Hanfbauer Rappaz isst heute zu Hause
Aktualisiert am 29.07.2010 27 Kommentare
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- «Hexenverfolgung», «Kuscheljustiz», «Erpressung»
- «Ein absoluter Skandal»
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Der Walliser Hanfbauer Bernard Rappaz ist zurück auf seinem Hof in Saxon, wo er seine Freiheitsstrafe vorläufig in Form von Hausarrest absitzt. In der Nacht auf Donnerstag war Rappaz vom Berner Inselspital nach Hause überführt worden. «Ich bin froh, zuhause zu sein», sagte er zur Nachrichtenagentur SDA.
«Er ist heute Nacht angekommen», bestätigte Boris Ryser, ein Bekannter Rappaz', am Donnerstag eine Meldung von Radio Suisse Romande (RSR). Der Hanfbauer werde rund um die Uhr bewacht. Der gesamte Hof sei abgesperrt wie ein Gefängnis. Ryser wird zusammen mit Rappaz auf dem Hof wohnen.
Erster Besuch der Tochter vorbereitet
Es sei gut für die Moral, wieder frische Luft atmen zu können, sagte Rappaz. Obwohl sein Hof nun zum Gefängnis und seine Wohnung zur Zelle geworden sei. Seit seiner Rückkehr nach Saxon gibt Rappaz laufend telefonisch Auskunft über seinen Zustand - vornehmlich an Journalisten. Der Hanfbauer fädelte auch seinen ersten Besuch ein: denjenigen seiner Tochter.
Sein erstes Menu zuhause bestand aus Salat, Linsen, Kartoffeln, Käse und Schinken. Seit neun Tagen isst Rappaz inzwischen wieder und hat dabei rund vier Kilo zugenommen. Durch den Hungerstreik hatte er insgesamt rund 30 Kilo verloren.
Zurzeit könne er jedoch nur kleine Portionen essen, erklärte Rappaz. Er ermüde aufgrund seines Zustands relativ schnell und müsse seine Kräfte einteilen. Er wird von seinem Hausarzt medizinisch betreut.
Bundesgericht muss nun entscheiden
Die Walliser Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten erlaubte den Hausarrest vergangene Woche. Hintergrund war die beim Bundesgericht hängige Beschwerde von Rappaz. Das Gericht wird bis zum 26. August über den vom Walliser Kantonsgericht abgelehnten Haftunterbruch befinden. Solange gilt der Hausarrest.
Rappaz brach nach dem Entscheid der Behörden seinen Hungerstreik ab. Das Bundesgericht hatte die Walliser Behörden angewiesen, das Leben und die körperliche Integrität des Hanfbauern zu schützen. Rappaz selbst hatte eine künstliche Ernährung im Spital abgelehnt, sollte er wegen des Hungerstreiks ins Koma fallen.
Nur beschränkte Besuche
Rappaz muss sich daheim an dieselben Regeln wie im Gefängnis halten. Er wird rund um die Uhr bewacht, und er hat Anrecht auf einen einstündigen täglichen Spaziergang in einem eingeschränkten Perimeter. Angehörige dürfen ihn während höchstens 90 Minuten pro Woche besuchen. Bei Arztbesuchen wird er begleitet.
Im Gegensatz zum Haftunterbruch wird der Hausarrest an die Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten angerechnet, die Rappaz wegen Anbaus und Handels mit Hanf und weiteren Delikten verbüssen muss. (oku/sda/)
Erstellt: 29.07.2010, 15:28 Uhr
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27 Kommentare
Herrliche Aussichten, so etwas gibt es wahrlich nur in der Schweiz wo Milch und Honig fliessen, die Menschen frei und fleissig sind, da wird dem Mitmenschen geholfen und das durch alle Böden durch! Ich bin überzeugt, das die Affäre Rappaz ihre Signalwirkung haben wird! Wie sagte doch "Pascal Zuberbühler" Mediamarkt..."ich bi doch nöd blöd", wetten dass das so mancher Steuerzahler denkt, wetten! Antworten
Wie uns dies freut... Jetzt werden wir womöglich von den täglichen Berichterstattungen über diesen interessanten Menschen verschont - danke! Wenn sich jeder Bürger so aufführen würde, ich weiss nicht wie unsere Gesellschaft dann noch funktionieren könnte. Ich hoffe er wird endlich vernünftig und sieht ein, dass die Gesetze auch für ihn gelten und dass er auf andere Weise mehr erreicht! Antworten
@K. Huber: "Wer kifft, kifft freiwillig" - solchen Individualismus lobte ich mir, wenn es beim Kiffen bliebe. Wenn der Individualismus bis zum Ende gelebt und weder Familie noch soziales Umfeld tangiert würde und wenn sich Pfarrer Sieber erfreulicheren Themen als Hanf-Uelis Wohlergehen zuwenden könnte. Das Sanieren ist dann eben nicht freiwillig. Freiwillig ist auch Probleme zu Ende zu denken. Antworten
Alle reden und schreiben immer nur über das Delikt im Zusammenhangmit Hanf. Er hat noch viele ander Straftaten begangen die bestraft werden müssen. Jetzt geniesst er es wieder zu Hause zu sein und telephoniert angeblich den ganzen Tag mit der Presse.E r ist ein Selbstinszenierer und die Medien unterstützen das noch. Bezahlen wir auch seine Telephonrechnung?? (Würde mich nicht wundern) Antworten
