«Eine verpasste Chance, um die Sicherheit zu verbessern»
Interview: Hubert Mooser. Aktualisiert am 16.12.2009 83 Kommentare
«Es gibt kein vernünftiges Gegenargument»: SP-Nationalrätin Chantal Gallade
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Frau Galladé, der Bundesrat hat heute die von Ihnen mitgetragene Initiative «Schutz vor Waffengewalt» abgelehnt.
Ich finde, das ist eine verpasste Chance, um in diesem Lande die Sicherheit zu verbessern. Wir können jedoch die Volksabstimmung gewinnen. Denn es gibt kein vernünftiges Argument gegen die Initiative. Man kann weder Kosten noch Arbeitsplätze als Gegenargumente auffahren.
Kommt das Nein des Bundesrats zur Initiative gegen Waffengewalt für Sie überraschend?
Nein – eigentlich nicht. Es gab solche Signale aus dem VBS von Ueli Maurer schon seit längerer Zeit. Ich habe aber eine Zeit lang erwartet, dass man einen Gegenvorschlag präsentiert. Dennoch glaube ich, dass dieses Begehren im Volk einen grossen Rückhalt hat. Die Menschen wollen mehr Schutz vor Waffengewalt, das zeigen Umfragen.
Ueli Maurer will für Armeeangehörige die Möglichkeit schaffen, dass sie freiwillig ihre Waffe abgeben können. Wieso reicht Ihnen das nicht?
Der Grossteil der Waffen würde dann trotzdem noch zu Hause aufbewahrt. Die Waffen können dann auch weiterhin missbraucht und unter Umständen im Streit oder Affekt eingesetzt werden. Das ist also kein echter Schutz vor Waffengewalt.
Ist der private Besitz von Schusswaffen ein Problem?
Ich glaube schon, dass es ein Problem ist. Es gibt jährlich 300 bis 400 Todesfälle wegen Schusswaffen. Indem man zum Beispiel ein Waffenregister einführt und Armeewaffen nicht mehr zu Hause aufbewahrt, wären weniger Waffen im Umlauf. Es ist auch nicht sehr zeitgemäss, dass der Staat der Bevölkerung Waffen gibt, damit diese dann die Waffen bei sich zu Hause aufbewahren.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.12.2009, 16:41 Uhr
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