Schweiz

Flüchtlinge aus Libyen erreichen die Schweiz

Von Verena Vonarburg. Aktualisiert am 02.04.2011 51 Kommentare

Acht Libyer haben im März in der Schweiz um Asyl nachgesucht. Die Gesuche von Tunesiern nehmen massiv zu.

Dem Bürgerkrieg entflohen: Männer aus Libyen an der Grenze zu Tunesien. (Archivbild)

Dem Bürgerkrieg entflohen: Männer aus Libyen an der Grenze zu Tunesien. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Die ersten Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Libyen sind hier. Acht libysche Staatsangehörige haben im März ein Asylgesuch gestellt. Das gibt Joachim Gross vom Bundesamt für Migration (BFM) auf Anfrage des TA bekannt. Wegen der Kriegssituation und des brutalen Vorgehens des Ghadhafi-Regimes ist es durchaus möglich, dass Flüchtlinge aus diesem Land bei uns Asyl bekommen und somit als anerkannte Flüchtlinge in der Schweiz leben dürfen.

Anders präsentiert sich die Situation der jungen tunesischen Männer, die auf Arbeitssuche in die Schweiz kommen. Von ihnen werden die meisten bald schon wieder zurückreisen müssen. Die Zahl tunesischer Wirtschaftsmigranten nimmt deutlich zu. Im März haben gemäss Gross 159 Tunesier ein Asylgesuch gestellt. Das ist das Dreifache im Vergleich zum Februar. Damals waren es erst 48 Gesuche. Das BFM will die Fälle jener Personen möglichst schnell behandeln, die auf Lampedusa angekommen sind und die man nicht nach Italien zurückschicken kann. Bei Arbeitsmigranten, die kein Bleiberecht haben, will das BFM laut Gross «ein klares Signal setzen, dass sie die Schweiz wieder verlassen müssen».

Ab Mitte April erst recht Druck

In den nächsten Monaten dürften aufgrund der Umwälzungen in Nordafrika spürbar mehr Flüchtlinge in unser Land reisen. «Wir erwarten ab Mitte April einen zunehmenden Migrationsdruck hauptsächlich an der Südgrenze», sagt Jürg Noth, Chef des Grenzwachtkorps dem TA. Auch das BFM rechnet mit steigenden Zahlen, geht aber nach wie vor davon aus, dass das Hauptzielland der Tunesier Frankreich bleibe, weil dort schon viele Tunesier lebten. Italien ist daran, die Flüchtlinge aus Lampedusa auf die verschiedenen italienischen Regionen zu verteilen. Es sei denkbar, dass Tunesier den Sommer über illegal in Italien auf Feldern arbeiteten und erst im Herbst oder Winter, wenn es kälter wird, versuchen würden, in die Schweiz zu kommen, sagt Gross vom BFM.

Da die Zusammenarbeit der Schweiz mit Italien nicht immer befriedigt – Italien nimmt nicht alle Migranten zurück, die es gemäss Dublin-Abkommen zurücknehmen müsste –, will BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond demnächst zu Gesprächen nach Rom reisen. Er wird mit seinem Amtskollegen auch erörtern, wie die Schweiz Italien bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems helfen könnte. Auch mit Griechenland ist im April ein Treffen vorgesehen. Die Schweiz schickt momentan keine Asylbewerber nach Griechenland zurück, da Athen die Standards nicht einhält. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.04.2011, 11:50 Uhr

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51 Kommentare

Ulrich Kaiser

02.04.2011, 12:29 Uhr
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Dieses Dublin-Abkommen scheint nur auf dem Papier zu bestehen? Wenn Italien dieses Abkommen nicht einhalten will, dann sollen die Nordafrikaner bitte schön an der Schweizer Grenze halt machen und warten, bis Rom gezwungen wird einzulenken, dann brauchen sie gar nicht mehr einzureisen, können grad wieder zurück. Oder leiten wir sie ohne Umweg direkt nach D weiter. Antworten


Rene Frischknecht

02.04.2011, 13:41 Uhr
Melden 56 Empfehlung

Das Kleinbasel bekommt kulturellen Auftrieb.
Endlich!
Antworten



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