Schweiz

«Die Balance ist ausschlaggebend»

Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 07.12.2010 39 Kommentare

An der Klimakonferenz in Cancún soll ein neues Abkommen ausgehandelt werden. Adrian Aeschlimann, Sprecher der Schweizer Delegation, nennt die Staaten, die genau dies blockieren wollen.

1/5 Den Kopf in den Sand stecken: Aktivisten symbolisieren die Untätigkeit der Politiker während des Klimagipfels - und deren Folgen.

   

«Wir sind eine kleine, flexible, gut vernetzte Delegation»: Adrian Aeschlimann, Mediensprecher.

Schweizer Delegation in Cancun

Die rund 20-köpfigen Schweizer Verhandlungsdelegation in Cancún wird geleitet von Botschafter Franz Perrez, Chef der Abteilung Internationales im Bundesamt für Umwelt. Der Delegation gehören Vertreterinnen und Vertreter des UVEK, des EDA, des EDI, des EVD an. In der Delegation sind zudem Wirtschaft, Wissenschaft, Entwicklungsorganisationen und Umweltverbände vertreten. Vom 8. bis 10. Dezember wird die Schweiz in Cancún von Bundespräsidentin Doris Leuthard und Bruno Oberle, Direktor des Bundesamts für Umwelt, vertreten.

Klimagipfel in Cancun

Der Klimagipfel im mexikanischen Badeort Cancún findet vom 29. November bis 10. Dezember statt. Nach der Halbzeit steigt der Erfolgsdruck auf den Klimagipfel. Um den Verhandlungsverlauf zu beschleunigen, setzte Konferenzpräsidentin Patricia Espinosa für die wichtigsten Themenbereiche jeweils zwei Minister ein – je einen aus einem Industrie- und einem Entwicklungsland. So werden sich Grossbritannien und Brasilien um das in Cancún höchst umstrittene Thema eines Nachfolgeabkommens für das Kyoto-Protokoll kümmern. (sda)

Wie ist die Stimmung in Cancún?
Hier auf dem Konferenzgelände herrscht ein geschäftiges Treiben, und trotz der teils verhärteten Positionen ein respektvoller Umgang. Im Verlauf der zweiten Woche kommen die Staatsoberhäupter und die Ministerinnen und Minister. Die Verhandlungsdelegationen versuchen, die Verhandlungen so weit zu treiben, damit am Ministertreffen Entscheide gefällt werden können. Ausserhalb des Konferenzgeländes besteht ein grosses Sicherheitsdispositiv mit Strassenkontrollen und bewaffneten Schiffen, die vor der Küste patrouillieren.

Welches Ziel verfolgt die Schweiz?
Die Schweizer Delegation verhandelt im Rahmen des Verhandlungsmandates des Bundesrates. Hauptziel der 16. UNO-Klimakonferenz in Cancún ist ein ausgewogenes Paket von Beschlüssen, welche die Eckpunkte eines neuen Klimaabkommens festlegen. Es muss ein Gleichgewicht gefunden werden zwischen den Verpflichtungen und Zugeständnissen der Industrie- und Schwellenländer. Diese Balance ist ausschlaggebend für eine mögliche Verabschiedung eines umfassenden Klimaabkommens in Südafrika Ende 2011.

Wie will die Schweiz das bewerkstelligen?
Die Schweiz ist auf mehreren Ebenen aktiv. Sie leitet zum Beispiel die Umweltintegritätsgruppe, der Gastgeber Mexiko, Südkorea, Liechtenstein und Monaco angehören. Als Organisatorin des Genfer Treffens zur Klimafinanzierung vom September 2010 hat die Schweiz einen Vorschlag gemacht, damit eine mehrheitsfähige Lösung in der Frage der Klimafinanzierung gefunden werden kann. Als kleine, flexible, aber gut vernetzte Delegation bringt sie kreative Lösungen ein.

