Schweiz

«Ich bedaure den Fall ausserordentlich»

Aktualisiert am 26.01.2010 18 Kommentare

Der Leiter des Forschungsinstituts Gfs Bern, Claude Longchamp, antwortet erstmals auf die Kritik an den Umfragen im Vorfeld der Abstimmung über die Minarett-Initiative.

«Wir arbeiten ‹state of the art›»: Claude Longchamp.

«Wir arbeiten ‹state of the art›»: Claude Longchamp.
Bild: Keystone

Er und sein Institut bedauerten den Fall ausserordentlich, sagte der Politologe in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung» zur grossen Abweichung zwischen Umfrageergebnis und Abstimmungsresultat. Sowohl die eigene wie auch eine unabhängige Analyse zeigten aber, dass es keine sichtbaren methodischen Fehler gebe.

Die Untersuchungen widerlegten auch, dass die nicht erreichbaren Handy-Nummern bei der telefonischen Umfrage eine Erklärung sein könnten. «Wir arbeiten gemäss ‹state of the art›», sagte Longchamp. Zur Vermutung, dass in den Umfragen Gefälligkeitsantworten erteilt werden, sagte der Institutsleiter, es gehe dabei nicht einfach um Lügen, wie man das unmittelbar nach der Abstimmung vermutet habe.

Es gehe vielmehr um ein komplexes, in Bezug auf Abstimmungen noch kaum untersuchtes Phänomen, sagte Longchamp und sprach von einer Entscheidfindungs-Ambivalenz. Was die Offenlegung der Datensätze aus den Umfragen im Auftrag der SRG betrifft, sagte er: «Wir arbeiten im Moment an den Modalitäten hierzu.» Longchamp selber will bei den Hochrechnungen über die Abstimmungen vom 7. März wieder in den SRG-Medien auftreten. (sam/ddp)

Erstellt: 26.01.2010, 10:08 Uhr

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18 Kommentare

ruth leemann

26.01.2010, 10:28 Uhr
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IRREN IST MENSCHLICH - die Menschen lassen sich auch nich mehr manipulieren, sie folgen ihrem eigenen Instinkt - denn das Volk hat die Politiker durchschaut und lässt sich nicht mehr so leicht an der Nase herum führen. - die Folge / Quittung erfolgt an der Abstimmungs-Urne - den Wahltag ist Zahltag - so läuft der Haase. Antworten


cristiano safado

26.01.2010, 10:27 Uhr
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Bei der Einschätzung des voraussichtlichen Wahlausganges sind ALLE auch von früheren Wahlausgängen bei ähnlichen Abstimmungen ausgegangen und mussten zum Schluss kommen, dass die Minarettinitiative "bachab" geht. Dies ist kein Fehler von Longchamp. Vielmehr liegt der Fehler m.E. darin, dass Wertungen auch aufgrund zu stark in Richtung NEIN gefilterter Lesermeinungen falsch lagen. Antworten



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