Schweiz

Iran fordert, auf Minarett-Verbot zu verzichten

Zuerst musste die Schweizer Botschafterin im Iran vorsprechen, dann erhielt Micheline Calmy-Rey ein wütendes Telefon aus Teheran.

«Ansehen der Schweiz ist beschädigt»: Irans Aussenminister Manuchehr Mottaki kritisierte die Schweiz scharf.

«Ansehen der Schweiz ist beschädigt»: Irans Aussenminister Manuchehr Mottaki kritisierte die Schweiz scharf.
Bild: Keystone

Der Iran hat nach dem Minarettverbot am Samstag die Schweizer Botschafterin Silvia Leu Agosti einbestellt und scharfe Kritik geübt. In einem Telefongespräch mit Bundesrätin Calmy- Rey kritisierte zudem der iranische Aussenminister Manuchehr Mottaki die Vorlage.

Entscheidungen wie das Votum vom vergangenen Sonntag gegen den Bau neuer Minarette schürten eine krankhafte Furcht vor dem Islam und Vorurteile gegen Fremde in Europa, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA das Aussenministerium in Teheran. Die Spannungen zwischen dem Islam und dem Christentum würden verschärft.

Laut IRNA sagte Aussenminister Mottaki in seinem Gespräch mit Micheline Calmy-Rey, ein solches Referendum hätte in einem Land, das für sich beansprucht, Demokratie und Menschenrechte zu respektieren, niemals erlaubt werden dürfen.

«Religiöse Werte sollten niemals Gegenstand eines Referendums sein», betonte Mottaki. Für Muslime in aller Welt sei das Ansehen der Schweiz als fortschrittliches Land beschädigt worden.

Mottaki forderte die Schweizer Regierung auf, die Umsetzung des Minarettverbots zu verhindern. Zuvor hatte bereits der Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, das Schweizer Votum als «diskriminierend» bezeichnet. Das Verbot widerspreche dem Anspruch auf Religionsfreiheit der westlichen Welt. (tan/sda/)

Erstellt: 05.12.2009, 21:10 Uhr

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