Schweiz

Gasche: «Wir bekämpfen die Rechtsunsicherheit»

Von Claudia Salzmann. Aktualisiert am 14.03.2012 6 Kommentare

Die BKW kämpft vorerst weiter für ihr AKW in Mühleberg. Am Mittwochmorgen orientiert der bernische Energiekonzern über das weitere Vorgehen. DerBund.ch/Newsnet berichtete live.

1/7 Vielleicht schon nächstes Jahr vom Netz: Blick auf das AKW Mühleberg.
Bild: Keystone

   

(DerBund.ch/Newsnet)

  • Stauwehr sicher  

    Ende März werde der Sicherheitsnachweis für den Staudamm an das Ensi eingereicht. Dieser zeige einzig, dass das Stauwehr einem starken Erdbeben, mit dem alle 10'000 Jahre zu rechnen ist, standhalten würde. Darin werden aber keine Präventivmassnahmen enthalten sein. Das Ensi will bis Ende Juni entscheiden, ob es diesen Punkt ebenfalls so beurteilt. Andernfalls behält es sich eine sofortige Abschaltung des AKW vor.

  • Keine genauen Zahlen  

    Gasche bittet um Verständnis, dass keine genauen Zahlen genannt werden. «Wir haben lediglich Zahlen aus dem letzten Jahr. Deshalb möchten wir hier keine genauen Zahlen angeben.» Es gebe handfeste Gründe dafür, um keine Zahlen in den Raum zu stellen. Gasche bestätigt aber: «Es geht um Millionenbeträge.»

  • Rasche Entscheidung  

    Alle Parteien seien an einer raschen Entscheidung interessiert. Genauere Angaben dazu macht Gasche nicht, er geht aber von Monaten aus.

  • Entscheidung Bundesgericht  

    «Wir gehen davon aus, dass das Bundesgericht die Fristen klären wird. Auch die Zuständigkeiten werden wohl geklärt werden», meint Urs Gasche auf die Frage, was die BKW nun vom Bundesgericht erwartet.

  • Kosten der Nachrüstungen  

    Die BKW nennt keine konkreten Zahlen zu den Investitionen. «Das sind Zahlen, die man nicht einfach auf den Tisch legt», erklärt Kurt Rohrbach. Wenn man diese Zahlen offenlegen würde, hätte dies für die BKW gegenüber der Konkurrenz Nachteile.

  • Aufteilung der Abschreibung  

    Bei einem Entscheid der Ausserbetriebnahme der AKW Mühlebergs müssten die Abschreibungen in einem Jahr gemacht werden, erklärt Rohrbach auf die Frage, wie die Abschreibungen gemacht werden würden.

  • Einreichen bei Uvek und Ensi  

    Die Konzepte werde die BKW bei der Uvek und der Ensi einreichen. Man werde parallel mit zwei gleichen Konzepten arbeiten, aber das sei nicht der Wunsch der BKW gewesen.

  • Urteil des BVG anfechten  

    An den sicherheitsbedingten Auflagen halte sich die BKW seriös. «Mit unserer Anfechtung bekämpfen wir die Rechtsunsicherheit», begründet Gasche den Entscheid des Verwaltungsrates der BKW

  • Unsicherheitsfaktor  

    Bis Ende Jahr rechnet die BKW laut Urs Gasche damit, dass man die Wirtschaftlichkeit der Investitionen besser beurteilen könne. «Uns ist nicht ganz klar, was die Fristen bedeuten», sagt Gasche.

  • Betriebsdauer versus Investitionen  

    Falls das Uvek wieder eine Befristungen einführt, wie geht die BKW vor, was die Investitionen anbelangt. Gasche: «Wir versuchen zu beurteilen, welche Aufwendungen und welche Investitionen braucht es noch. Dagegen setzen wir die Betriebsdauer.» Man plane bis Ende 2012.

  • Abschreibungen nicht gemacht?  

    Gefragt wird, ob vorher nicht genügend abgeschrieben wurde. Rohrbach: «Die ursprüngliche Anlage wurde in den ersten 20 bis 30 Jahre abgeschrieben. Betriebswirtschaftlich sind wir nicht frei, wann abgeschrieben wird.»

  • Alternativen geprüft  

    Weitere Möglichkeiten und Alternativen werden geprüft, um die Wasserzufuhr alternativ zu ersetzen, wenn dies nicht mit Aarewasser gemacht werden könnte.

  • Investitionen  

    Mit verhältnismässigen Investitionen könne die BKW die Sicherheitsmassnahmen erheblich erhöhen, erklärt Rohrbach auf die Frage, ob die Stauwehr die Sicherheit erfülle.

  • Fragen aus dem Publikum  

    Ob es nicht riskant sei, nun zu investieren, wenn die BKW nicht wisse, wie es nächstes Jahr weitergehe? Es seien durchdachte Investitionen und die BKW geht nach ihrem Grundsatz «Safety first» vor, sagt der BKW-Geschäftsführer Rohrbach.

