Schweiz

Genfer UNO-Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Aktualisiert am 04.11.2011 12 Kommentare

Die Weltgesundheitsorganisation leidet an einem Milliardendefizit und muss sparen. Betroffen von diesem Entscheid ist besonders der Hauptsitz in Genf – auch wegen des starken Frankens.

Es ist mehr als ein kleiner Schnupfen: WHO-Generaldirektorin Margaret Chan, hier am Sitz in Genf, muss hunderte Stellen abbauen.

Es ist mehr als ein kleiner Schnupfen: WHO-Generaldirektorin Margaret Chan, hier am Sitz in Genf, muss hunderte Stellen abbauen.
Bild: Keystone

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich selbst eine Abmagerungskur verordnet. Der WHO-Exekutivrat hiess heute nach einer dreitägigen Krisensitzung mehrere Sparmassnamen gut. Betroffen von diesem Entscheid ist besonders der Hauptsitz in Genf. Insgesamt werden bis Ende Dezember 350 der 2400 WHO-Angestellten in Genf ihre Arbeit verlieren. Die Streichung weiterer 350 Stellen in Genf werde derzeit geprüft, sagte ein WHO-Sprecher. Weltweit beschäftigt die Organisation 8500 Menschen.

Einer der WHO-Unterdirektoren, Daniel Lopez-Acuna, versprach vor Journalisten, dass es keinen «grossen Knall» geben werde. Das Reformprogramm werde schrittweise umgesetzt und die Aktivitäten langsam verlagert oder eingestellt. Der Entscheid hänge von der Umsetzung der beschlossenen Reformen im kommenden Jahr sowie von der Höhe der Beitragszahlungen der WHO- Mitgliedsstaaten ab.

«Sofortige Massnahmen»

Die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan wurde laut einer Medienmitteilung aufgefordert, «sofortige Massnahmen» für den Stellenabbau einzuleiten. Demnach müsse sie im Januar beim nächsten Treffen des Exekutivrats über die getätigten Schritte berichten. Die Weltgesundheitsversammlung, die im kommenden Mai zum nächsten Mal tagt, werde die Entwicklung weiterverfolgen.

Insbesondere müsse Chan die Rolle und Aufgaben der drei Ebenen der WHO – der Büros in den Ländern, der sechs Regionalbüros und des Hauptsitzes in Genf – präzisieren, um eine «kohärentere, schlankere und abgespeckte» Organisation zu ermöglichen.

Starker Franken

Ein Reformprojekt des WHO-Sekretariats schlägt zusätzlich vor, administrative und technische Aufgaben weg von Genf ins Ausland zu transferieren, wo die Kosten – auch wegen des starken Frankens – niedriger sind. Zudem soll abgeklärt werden, auf welche Bereiche die Organisation künftig ihren Fokus legen will.

Fast drei Viertel des Einnahmen der Weltgesundheitsorganisation sind freiwillige Abgaben der Mitgliedsländer. Wegen der aktuellen Finanzkrise sind die Einnahmen in den letzten Jahren gesunken – während das Budget ständig wuchs. Laut Zahlen vom August rechnet die WHO für 2010-2011 mit einem Minus von 1,2 Milliarden Dollar. (ami/sda)

Erstellt: 04.11.2011, 17:09 Uhr

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12 Kommentare

Markus Baumgartner

04.11.2011, 17:39 Uhr
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Es ist erstaunlich, für was ein starker Franken so alles herhalten muss ! (nicht der Franken ist stark, die andern Währungen sind schwach).Auch einer Organisation mit 8500 Beschäftigten kann das Geld mal ausgehen wenn nicht gehaushaltet wird.
So wie in Griechenland, muss auch ein solcher Apparat einmal schlanken und kann nicht beliebig aufgeblasen werden !
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Pascal Meister

05.11.2011, 10:02 Uhr
Melden 31 Empfehlung 0

Im Prinzip könnte man die ganze WHO aus Kostengründen nach Indien oder sonst wohin verlegen. Eigentlich macht es wenig Sinn, eine solche Organisation ausgerechnet am Genfersee zu führen, wo die Löhne und Kosten (Gebäude!) mit die höchsten der Welt sind. Klar ist es schön, wenn einige Schweizer dort gut verdienen, aber in einer Gesamtbetrachtung? Antworten



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