Schweiz

Die Berner Jungfreisinnigen outen ihre Spender

Von Verena Vonarburg. Aktualisiert am 12.05.2010 2 Kommentare

Man wolle dem Gerücht entgegentreten, die Freisinnigen würden von den Grossbanken und der Pharma gekauft, sagen die Jungen.

Macht einen symbolischen Schritt: Patrick Minder, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons Bern. (Bild: PD)

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In den nächsten Tagen machen die Kantonalberner Jungfreisinnigen einen bemerkenswerten symbolischen Schritt: Sie schaffen mehr Transparenz, woher ihre Spenden kommen. «Wir gehen als gutes Beispiel voran. Die Linken fordern das seit Jahren, wir machen es», sagt Patrick Minder, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons Bern. Die Partei wird die Spender nicht mit Namen aufführen, sondern nach Kategorien: Privatspender und Unternehmungen, Letztere aufgeschlüsselt nach Branchen. Grosse Spenden, das als Wunsch an die Mutterpartei, sollten namentlich aufgeführt werden, um zu demonstrieren, dass man nichts zu verstecken habe.

Noch einen Schritt weiter gehen die Stadtberner Jungfreisinnigen. Wer tausend Franken oder mehr spendet, soll auf der Homepage der Partei aufgeführt werden. Das haben die Jungen diese Woche entschieden.

Kein Anlass, das System zu ändern

Die Berner wollen das Thema auf die nationale Bühne bringen und im August an der Delegiertenversammlung der Jungfreisinnigen Schweiz diskutieren, wie Minder sagt. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen, auch Mitglied der Jungfreisinnigen, hält es für angebracht, «dass man etwas offensiver wird». Wichtiger scheint ihm allerdings, dass die einzelnen Politiker darlegen, wie viel sie an ihren jeweiligen Mandaten verdienen. Doch Wasserfallen würde sich «nicht gross dagegen wehren», dass man einer Partei vorschreibe, ihre Spenden offenzulegen.

FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher sieht für die FDP Schweiz keinen Anlass, das System zu ändern. «Um eine absolut unabhängige Politik zu garantieren», wüssten nur der Parteipräsident und der Generalsekretär über die Finanzierung Bescheid. Würden die Jungfreisinnigen einen anderen Weg gehen, sei das aber eine gute Sache.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.05.2010, 21:28 Uhr

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2 Kommentare

Edith Habermann

12.05.2010, 06:38 Uhr
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Endlich mal eine brauchbare Idee aus der Küche der FDP. Bravo! Leider aber nur von der Jungmannschaft. Und diese wird dafür gleich vom Generalsekretär wieder zurückgepfiffen. Ist das die viel beschworene Politik der Mitte? Oder ist das der Beweis dafür, dass es die FDP eigentlich nicht mehr braucht, da sie sich mit ihrem Wischi-Waschi Kurs immer gleich wieder selbst neutralisiert? Antworten


peter haber

12.05.2010, 09:56 Uhr
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Es wundert mich immer wieder, wie die Schweiz tief auf internationale korruptionslisten kommt, wobei doch politische spenden und nebenverdienste von politikern nicht offengelegt werden sollen. In länder ohne korruption ist sowas nicht vorstellbar. Ich denke, die korruption wird hierzulande so gründlich verborgen dass sie nicht wahrgenommen wird. Politische spenden sollten gar nicht erlaubt sein. Antworten



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