Die gefährlichsten Orte der Schweiz

Gewaltdelikte und Einbrüche: Unsere Grafiken zeigen, in welchen Kantonen und Städten es am meisten Kriminalität gibt.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz gesamthaft über 592'000 Straftaten begangen: gegen das Betäubungsmittelgesetz (83'268), das Ausländergesetz (41'886) und vor allem gegen das Strafgesetzbuch (467'731). Das zeigt die heute veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2016.

Am meisten Delikte, die unter das Strafgesetzbuch fallen, gibt es im Kanton Zürich (1'466'424). Stellt man die Straftaten jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, sind andere Regionen gefährlicher.

Klicken Sie auf die einzelnen Kantone, um deren Werte zu sehen.

Am kriminellsten ist verhältnismässig der Kanton Basel-Stadt. Über 110 Straftaten werden hier pro 1000 Einwohner begangen. In Genf sind es mit gut 107 nur unwesentlich weniger. Eine vergleichsweise hohe Kriminalität weisen auch Neuenburg (75,1) und das Waadtland (70,5) auf.

Diese vier Kantone verzeichnen sowohl die meisten Gewaltdelikte – darunter fallen Tätlichkeit, Drohung, Körperverletzung und Raub – als auch die grösste Anzahl an Einbruch- und Einschleichdiebstählen.

Gewaltstraftaten kommen mit Abstand am häufigsten in Basel-Stadt vor: Im vergangenen Jahr waren es über 13 pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen die Kantone Neuenburg (8,5), Genf (7,9) und Waadt (6,5). Der gesamtschweizerische Durchschnitt lag bei 5,2 Gewaltdelikten pro 1000 Einwohner und war damit leicht höher als im Vorjahr (5,1).

Bei den Einbruch- und Einschleichdiebstählen hingegen gab es auf nationaler Ebene zum vierten Mal in Folge einen Rückgang. 2016 ereigneten sich 127 solche Vorfälle pro Tag, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch im Kanton Genf ging die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner von 12 auf 9,4 zurück. Trotzdem wird hier immer noch am häufigsten eingebrochen.

Dass Genf und Basel die beiden Ranglisten anführen, kann unter anderem damit erklärt werden, dass es sich um Kantone handelt, die ganz oder grösstenteils von Stadtgebiet bedeckt sind. In urbanen Gebieten halten sich tagsüber und nachts eine Vielzahl Personen auf, die nicht in der Stadt wohnen, beispielsweise Pendler. Umso grösser die Menschenansammlung, desto häufiger werden Straftaten begangen.

Andererseits zeigt die Rangliste der Schweizer Städte, dass auch Orte eine hohe Kriminalität aufweisen, die vergleichsweise wenige Einwohner haben.

Basel führt das Ranking mit 13,1 Gewaltdelikten pro 1000 Einwohner an. Die Bevölkerung der Städte auf den Rängen zwei bis fünf – La Chaux-de-Fonds, Biel, Freiburg, Neuenburg – ist nicht einmal ein Drittel so gross. Gleichzeitig hat St. Gallen mehr Einwohner und trotzdem die zweitkleinste Gewaltrate. Die Metropolen Zürich und Genf folgen erst an siebter und achter Stelle.

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Auffallend ist zudem, dass viele französischsprachige Städte auf den vorderen Plätzen zu finden sind – auch bei den Einbruch- und Einschleichdiebstählen. In Lausanne kommen 12,5 Einbrüche auf 1000 Bewohner, in Biel, Neuenburg und Genf sind es ebenfalls mehr als 10. Acht der zehn Städte mit der höchsten Einbruchrate liegen in der Romandie.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.03.2017, 18:03 Uhr

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