  • Finanzielle Auswirkungen  

    Die zum Zeitpunkt der Ausserbetriebnahme bilanzierten Werte müssten abgeschrieben werden. Per 31. Dezember 2011 sind Sachanlagen von rund 400 Millionen Franken bilanziert. Die Rückstellungen müssten um rund 200 Millionen erhöht werden.

  • Stauwehr standfester  

    Nach Fukushima forderte die Ensi präzisere Berechnungen bezüglich der Erdbebensicherheit. So werden zusätzliche Instandhaltungsarbeiten bei der Stauwehr Mühleberg nötig. Die Bauarbeiten zur Stauwehr Mühleberg sollten voraussichtlich im Juni 2012 beginnen.

  • Lösung für die Risse  

    Der Austausch des gesamten Kernmantels ist weder von der BKW noch vom Ensi vorgesehen. Der Vorschlag der BKW sei, die vier bestehenden Zuganker durch stärkere zu ersetzen und zwei zusätzliche einzubauen.

  • Risse im Mantel  

    Als Reaktion habe die BKW 1996 vier Zuganker als präventive Massnahme eingebaut. Sie dienen zur Stabilisation. Nach wie vor weise der Mantel keine durchgehenden Risse auf, so Rohrbach.

  • Alternative Wasserzufuhr  

    Mit dem Notstandsystem «Susan» verfüge das KKM über eine redundante Sicherheitseinrichtung, die jedoch wie die normale Kühlung das Wasser auch aus der Aare beziehe. Wie bereits bekannt, prüft die BKWoberhalb des Geländes des AKWs den Bau eines Hochreservoirs. Dies um die Wasserzufuhr für die Kühlung sicherzustellen, wenn es unmöglich ist, Wasser aus der Aare zu entnehmen. Neu ist, dass die BKW den Bau einer Leitung von der Saane zum AKW prüft.

  • Betonung der Sicherheit  

    Rohrbach: «Die Sicherheit ist Kultur und für uns eine Daueraufgabe. Und das nicht erst seit Fukushima.»

  • Kurt Rohrbach kommt zu Wort  

    Rohrbach, der BKW-CEO, will das KKM betreiben, so lange Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet seien. «Unter allen Umständen hat die Sicherheit die höchste Priorität.» Das KKW habe in diesem Punkt von internationalen Fachleuten Bestnoten erhalten.

  • Wirtschaftsfaktor  

    Das AKW sei für die Region ein wichtiger Arbeitgeber und eine Stilllegung erfordere Rückstellungen um 200 Millionen Franken. Mit diesen Punkten zeigt Gasche die Gründe auf, weshalb die BKW ans Bundesgericht weiterziehe. Zudem müsste der Bilanzwert des AKWs von 400 Millionen Franken sofort abgeschrieben werden.

  • Zur erneuerbaren Energien beitragen  

    Den Rücken könnte man der BKW freihalten, wenn das AKW Mühleberg noch länger am Netz bleiben würde. «Die BKW will ihren Teil zur erneuerbaren Energie beitragen, doch mit der Abschaltung wird dies schwierig.»

  • Viele Unklarheiten  

    Das Gericht habe angeordnet, dass zusammen mit einem Verlängerungsgesuch ein umfassendes Instandhaltungskonzept eingereicht werden. «Doch muss das Konzept bis im Juni 2013 nur eingereicht oder schon abgesegnet sein?», wirft Gasche eine Frage auf.

  • Urs Gasche spricht  

    Am Dienstag habe sich der Verwaltungsrat der BKW getroffen und entschieden, dass die Entscheide nun rasch kommuniziert werden. «Das Instandhaltungskonzept steht im Zentrum. Die Elemente, die verlangt sind, sind bereits Gegenstand in Projektarbeiten», erläutert er.

  • Medienorientierung beginnt  

    Antonio Sommavilla, der Mediensprecher der BKW, begrüsst die Medienschaffenden an der Konferenz. Er stellt das Programm der Orientierung vor.

  • Ausgangslage  

    Der bernische Energiekonzern BKW kämpft vorerst weiter für sein AKW in Mühleberg. Er zieht den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ans Bundesgericht weiter und setzt zugleich die Arbeiten am geforderten Instandhaltungskonzept fort. Die BKW-Spitze begründet am Mittwoch vor den Medien ihren Entscheid.

Erstellt: 14.03.2012, 10:32 Uhr

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6 Kommentare

martin meyer

14.03.2012, 10:12 Uhr
Melden 20 Empfehlung 0

ich würde mal lieber für die Betriebs- und Volkssicherheit kämpfen... Antworten


peter berger

14.03.2012, 12:46 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Nein Herr Gasche, Sie kämpfen nicht für Rechtssicherheit sondern um Ihre Pfründe. Antworten



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