Grübel «sticht ins Wespennest»
Von Samuel Reber. Aktualisiert am 27.05.2009 94 Kommentare
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Initiativen angekündigt
Wird der Ständerat heute den Lohndeckel für die UBS ablehnen, könnte dieses Thema vors Stimmvolk kommen. SVP-Vizepräsident Christoph Blocher will auf jeden Fall dagegen ankämpfen. «Notfalls mit einer Initiative», sagt er im «Blick». SP-Präsident Christian Levrat im gleichen Blatt zur möglichen Abfuhr heute in der Kleinen Kammer: «Dann müssen wir vors Volk.»
SP-Ständeratin Anita Fetz verlangt in einer Motion, dass UBS-Chefs nur noch so viel verdienen wie Manager der Post oder Swisscom. Dies so lange, wie die Grossbank staatlich unterstützt ist. Der Nationalrat hat dies bereits beschlossen.
Wie entscheidet heute nun die Kleine Kammer? Dies wird wohl erst am späteren Nachmittag bekannt werden (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet live). Laut Medienberichten wird erwartet, dass die Linke und die SVP geschlossen für den Lohndeckel votieren, während die FDP sicher dagegen ist. Wie stimmt die CVP? Das ist die entscheidende Frage.
«Marktgerecht» entlöhnen
Die UBS hält von einem Lohndeckel gar nichts. Stattdessen hat man in jüngster Zeit von Lohnerhöhungen gesprochen. Es wird vermutet, dass Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter zehn Millionen pro Jahr erhält. Dies berichtete auch das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» in seiner gestrigen Sendung. Der «Trick» sei, dass man statt üppiger Boni zum Jahresende nun einfach den Fixlohn erhöhe, berichtete das TV-Magazin. Die Bank nahm dazu keine Stellung.
«10 vor 10» berichtet weiter von einem Mail von UBS-Chef Oswald Grübel, in welchem er die hohen Löhne verteidigt. Diese Millionensaläre seien nötig, um Mitarbeiter «marktgerecht» zu entlöhnen. Laut Finews.ch steht da weiter: «Daran halten wir fest, auch wenn uns dies in der emotionalen Debatte über die Gehälter mitunter Kritik einträgt.» Die Lohnerhöhungen der letzten Wochen habe Grübel zudem als «ausserordentlich» bezeichnet.
Grübel scheint unbeirrt an den Millionensalären festhalten zu wollen. «Damit sticht er in ein Wespennest», kommentiert «10 vor 10». Auch sei der Zeitpunkt für Lohnerhöhungen für die Manager zum jetztigen Zeitpunkt «denkbar ungünstig».
Personalverband ist entsetzt
Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) hat die Lohnerhöhungen bei der UBS massiv kritisiert. Insbesondere die höheren Saläre bei der krisengeschüttelten Investmentbank in den USA und in Grossbritannien sind dem Verband ein Dorn im Auge.
«Nachdem die Bank ein Rekord-Defizit angekündigt hat, ist äusserste Zurückhaltung auf allen Ebenen und auf der ganzen Welt angebracht», hatte der SBPV in der vergangenen Woche in einer Mitteilung geschrieben.
Die UBS sei mit öffentlichen Geldern gerettet worden. Demzufolge seien von der Finanzmarktaufsicht (Finma) Einschränkungen bei der Lohn- und Bonuspolitik gemacht worden.
«Dass nun jedoch zugunsten des Top-Managements die Bonusreduktion mit einer durchschnittlichen 50-prozentigen Lohnerhöhung wettgemacht werden soll, ist eine Provokation gegenüber der Bevölkerung und den Bankangestellten, welche nicht im Top-Management tätig sind», urteilt der SBPV. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.05.2009, 15:12 Uhr
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94 Kommentare
Mit einem Lohndeckel sind die Probleme nicht gelöst. Die Politik rennt dauernd alten Problemen nach. Sie macht Dauerpropaganda und schiest am Ziel vorbei. Die UBS ist frei und muss frei bleiben, in ihrer Lohgestaltung. Es ist Aufgabe der GV Saläre in Frage zu stellen, nicht der Parlamentarier. Die Politik muss dafür sorgen, dass die FINMA und die Kommissionen neutral und transparent agieren. Antworten
Herr Grübel hat recht. Stellt Euch vor wie tief die Wirtschafts- und Finanzkrise wäre, wenn nicht die besten Leute im Finanzsektor beschäftigt gewesen wären. Das Risiko diese Leute mit einem Minimallohn zu vergrämen und damit die Krise zu verschärfen, ist zu gross. Oder vielleicht ist einfach niemand mehr bereit ohne 7-stelligen 'Schadenersatz' seinen Namen mit der UBS in Verbindung zu bringen. Antworten
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