Was kann ein solcher Klimagipfel effektiv bewirken?
Im besten Fall kann an einem solchen Gipfel ein Klimaabkommen beschlossen werden. In Cancún ist ein solches nicht in Reichweite. Es geht zurzeit eher darum, ein Scheitern zu verhindern und eine gute Basis zu legen für den Klimagipfel Ende 2011 in Südafrika.

Gibt es Länder, die Klimaschutz besonders forcieren?
Es gibt in den Klimaverhandlungen drei grosse Blöcke: die Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Innerhalb dieser Blöcke gibt es jeweils Turbos und Bremser. Die USA beispielsweise haben das Kyoto-Protokoll immer noch nicht ratifiziert, und es gibt keine politische Mehrheit für eine griffige Klimapolitik. China als mittlerweile grösster Verursacher von Treibhausgasen ist national sehr aktiv, will sich aber von der internationalen Gemeinschaft nicht kontrollieren lassen. Bei den Entwicklungsländern sind es insbesondere die erdöl- und erdgasexportierenden Entwicklungsländer, die ein Vorwärtskommen blockieren, indem sie jedes Wort einzeln verhandeln wollten.

Wie ist die internationale Prominenz vertreten?
Im Gegensatz zur Klimakonferenz in Kopenhagen ist in Cancún deutlich weniger Prominenz anwesend. Aus Sicht der Schweizer Delegation ist der Besuch von Bundespräsidentin Doris Leuthard ein Höhepunkt der Konferenz.

Wie sind die Delegierten untergebracht?
Die Mitglieder der Schweizer Delegation sind in einem Hotel untergebracht, das sich rund 45 Busminuten vom Konferenzgelände entfernt befindet.

Wo gehen Sie nach Feierabend aus?
Die Delegation trifft sich in der Regel um 8 Uhr zu einer ersten Sitzung. Anschliessend folgen die Sitzung mit der Umweltintegritätsgruppe und die eigentlichen Verhandlungen. Diese dauern in einzelnen Fällen bis tief in die Nacht. Die Mehrheit der Schweizer Delegation versucht, um 21 Uhr den Bus zurück ins Hotel zu erwischen, damit es vor Küchenschluss um 22 Uhr noch für ein Abendessen reicht. Zeit zum Ausgehen haben die Mitglieder meistens nicht. In Cancún wurde zum Beispiel auch das Wochenende durchgearbeitet. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.12.2010, 07:17 Uhr

39

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

39 Kommentare

Urs Stotz

08.12.2010, 23:17 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

CO2 hat einen Anteil von 0.038% in der Erdatmospähre. Wikipedia schreibt, dass CO2 als Spurengas angesehen wird. Etwa 94% des CO2 stammt aus natürlichen Quellen. Das heisst wir verursachen nur 6% der 0.038% CO2 in der Erdatmospähre, was 0.0023% Anteil sind. Würden wir weltweit 90% des durch den Menschen verursachte CO2 einsparen, sänke der CO2 Anteil in der Atmospähre von 0.038% auf 0.0359%. Antworten


Fritz Feusi

08.12.2010, 09:41 Uhr
Melden

Wann hört diese ewige Hysterie und Lügerei mit dem Klimawandel endlich auf. Wer galubt eigentlich wirklich ernsthaft daran. Die Erwärmung ist ein ganz natürlich Prozess und der Mensch nat null, Komma, Null Prozent Einfluss darauf. Das sind wissenschaftliche Fakten die aber nicht veröffentlicht werden dürfen. Wer profitiert von den vielen Milliarden an Gelder? Politiker können ausserdem ablenken. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

DAS GELD und ich

Börsen auf Höchstständen: Wie weiter?

Genusswelt

Besuchen Sie unsere Genusswelt und entdecken Sie die Welt des Genuss!

Fernstudentin an der FFHS

Award für beeindruckende Weiterbildungsbiografie

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.