Schweiz

Heikler Personalentscheid beim Gelben Riesen

Aktualisiert am 31.10.2011 13 Kommentare

Die Post bestimmt kommende Woche den Mann, der sie als CEO in die Zukunft führen soll. Der mutmassliche Favorit sitzt bereits im Verwaltungsrat – und er ist auf Jobsuche.

Der Favorit des Post-Verwaltungsrates um Präsident Peter Hasler (m.) soll VR-Mitglied Philippe Milliet (r.) sein. Sein Konkurrent Dieter Bambauer (l.) hat als Logistik-Leiter gute Zahlen vorgelegt (Bilder: ZVG/PD).

Der Favorit des Post-Verwaltungsrates um Präsident Peter Hasler (m.) soll VR-Mitglied Philippe Milliet (r.) sein. Sein Konkurrent Dieter Bambauer (l.) hat als Logistik-Leiter gute Zahlen vorgelegt (Bilder: ZVG/PD).

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Nach Informationen der «Sonntags Zeitung» wird der Verwaltungsrat der Schweizerischen Post an seiner monatlichen Sitzung vom kommenden Dienstag den neuen CEO bestimmen. Seit Wochen sind Spekulationen um die Nachfolge von Post-Chef Jürg Bucher im Gang. In der Poleposition befindet sich Philippe Milliet, der bereits Mitglied des Post-Verwaltungsrats ist.

Zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigen, dass dieser die besten Chancen für den Sprung an die Konzernspitze habe. «Milliet ist einer von zwei Kandidaten in der Schlussrunde», sagt ein Insider. Alle Übrigen ­seien inzwischen ausgeschieden. «Es wird dem Verwaltungsrat ein Zweierticket präsentiert werden. Dieses Vorgehen hat bei der Post Tradition», berichtet ein zweiter Gewährsmann.

Favorit auf Jobsuche

Milliet sitzt seit anderthalb Jahren im Post-Verwaltungsrat und würde als Romand die geografische und kulturelle Machtbalance zum Deutschschweizer VR-Präsidenten Peter Hasler gewährleisten. Und wie die «Sonntags Zeitung» berichtet, ist Milliet auf Jobsuche, seit er vor gut einem Jahr beim Pharma-Konzern Galenica überraschend aus der Konzernleitung ausschied.

Milliets Konkurrent Dieter Bambauer ist Doppelbürger mit schweizerischem und deutschem Pass. Er steht als Konzernleitungsmitglied dem Bereich Logistik vor. Der Bereich läuft gut und hat seinen Gewinn in den beiden vergangenen Jahren von 45 Millionen auf 164 Millionen mehr als verdreifacht, wie die «Sonntags Zeitung» schreibt.

Die elektronische Zukunft

Sollte tatsächlich VR-Mitglied Milliet das Rennen machen, könnte der Eindruck entstehen, der Verwaltungsrat versuche, sich in das operative Geschäft des Konzerns einzumischen. Die Post wollte dazu gegenüber der «Sonntags Zeitung» keine Stellung nehmen.

Die Nachfolge des jetzigen Konzernchefs Bucher ist von besonderer Wichtigkeit. Der Neue wird das Strategieprojekt «Post 2020» umsetzen und den Gelben Riesen letzlich in eine Zukunft führen müssen, in der die Briefpost abnehmen und die elektronische Kommunikation zunehmen werden. (ami)

Erstellt: 30.10.2011, 11:08 Uhr

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13 Kommentare

Michele Di Bari

30.10.2011, 11:38 Uhr
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Offensichtlich gibt es im Schweizer Markt keine qualifizierten Manager aus der Privatindustrie, die diesen Job machen könnten. Denn nur so lässt es sich (für mich) erklären, dass man Funktionäre aus Verbänden (VR Präsident) und ehemaligen Berater (zukünftiger CEO) an Bord holt. Antworten


Kurt Aegeri

30.10.2011, 13:08 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Hoffen wir, dass uns Peter Hasler, ehemals Arbeitgeberverbands-Präsident und Parteifreund der sog. bürgerlichen Wirtschaftsparteien, erspart bleibt. Antworten



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