Hans-Rudolf Merz verliert seinen wichtigsten Mann
Bekannt wurde er vor allem beim Grounding der Swissair: Peter Siegenthaler. (Bild: Keystone)
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Merz nutzt die Vakanz, um den Posten eines Staatssekretärs für internationale Zusammenarbeit im Finanzbereich zu schaffen.
Der Bundesrat würdigte Siegenthalers Einsatz und grosse Verdienste und sprach ihm seinen besten Dank und seine Anerkennung aus, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) am Freitag mitteilte. Der 61-jährige Ökonom begründete den vorzeitigen Altersrücktritt laut EFD-Sprecher Roland Meier mit der Absicht, etwas kürzer zu treten und nicht mehr einen 150-Prozent-Job bewältigen zu müssen. Das Ausscheiden aus dem Bundesdienst sei nicht in der Übernahme einer neuen Herausforderung begründet. Siegenthaler werde aber sicher auch künftig die eine oder andere Aufgabe übernehmen.
Der Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) gilt als einer der einflussreichsten Posten in der ganzen Bundesverwaltung. Die Finanzverwaltung bestimmt die Strategie in der Finanzpolitik des Bundes und ist unter anderem für die Finanzplanung, die Rechnungsführung und die Tresorerie besorgt. Siegenthaler wurde 1982 von seinem Amtsvorgänger und SP-Parteikollegen Ulrich Gygi in die Finanzverwaltung geholt. Er rückte unter dem freisinnigen Finanzminister Kaspar Villiger im Juli 2000 zum Chef der Finanzverwaltung auf, als Gygi an die Spitze der Post wechselte.
Neben seinen eigentlichen Aufgaben erwarb sich Siegenthaler den Ruf eines ebenso effizienten wie belastbaren Krisenmanagers. So spielte er bei der Bewältigung der Swissair-Krise im Herbst 2001 eine zentrale Rolle. Zusammen mit Nationalbank-Vizepräsident Philipp Hildebrand und der Spitze der Eidgenössischen Bankenkommission war Siegenthaler letztes Jahr massgeblich an der Schnürung des Rettungspakets für die UBS beteiligt. Trotz den in allen politischen Lagern und auch von der Wirtschaft anerkannten Verdiensten hielt sich Siegenthaler stets zurück und leistete seine Arbeit meist im Hintergrund. Die Wertschätzung, die der Spitzenbeamte geniesst, kam kürzlich wieder zum Ausdruck, als Siegenthaler zum Präsidenten einer Expertenkommission ernannt wurde, die die Frage des «too big to fail» der Grossbanken und anderer Grossunternehen angehen soll. Im EFD geht man davon aus, dass Siegenthaler diesen Job auch über den Rücktritt hinaus weiterführen wird. Die Arbeitsgruppe soll im Herbst 2010 einen Bericht abliefern.
Seit seiner Studienzeit ist Siegenthaler auch mit dem früheren SBB-Chef Benedikt Weibel befreundet. Zusammen mit Gygi treffen sie sich am ersten Montag jeden Monats zum Mittagessen im Länggass-Quartier. In der Freizeit ist Siegentahler ein leidenschaftlicher Fischer.
Bundespräsident Merz nimmt Siegenthalers Rücktritt zum Anlass, den Bereich der internationalen Geschäfte zu reorganisieren. Dabei soll gleich wie auch in anderen Departementen ein Staatssekretariat geschaffen werden. Grund dafür ist der anhaltende Druck bei der internationalen Zusammenarbeit im Finanzbereich. Dabei stehe die Schweiz insbesondere im Bereich der Steuerfragen vor grossen Herausforderungen. Diese sollen durch das zu schaffende Staatssekretariat optimal bewältigt werden können. Sowohl die Nachfolge von Siegenthaler als auch die Stelle eines Staatssekretärs werden öffentlich ausgeschrieben. (sam/sda)
Erstellt: 27.11.2009, 16:21 Uhr
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