Schweiz
«Die Kommunikation muss offensiver sein»
Interview: Hubert Mooser. Aktualisiert am 18.03.2013 13 Kommentare
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Herr Freysinger, welches Departement werden Sie nach Ihrem grandiosen Sieg bei den Walliser Staatsratswahlen erhalten?
Das ist noch nicht entschieden.
Kann man Ihnen Ihr Wunschdepartement, das Bildungsdepartement, nach diesem Resultat noch verwehren?
Ja, das kann man, denn in der Departementswahl kommen die Dienstjahre und das Alter als Kriterien vor dem Wahlresultat.
Haben Sie konkrete Pläne, was die Schulen im Wallis anbelangt?
Ja. Unter anderem müssen die Grundlagenfächer gestärkt, die Zweisprachigkeit durch Immersion gefördert, mehr Synergien zur lokalen Kulturszene hergestellt, die Rolle des Klassenlehrers gestärkt und Schüler mit starkem Wissens- oder Lerndefizit in Förderklassen speziell gefördert werden – bevor sie in die Regelklassen kommen. Auch muss die fortschreitende Bürokratisierung aufhören. Der Lehrberuf ist eine Berufung und sollte nicht in endlosen Konferenzen und Rapporten versanden.
Sie haben doch sicher eine Vorstellung darüber, was Sie in der Walliser Regierung sonst noch alles verändern möchten?
Eine bessere Vernetzung der Bergkantone muss angestrebt werden. Die Kommunikation muss offensiver sein. Die Regierung muss dem Volk zeigen, dass sie an seiner Seite steht.
Welche Dossiers muss die Walliser Regierung in den kommenden Jahren prioritär anpacken?
Die Umsetzung des Raumplanungsgesetzes ist ein grosses Problem. Beim definitiven Wortlaut des Gesetzes zur Zweitwohnungsinitiative muss um jedes Wort gekämpft werden. Dann steht das Problem des Rückfalls der Konzessionen im Elektrizitätsbereich an sowie die vorgesehene Erbschaftssteuer von 20 Prozent.
Wie werden Sie die CVP-Mehrheit in der Regierung von Ihren Plänen überzeugen?
Durch Argumente und nochmals Argumente.
Staatsrat Jean-Michel Cina sagte gestern in Interviews, die Gefahr bestehe, dass die SVP weiterhin eine Doppelrolle einnehme – also Oppositionspartei und Regierungspartei gleichzeitig spiele. Was sagen Sie dazu?
Die Fraktion wird kritisch mitarbeiten, aber die Zähne ziehen lassen soll sie sich in keinem Fall. Es wird wohl Geschäfte geben, wo ich in Widerspruch zur Fraktion stehen werde. Eine Demokratie lebt vom kritischen Geist und verliert an Wert, wenn man um des Machterhalts willen immer nur kuscht.
Warum haben Sie und die SP-Vertreterin Esther Waeber-Kalbermatten die CVP-Staatsräte abgehängt?
Aus ganz verschiedenen Gründen: Sie, weil der FDP-Kandidat durch sie die Oberwalliser Minderheit und die einzige Frau in der Regierung angriff. Ich, weil das Volk eine Änderung wollte. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.03.2013, 17:57 Uhr
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