ROI. Return on invest. Hallo liebe Rechtskonservative:ist es denn nicht nach eurem Gusto, wenn eure Steuergelder euch zu Gute kommen (Strassen,TATTOO Festival,Fussball)?!Eigentlich nur konsequent, dass BR durch List wenigstens dafür sorgt,dass sein konfisziertes Vermögen wieder zum eigenen Wohl verwendet wird. Übrigens sind wahrscheinlich >95% der erwachsenen Kiffer selbstverantwortlich & mündig. Antworten
@ Hans Christian Müller: Rappaz sei ein *elendfördernder Drogenproduzent", meinen Sie? Wissen Sie, wovon Sie reden? Welches Elend produziert er? Wer kifft, kifft freiwillig, haben Sie das schon mal bemerkt? Nennen Sie die Walliser Weinbauern auch *elendfördernde Drogenproduzenten"? Und die Zigarettenmultis? Und die traditionsreiche Stumpenfabrik Villiger? Antworten
Wen hat Herr Rappaz geschädigt? Nur die Steuerkasse und die freiwilligen (!!!) Hanfkonsumentem. Die Walliser Behörden sollen sich auf besoffene Totraser konzentrieren, auf Ehefrauenschläger, auif Verbrecher, die Unwissende um ihre Ersparnisse bringen, auf Gewalttäter. Im Falle von Rappaz ist eine bedingte Strafe angemessen - und dann soll endlich mal die Hanfproduktion vernünftig geregelt werden. Antworten
Die Bewachung von Rappaz kostet täglich 2'400.-- Franken. Er darf den ganzen Tag telefonieren. Er bekommt sein Essen frei Haus geliefert und lebt in seinem grossen Anwesen. Ich möchte auch bestraft werden. Falls das nicht möglich ist, kann mir der Staat täglich etwa 3'000.-- Franken überweisen, dann organisiere und bezahle ich meine Strafe selbst. Diese Sonderbehandlung ist einfach skandalös. Antworten
Schreiben Sie meinetwegen über Rappaz, was Sie wollen. Sie dürfen ihn ein Schlitzohr oder einen Wunderregisseur im Wallisser Staatstheater nennen. Sie dürfen ihn hochjubeln oder verdammen. Aber nennen Sie ihn bitte nicht derart verniedlichend einen Hanfbauer. Rappaz ist ein skrupelloser, elendfördernder Drogenproduzent, als Einzelunternehmer im mittleren Stil, wie auch immer man ihn sonst einstuft Antworten
Herr Rappaz soll seine gesamte Strafe mit Fussfessel zuhause absitzen als kostengünstigste Variante, dem Gesetz wäre genüge getan. Zu Gotthelfs Zeiten braute jeder Bauer schwarz seinen Schnaps. Nach Einführung der Alkoholverwaltung dauerte es Jahrzehnte bis der letzte Brennhafen eingestampft war. Genau diese Entwicklung haben wir heute! Schwarzgrowereien (Hanf) schiessen wie Pilze aus dem Boden.. Antworten
Aber geändert hat nichts!Um meine Augen zu behandeln und wegen MS,an der Krankheit ich leide und Hanf ist zur Besserung einfach das Beste,muss ich mich immer noch auf die Strasse begeben um Hanf kaufen zu können!Ich bekam ein Rezept vom Arzt,aber ich bekam nur kurze Zeit Hanf,da hat sich die Polizei das Vergnügen gemacht alles abzubrennen!Da wird keine Rücksicht genommen auf die Kranken!!!!! Antworten
Herr Rappaz, Sie sind rechtmässig zu Freiheitsstrafe im Gefängnis verurteilt. Es liegt nicht an, dass die Mehrkosten durch den illegal erzwungenen Hausarrest der Staat trägt. Sie haben die Differenz restlos zurück zu bezahlen, und zwar 30 Tage netto!!! Unglaubliches Verhalten, dass Sie hier zu tage bringen! Antworten
Unabhängig vom Sinn bzw. Unsinn vom Hausarrest verstehe ich nicht, warum er die ganze Zeit bewacht werden muss und man den Hof absperrt. Warum legt man ihm nicht einfach GPS Fussfesseln an? Das würde den gleichen Zweck erfüllen und wäre wohl um den Faktor 100 günstiger.. Antworten
@ Zurzeit könne er jedoch nur kleine Portionen essen, erklärte Rappaz. Er ermüde aufgrund seines Zustands relativ schnell und müsse seine Kräfte einteilen. Selbstmitleid, was soll das? Sollen wir jetzt noch Mitleid mit diesem "Erpresser" haben. Wenn man bedenkt was für den, ein Aufwand betrieben werden muss. An die Kosten - wird wohl der Steuerzahler zur Kasse gebeten - nicht zu denken. Antworten
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Marie Hunziker
Einen Hungerstreik zu führen ist extrem schwer, deshalb hat es so wenig Leute die das tun. Nach einem Berner Experten stirbt man nach etwa 40 Tagen. Der Rappaz hat es über 100 Tage gehalten. Zum Glück haben die Walliser Behörden im letzten Moment den Tod des Gefangenen nicht erlaubt. Oder sollte man in unseren Schweizer Gefängnissen wie bei den Bananenrepubliken einfach sterben lassen ... ? Antworten