Schweiz

«Es wäre uns eine Freude, wenn wir etwas tun können»

Aktualisiert am 29.01.2010

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat am Rande des WEF Verbündete in der Libyen-Affäre gesucht – und offenbar auch gefunden.

1/5 Sie haben der Schweiz vorsichtig ihre Unterstützung zugesagt: Der iranische Aussenminister Manouchehr Mottaki (rechts) und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, hier am Freitag in Davos.
Bild: Keystone

   

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat sich am Freitag am Weltwirtschaftsforum (WEF) mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, zu einem Gespräch getroffen. Dabei unterhielten sich die beiden über Libyen, das Mitglied der Liga ist.

Moussa sagte nach dem Gespräch gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SF, er kenne nun die Schweizer Erklärung der Lage und schaue was er in der Affäre Qhadhafi tun könne.

Iran bietet Hilfe an

Calmy-Rey traf sich während ihres eintägigen Aufenthalts in Davos ausserdem mit ihrem iranischen Amtskollegen Manouchehr Mottaki. Nach dem Treffen bot Mottaki seine Hilfe in der Affäre Qhadhafi an: «Wenn wir etwas tun können, wäre es uns eine Freude», sagte er in der «Tagesschau». Iran wolle aber nicht selber vermitteln, sondern zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen.

Auch Deutschland ist offenbar bereit, die Schweiz zu unterstützen. Angesprochen auf eine mögliche Vermittlerrolle Deutschlands sagte Calmy-Rey im Westschweizer Fernseher TSR, die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer seien in der vergangenen Woche von Vertretern aus Deutschland und anderen EU-Ländern zu ihren Berufungsprozessen begleitet worden.

Nach Informationen von «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens vom Freitagabend ist gar ein deutscher Spitzendiplomat direkt in die Vermittlungen für die Heimreise der Schweizer Geiseln in Tripolis involviert. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle verfolge «sehr genau», wie sich die Libyen-Affäre entwickle, sagte Calmy-Rey lediglich gegenüber SF.

Keine Libyer am WEF

Wegen der angespannten Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen sind am diesjährigen WEF keine libyschen Staatsangehörige zugelassen. Das hatten die Organisatoren im Vorfeld der Veranstaltung bekannt gegeben. Vor einem Jahr hatte Calmy-Rey in Davos mit Saif al-Islam Qhadhafi, dem Sohn von Revolutionsführer Muammar al-Qhadhafi, Gespräche über die bilaterale Krise geführt.

Am Nachmittag traf die Aussenministerin ausserhalb des Kongresszentrums ihre Amtskollegen aus Österreich und Belgien, Michael Spindelegger und Steven Vanackere. Die Treffen mit den Aussenministern Deutschlands und Frankreichs, Guido Westerwelle und Bernard Kouchner, fielen ins Wasser: Beide sagten ihre Teilnahme am WEF kurzfristig ab.

(oku/sda)

Erstellt: 29.01.2010, 22:07 Uhr

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