In der SP formiert sich Protest
Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 18.05.2011 98 Kommentare
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- «Es steht wohl Aussage gegen Aussage»
- Beschränkung der Amtszeit wäre ehrlicher
- Anita Thanei darf nicht mehr zur Nationalratswahl antreten
- Nationalratskandidat wegen Hitlergruss im Clinch mit der Justiz
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Mehrere SP-Mitglieder fordern die Zürcher Kantonalpartei auf, bezüglich der Nicht-Nomination von Anita Thanei über die Bücher zu gehen. Darunter sind bekannte Politiker wie Rudolf Strahm, Daniel Jositsch, Chantal Galladé, Vreni Hubmann, Andrew Katumba sowie der ETH-Militärexperte Rudolf Jaun. Sie haben einen Protestbrief an die Parteileitung unterschrieben, in welchem das «intransparente Absetzungsverfahren» heftig kritisiert wird.
Thanei wurde nach 16 Jahren im Nationalrat von den SP-Delegierten des Kantons Zürich am vergangenen Samstag nicht mehr für eine weitere Kandidatur nominiert. Das Zweidrittels-Quorum, das Zürcher SP-Parlamentarier neu nach 12 Amtsjahren für eine Wiedernomination benötigen, verpasste sie um rund 20 Stimmen.
«Keine Nominationshürden»
Den Protestbrief hat die ehemalige Nationalrätin Agnes Weber aufgesetzt, zusammen mit Armin Jans, alt Nationalrat, Regula Mühlebach, Geschäftsleiterin des Mieterverbands Deutschschweiz und Elisabeth Dersiotis, ehemalige Kantonsrätin.
Die Unterzeichnenden kritisieren das «würde-, stil- und respektlose Verfahren», mit dem Thanei in einer geheimen Abstimmung abserviert worden sei. «Wir halten diese Quorumsregelung für einen grossen Fehler», heisst es im Brief. «Entweder gilt, wie in anderen Kantonalparteien, eine Amtszeitbeschränkung, oder es wird auf Nominationshürden in einem nicht-öffentlichen Verfahren verzichtet.»
«100 000 Stimmen werden fehlen»
«Wir machen die Partei jetzt schon dafür verantwortlich, dass die über 100 000 Stimmen, darunter viele Fremdstimmen, die Anita Thanei jeweils an der Urne holt, fehlen werden.» Viele Wählerinnen und Wähler seien zutiefst enttäuscht, wie die SP des Kantons Zürich mit einer «profilierten und erfahrenen Leistungsträgerin» umgehe.
Der Brief wurde bisher von 50 Personen unterzeichnet, doch das sei erst der Anfang, sagt Initiantin Agnes Weber auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet. «Es wird eine richtige Welle geben, das spüre ich, wenn ich mich umhöre. Die Leute verstehen das nicht.» Am 28. Mai wird der Protestbrief mit den Unterschriften der Parteileitung überreicht. Laut Parteipräsident Stefan Feldmann ist ein neuerliches Nominationsverfahren unmöglich: «Der Entscheid beruht auf einem demokratischen Prozess, mit der Schlussabstimmung ist die Angelegenheit erledigt. Die SP kann nicht darauf zurückkommen.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.05.2011, 18:46 Uhr
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98 Kommentare
Frau Thanei muss eben ihre Nichtwahl akzeptieren. Die SP vertritt eben nicht den normalen Bürger (65.4% Mietanteil in der Schweiz) sondern diejenigen, die entweder in Staatswohnungen subventioniert wohnen oder sich aufgrund überbezahlter Staatspöstchens eigene Häuser leisten. Damit ist wieder ein Feigenblatt weg. Antworten
Die «Posse» besteht darin dass die irrelevante Geschichte mit dem Brief so aufgeblasen wird. Anita Thanei wurde nicht nominiert, weil gut die Hälfte der anwesenden SP-Delegierten der Meinung waren, dass sie zuwenig präsent ist, zuwenig wirkungsvoll politisiert und mit 16 Jahren schon zu lange im Nationalrat ist, und daher neuen Kräften Platz machen soll. Antworten
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