Das mögliche Ende einer Ära
Von Christian Brönnimann, Bern. Aktualisiert am 29.03.2012 146 Kommentare
«Hat den Zenit überschritten»: Christoph Blocher. (Bild: Keystone )
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In einem sind sich die Präsidenten von zufällig ausgewählten SVP-Ortssektionen einig: Christoph Blocher hat in den letzten Jahrzehnten viel für die Partei geleistet – persönlich und finanziell. Dafür gebühre ihm Dank und Anerkennung. Über seine heutige Rolle scheiden sich hingegen die Geister. Mehrere Sektionspräsidenten wünschen sich, dass Blocher in Zukunft kürzertritt.
Ein Spitzensportler trete im besten Fall auf dem Karrierehöhepunkt ab, sagt Joe Wittlin, SVP-Präsident in Nebiken (LU). Dies gelte auch für Politiker. «Blocher hat den Zenit überschritten», findet Wittlin. Er habe die Abwahl aus dem Bundesrat nicht verdaut. Seither schluckten etliche im Bekanntenkreis immer wieder leer wegen Blochers Auftreten, zuletzt in der Affäre Hildebrand. «Die Ära Blocher ist zu Ende», glaubt Wittlin.
Ähnlich sieht es Livio Kägi, Sektionspräsident in Elgg (ZH). Gedankengut und Themenspektrum in der nationalen Parteileitung seien festgefahren, sagt er. Die Partei habe wichtige Entwicklungen verpasst. Deshalb brauche es nun neue Köpfe, so Kägi, denn: «Mit der jetzigen Parteileitung ist ein Wandel nicht möglich.» Er fordert «Leute, die normal im Leben stehen, aber sicher keine Industriellen mehr».
Auf nationaler Ebene zu kurz kämen die Themen erneuerbare Energien oder Sozialversicherungen, sagen mehrere Sektionspräsidenten. Man könne nicht endlos über das Asylwesen reden, sagt Wittlin. «Für die Leute bei uns im Dorf ist vieles andere wichtiger als die Ausländer.»
Vom Vorbild zur Hypothek
Ein weiterer Sektionspräsident aus der Zentralschweiz spricht Klartext: «Das Theater rund um die Affäre Hildebrand schadet der Partei. Die Arbeit der SVP auf lokaler Ebene wird teilweise kaputt gemacht von der nationalen Partei.» Von älteren Parteimitgliedern, für die Blocher einst ein Vorbild war, höre er immer wieder, dass Blocher der Partei nun schade. Auch Jan Griessen, SVP-Präsident in Belp (BE), erachtet Blocher derzeit «mehr als Hypothek denn als Nutzen». Seine Sektion grenze sich bewusst vom Zürcher Parteiflügel ab.
Andere Ortspräsidenten sichern Blocher volle Loyalität zu. Die Öffentlichkeit mache ihn im Fall Hildebrand vom Opfer zum Täter, sagt Nikolaus Jeker, Sektionspräsident von Laufen und Umgebung (BL). Es gebe keinen Grund, dass er deswegen abtreten müsse. Gleich sehen es Andreas John Walker aus Schönenwerd (SO) und Annerose Morach aus Baden (AG). Letztere ist überzeugt: «Die Basis steht auf jeden Fall hinter Blocher.»
Wie gross der Rückhalt Blochers tatsächlich ist, zeigt sich möglicherweise am 5. Mai. Dann wählt die SVP-Delegiertenversammlung die Parteiorgane neu. Ob sich Blocher zur Wiederwahl ins Vizepräsidium zur Verfügung stellen wird, lässt er noch offen. Er wolle zuerst die Diskussionen über die zukünftige Ausgestaltung der Parteiorgane abwarten, sagt sein Sprecher Livio Zanolari.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.03.2012, 07:48 Uhr
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146 Kommentare
Blocher schadet nicht nur der SVP sondern vor allem der Demokratie und der Schweiz im Allgemeinen. Gemäss seiner Aussage, hat Herr Blocher noch viel höhere Ziele als nur das Herausdrängen Hildebrands. Dies ist zum einen der Bankrat der SNB und natürlich fast der gesamte BR und wer auch immer er zu seinen Feinden zählt. Um diese Ziele zu erreichen schreckt er vor nichts zurück - arme Schweiz!! Antworten
NR Blocher wird sich niemals freiwillig zurückziehen, Er wird der Schweiz schaden bis zum Ende. Er führt seinen privaten Krieg, zum "Wohl" der Bevölkerung. Die Schweiz ist schon lange die Lachnummer 1 im Ausland. Solange die Politik, Straftäter in hohen Aemtern, gewähren lässt und sie unter Heimatschutz stellt, solange sind wir kein seriöser Verhandlungspartner. Peinlich! Antworten
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