Schweiz
«Das war für die SVP ein ganz wichtiger Tag»
Von Franziska Kohler. Aktualisiert am 22.10.2012 75 Kommentare
Mark Balsiger ist Politikberater und Autor des Buchs «Wahlkampf – aber richtig». (Bild: PD)
Bildstrecke
Artikel zum Thema
- SVP scheitert bei Angriff auf Aargauer Grünen-Sitz – FDP legt zu
- Die SVP macht weiter die Musik
- Die Aargauer SVP im Zuppiger/Mörgeli-Test
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Herr Balsiger, wie präsentiert sich das neue Aargauer Parlament?
Der Aargau hat von den grossen Kantonen das konservativste Profil. Die Parlamentswahlen haben das noch akzentuiert: Zugelegt hat nämlich Mitte-Rechts mit BDP, GLP und FDP. Marginalisiert wurden hingegen die Linken: Die SP verharrt auf einem für sie sehr tiefen Niveau, die Grünen verloren drei Sitze.
Die SVP konnte ihre 45 Sitze halten und bleibt somit stärkste Kraft. Im Vorfeld hatte man ihr Verluste von bis zu 3,4 Prozent prophezeit – unter anderem wegen den Affären Mörgeli, Zuppiger und Heer oder dem Rücktritt von SVP-Nationalrat Spuhler. Überrascht Sie dieses Resultat?
Nein, die SVP kann wie keine andere Partei mobilisieren. Nach dem schlechten Ergebnis bei der einzigen Umfrage Mitte September ging offensichtlich ein Ruck durch die Basis. Disziplin bei den Wählern und innerhalb der Partei ist ein Grund, weshalb die SVP so stark wurde. Im Aargau profitierte sie vermutlich auch von ihrem Regierungsratskandidaten und Parteipräsidenten Thomas Burgherr, der fair kämpfte und keine Haudrauf-Rhetorik pflegt.
Dafür hat Burgherr es nicht geschafft, der Grünen Susanne Hochuli den Regierungsratssitz wegzuschnappen. Warum?
Ich hatte nie den Eindruck, dass Burgherr wirklich an seine Chance glaubte. Er rettete seine Partei vor der Blamage, gar keinen Sprengkandidaten aufzustellen. Er ist nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem Winner-Typen sind. Es ist ihm aber hoch anzurechnen, dass er sich für seine Partei opferte.
Die FDP konnte um zwei Prozent zulegen – ein Verdienst des neuen Aargauer FDP-Präsidenten?
Philipp Müller kommt nach meiner Wahrnehmung in der Bevölkerung gut an, er ist so ziemlich das Gegenteil des zwar klugen, aber aristokratisch-steif wirkenden Fulvio Pelli. Müllers bodenständige Auftritte waren Gratis-Werbung für den Aargauer Freisinn. Nicht alle Kantone haben aber davon profitiert: Die Bilanz der FDP ist nach den acht bisherigen Kantonswahlen in den letzten zwölf Monaten durchzogen, ein Trend lässt sich nicht ausmachen.
Die SP verharrt auf 22 Sitzen, die Grünen verlieren drei Sitze. Warum kann die Linke nicht mehr mobilisieren?
Die Grünen leiden weiterhin darunter, dass man ihnen ihr Kernthema weggenommen hat, indem Bundesrat und Parlament letztes Jahr die Energiewende beschlossen. Die SP politisiert immer noch aus einer Lehnstuhl-Perspektive, ihre Mitglieder schieben eine zu ruhige Kugel.
Die Grünliberalen und die BDP hingegen haben zum wiederholten Male Wähleranteile gewonnen. Wie haben sie es geschafft, den Schwung aus den Nationalratswahlen vom letzten Jahr mitzunehmen?
Erfolg macht sexy und wirkt anziehend. Noch können BDP und GLP davon profitieren. Irgendwann einmal werden sie aufgrund ihrer effektiven Arbeit beurteilt. Nur wenn die Resultate dann überzeugen, kann der Höhenflug anhalten.
Wie geht es nun weiter für die SVP? Hat sie ihre Krise überwunden oder ist der Erfolg im Aargau nur eine Verschnaufpause?
Psychologisch war das für die SVP sicher ein ganz wichtiger Tag. Dass sie sich in einem so grossen Kanton entgegen aller Prophezeiungen behaupten und den Wähleranteil halten konnte, stärkt die Partei, sowohl intern als auch bei der potenziellen Wählerschaft. Das Resultat ist darum auch wichtig im Hinblick auf die weiteren kantonalen Wahlen, zum Beispiel in Basel-Stadt am nächsten Wochenende oder in der Stadt Bern im November. Wähler, die jetzt vielleicht noch unentschlossen sind, könnten sich davon beeinflussen lassen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.10.2012, 21:57 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
75 Kommentare
Die SVP ist alleine gegen den ausufernden Staat, gegen Steuererhöhungen und Abgaben, gegen unbegrenzte, unbezahlbare Sozialabgaben, gegen Zuwanderung in unser Sozial- und Asylwesen aus fremden Ländern sowie gegen den EU- Beitritt und ein abgehobenes Berufsparlament in Bern. Hoffentlich bleiben sie stark. Antworten
Die SVP ist die einzige Partei, die wirklich die Interessen der Bürger vertritt. Vieles von dem was in diesem Land schiefläuft, hat sie vorausschauend erkannt und thematisiert (z.B. Asylpolitik, Kriminalität, Schengen, Personenfreizügigkeit, EU-Hörigkeit der Regierung etc.). Der Wähler schätzt offensichtlich dieses schonungslose Aufdecken von Missständen und das ist gut so. Antworten
Schweiz
- 06:44Die Neat funktioniert nur, wenn die Schweiz in Italien investiert
- 06:20Trotz Gerichtsurteil werden weitere Zweitwohnungen gebaut
- 23:18Flüchtlinge leben immer gefährlicher
- 19:49Bundesrat verabschiedet Vier-Meter-Korridor am Gotthard
- 17:04Weber darf Beschwerde gegen Baubewilligungen erheben
- 15:26Zweitwohnungen: Darbellay erwägt neue Initiative
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.



Bitte warten


























