Anliegen der Stände diskutiert: Haus der Kantone in Bern.

Hier werden die Anliegen der Stände diskutiert: Haus der Kantone in Bern.
Bild: Keystone

Nun fordern auch die Kantonsregierungen eine Vereinbarung, welche die Zusammenarbeit mit der EU grundsätzlich regeln soll. Der bilaterale Weg müsse «kurz- und mittelfristig» mit einem Rahmenabkommen verbunden werden, verlangt die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK). Die Kantonsregierungen informierten am Mittwoch in Bern über ihre Haltung zu Europa-Fragen. Ein revidiertes Papier dazu hatten sie Ende Juni verabschiedet.

Das geforderte Abkommen solle institutionelle Fragen klären, hält die KdK fest. Wenn die EU verlange, dass die Schweiz EU-Recht automatisch übernehme, müsse dafür ein Mechanismus verankert werden. Es gehe nicht an, dass solche Fragen für jedes Dossier neu verhandelt werden müssten.

Zudem müsste das Abkommen die Mitsprache der Kantone sichern, heisst es weiter. Dafür stellen sie sich einen Gemischten Ausschuss vor, in dem sie auch vertreten wären. Auch in der Schweiz verlangen sie eine besser verankerte Mitwirkung in der Europapolitik. Was sich genau ändern soll, wollen die Kantone noch diskutieren.

Keine neuen Verhandlungen vor Abschluss

Zu einem Rahmenabkommen äusserten sich die Kantone bisher sehr skeptisch - so bei der Definition ihrer europapolitischen Haltung im Jahr 2007. Nun stuft die KdK ein Rahmenabkommen als so wichtig ein, dass sie neue Verhandlungsmandate zurückstellen will, bis eines abgeschlossen ist.

Nichts ändern soll ein allfälliges Rahmenabkommen laut KdK aber an den bestehenden bilateralen Verträgen, die sich aus ihrer Sicht bewährt haben. Der Umsetzung dieser Abkommen räumen die Kantone denn auch die vorerst höchste Priorität ein.

Gegen den Widerstand von Rechts

Ein Rahmenabkommen ist in der Schweiz seit Jahren im Gespräch, ohne dass Fortschritte festzustellen wären. Das Parlament nahm Verhandlungen über ein Rahmenabkommen in die Legislaturplanung 2007- 2011 auf - gegen den Widerstand von Rechts.

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) brachte ein solches Abkommen ebenfalls ins Spiel. Sie will, dass die Schweiz dadurch auch bei der Gestaltung von EU-Recht mitreden könnte. Der EU-Botschafter in der Schweiz, Michael Reiterer, gibt dem Zustandekommen eines Abkommens eher geringe Chancen. «Ich glaube nicht mehr daran», sagte er Ende 2009 an einer Podiumsdiskussion. (sam/sda)

Erstellt: 07.07.2010, 13:04 Uhr

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22 Kommentare

René Merten

07.07.2010, 14:27 Uhr
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Soll doch die EU ihre riesigen Sozial- und Schuldenwirtschaft zuerst selber lösen, bevor von unserer Seite wieder Rahmenverträge abgeschlossen, die meist darauf hinauslaufen, dass die Schweiz wieder zahlen muss. Das Volk sollte diesen Euroturbos energisch Widerstand leisten. Der Traum von Mitgestaltung und Mitreden ist blanke Utopie! Antworten


Wolfgang Sidler

07.07.2010, 14:34 Uhr
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Ein Rahmenabkomen, wie sich dies die EU-versessene Calmy-Rey schon lange wünscht, wäre das Ende unserer unabhängigen, direkt demokratischen Schweiz. Das EDA sollte bei Gelegenheit den Lissabonner-Vertrag genauer studieren. Das Sagen haben heute in der EU weitgehend Deutschland und Frankreich. Und schauen wir die finanzielle Situation dieser Länder etwas genauer an, können die uns gar nichts lehren Antworten



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