Deutsche Bürger zeigen sich solidarisch im Fluglärmstreit

Der Konflikt über den Fluglärm wartet noch immer auf seine endgültige Lösung. Eine Umfrage soll nun beweisen, dass der Flughafen Kloten auf der deutschen Seite der Grenze eine hohe Akzeptanz geniesst.

Obwohl der Flughafen auf Schweizer Boden liegt, würde eine Mehrheit der deutschen Bürger die hälfte des Fluglärms tragen: Swiss-Maschine in Kloten.

Obwohl der Flughafen auf Schweizer Boden liegt, würde eine Mehrheit der deutschen Bürger die hälfte des Fluglärms tragen: Swiss-Maschine in Kloten. Bild: Keystone

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Die Akzeptanz des Flughafens Zürich ist in Süddeutschland weit grösser als bislang angenommen. Das zeigt eine Umfrage, die im Auftrag der Unternehmerinitiative Wirtschaftsraum DCH durchgeführt wurde.

Zwei Drittel der befragten Deutschen beurteilen die Bedeutung des Flughafens Zürich als «sehr wichtig» oder «eher wichtig», wie Matthias Kappeler, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitutes isopublic, heute in Zürich vor den Medien ausführte.

Durchgeführt wurde die Onlinebefragung zwischen dem 26. Juni und 1. Juli. Befragt wurden je 500 Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren beidseits der Grenzen zwischen dem Bodensee und dem Aargau. Einbezogen waren die Kantone Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Aargau sowie die deutschen Regionen Schwarzwald-Baar, Waldshut-Tiengen, Konstanz-Tuttlingen und Hoch-Schwarzwald.

Fluglärm belastet Verhältnis

Für 67 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer ist der Fluglärm der absolut am stärksten belastende Faktor. Auf deutscher Seite steht der Fluglärm zwar auch an der Spitze der belastenden Faktoren, ist mit 48,8 Prozent aber deutlich weniger ausgeprägt. Fast gleich viele halten ein Endlager für Atomabfälle als sehr belastend.

Nach Ansicht von 77 Prozent der befragten Schweizer und 64 Prozent der Deutschen sollte der Fluglärm gleichmässig über der Schweiz und Deutschland verteilt werden. 59 Prozent der Schweizer und 68 Prozent der Deutschen waren zudem der Meinung, dass stark besiedelte Regionen seltener überflogen werden sollten als schwach besiedelte.

Trotz der belastenden Faktoren - zu denen neben dem Fluglärm und dem Endlager auch der Steuerstreit gehört - beurteilte die Mehrheit der Befragten die gegenseitigen Beziehungen als «gut» bis «sehr gut». Beide Seiten sehen sich als Teil einer gemeinsamen Wirtschaftsregion mit Zentrum Zürich.

Enge Verflechtungen

Das Ergebnis der Umfrage zeige, dass die Bevölkerung in beiden Ländern die wirtschaftlichen Realitäten erkenne und anerkenne, stellte Weber fest. Die reale Verflechtung der Wirtschaftsregion, die vom Bodensee über Zürich bis nach Basel reiche, sei denn auch extrem hoch.

2011 betrug das Aussenhandelsvolumen zwischen der Schweiz und Deutschland 98,6 Milliarden Franken und der Anteil der Schweizer Importe am deutschen Absatzmarkt 20,2 Prozent. Allein 14,7 Milliarden Euro wurden aus Baden-Württemberg in die Schweiz ausgeführt. 12,6 Milliarden flossen aus der Schweiz nach Baden- Württemberg.

Auch personell sei die Region eng verzahnt, sagte Weber weiter. So pendeln täglich rund 55'000 Personen aus dem deutschen Grenzgebiet in die Schweiz. Rund 1000 Schweizerinnen und Schweizer arbeiten im angrenzenden Deutschland.

Für Staatsvertrag werben

Aufgrund der Umfrageergebnisse will sich die Unternehmerinitiative dafür einsetzen, dass der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland zum Flugverkehr die notwendige parlamentarische Zustimmung erhält. Mit dem Vertrag könne ein beide Länder sehr belastendes Thema einer tragfähigen Lösung zugeführt werden, zeigte sich Weber überzeugt.

Werben wollen die Schweizer und deutschen Unternehmer zudem für das Abkommen über die Abgeltungssteuer. Zudem sprach sich Weber dezidiert gegen Hemmnisse im grenzüberschreitenden Dienstleistungs- und Personenverkehr aus. Bürokratische Massnahmen müssten reduziert und Marktzutrittsschranken beseitigt werden.

Die Unternehmerinitiative Wirtschaftsraum DCH wurde 2004 gegründet. Ihr gehören derzeit 33 Schweizer und 17 deutsche Unternehmer an.

(mrs/sda)

(Erstellt: 18.09.2012, 18:26 Uhr)

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