Schweiz

Die SVP hat die Themen, die anderen Parteien die Köpfe

Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 23.04.2012 50 Kommentare

Die SVP fuhr im Vorfeld der nationalen Wahlen 2011 eine andere Inseratestrategie als die restlichen Parteien. Dies zeigt eine Analyse der Universität Bern.

1/8 Slogan statt Köpfe: Das Wahlplakat der SVP war auch in den Zeitungen zu sehen.
Bild: Keystone

   

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Themen statt Köpfe, lautete die Wahlstrategie der SVP. Dies zeigt eine Analyse von Wahlinseraten im Vorfeld der Wahlen 2011. Während die anderen Parteien häufiger mit Kandidaten inserierten, setzte die SVP auf Themen. «42 Prozent der insgesamt 1005 analysierten SVP-Inserate warben mit Themen oder mit der SVP als Partei», zieht ein Team der Universität Bern Bilanz, das Inserate aus über 20 Tages- und Wochenzeitungen unter die Lupe genommen hat. Im Vergleich dazu stellten nur die CVP (13 Prozent) und die SP (11 Prozent) in wenigstens zehn Prozent ihrer Inserate einen Inhalt in den Mittelpunkt.

SVP thematisierte Migration und EU

Die Themen-Inserate der SVP konzentrierten sich auf die Migrationspolitik (60 Prozent) und die bilateralen Beziehungen mit der EU (10 Prozent) oder beschränkten sich auf Parteilogo und -slogan (20 Prozent), schreibt die Universität in einer Medienmitteilung. «Die SVP setzte damit gezielt auf jene Themen, mit denen sie seit Beginn der 1990er-Jahre Erfolge verbucht», sagte Marc Bühlmann vom Institut für Politikwissenschaft gemäss Medienmitteilung. Hinter der Konzentration auf kontroverse Themen statt lächelnder Kandidatinnen und Kandidaten stehe wohl eine langfristige Politmarketing-Strategie der SVP, meint Bühlmann.

Andere Parteien bevorzugten die Regionalteile

Ein weiteres Fazit des Forscherteams: Während die anderen Parteien wesentlich häufiger in den Regionalteilen der Printmedien inserierten, habe die SVP mit der Platzierung ihrer Wahlwerbung im Inlandteil der Zeitungen das Ziel verfolgt, eine bereits auf ihre spezifischen Themen sensibilisierte, «politisch affine» Wählerschaft anzusprechen und zu mobilisieren.

Was die Analyse ebenfalls ergab: Während der Sturm aufs Stöckli von den Zeitungsredaktionen viel beachtet wurde, bewarb die SVP ihre Ständeratsanwärter in nur gerade 16 Prozent ihrer Inserate. Die SP und die BDP haben dafür einen Viertel ihrer Zeitungswerbung reserviert.

SVP reagierte auf aktuelle Ereignisse

Das Team kommt zum Schluss, dass die SVP in der Wahlwerbung ihrer Rolle als Oppositionspartei treu geblieben sei. «Mit ihren auf Inhalte konzentrierten Inseraten konnte sie aktuelle Ereignisse direkt in den Wahlkampf einbauen – zum Beispiel eine Messerattacke junger Migranten auf einen Schweizer», wird in der Medienmitteilung festgehalten.

Das Institut für Politikwissenschaft attestiert der SVP ein professionelles Politmarketing. Das zeige sich auch darin, dass der Vertrag mit dem Volk, der an der Delegiertenversammlung unterzeichnet worden war, gehäuft als Inserat in der Printpresse geschaltet wurde. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.04.2012, 16:33 Uhr

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50 Kommentare

Josef Hofstetter

23.04.2012, 17:48 Uhr
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Mit Köpfen allein ist es nicht getan. Wer keine Themen hat, welche das Schweizer Volk belasten, der kann auch mit nichtssagenden Köpfen nichts anfangen. Es gibt wenige Politiker welche den Mut haben, Themen anzusprechen. Diese findet man leider nur in der SVP. Antworten


Diana Metzler

23.04.2012, 18:57 Uhr
Melden 52 Empfehlung 0

Das Thema Masseneinwanderung brennt doch vielen Schweizern unter den Näglen. Die SVP soll dieses Thema ansprechen und die andern Parteien sollen helfen, gute Lösungen zu finden. Wir wollen doch die Schweiz lebenswert erhalten für die Menschen, die jetzt hier leben. Antworten



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