Schweiz

Das lange Warten auf Sawiris Baumaschinen

Von David Vonplon. Aktualisiert am 06.04.2010 35 Kommentare

In Andermatt wächst die Ungeduld: Nach dem Spatenstich für Sawiris Milliarden-Projekt im letzten Herbst sind die Bauarbeiten für das Resort noch nicht angelaufen. In einer anderen Branche sorgt das für Nervosität.

«Wenn nicht bald die Baumaschinen auffahren, lachen uns die Leute aus»: Schaufelbagger nehmnen den Spatenstich für das Andermatt Resort vor.

«Wenn nicht bald die Baumaschinen auffahren, lachen uns die Leute aus»: Schaufelbagger nehmnen den Spatenstich für das Andermatt Resort vor.
Bild: Keystone

Noch immer liegt Schnee in Andermatt. Trotzdem treibt es bereits Neugierige ins Urserental hoch. Sie wollen zu den Ersten gehören, welche die ersten Baumaschinen auffahren sehen für das Megaprojekt von Sami Sawiris in Andermatt. Doch die Schaulustigen kommen umsonst: Weit und breit ist keine Kran und kein Bagger zu sehen. Nichts deutet darauf hin, dass im alten Dorfkern das 5-Sterne-Hotel Chedi mit 50 Zimmern und 122 Residenzen entstehen soll, daneben das sogenannte Podium, ein zweigeschossiges, unterirdisches Gebäude mit 58'000 Quadratmetern Nutzfläche im Zentrum des Resorts und ein 18-Loch-Golfplatz.

Ohnehin herrscht seit dem Spatenstich Ende September Funkstille um das Tourismusprojekt des ägyptischen Unternehmers. «Wir warten sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen von Herrn Sawiris», sagt Immobilienhändlerin Anita Farei von Remax in Andermatt. Sie erhalte in letzter Zeit weder Informationen über den Stand der Bauprojekte, noch sehe sie, dass sich etwas bewege. «Wenn jetzt nicht bald die Bauarbeiten beginnen, lachen uns die Leute aus», klagt sie.

«Hier oben in Andermatt haben wir noch Winter», erklärt dagegen Karl Poletti, Gemeindepräsident von Andermatt, «wir sind zuversichtlich, dass die Bauarbeiten fürs Chedi anfangen, sobald der Schnee weg ist.» Er rechnet damit, dass die Baufirmen ab dem 26. April mit dem Aushub der Baugrube für das Chedi beginnen werden. Solange noch Schnee liegt, können wir nicht bauen, betont auch auch Ursi Ineichen, Sprecherin von Andermatt Swiss-Alps.

Verkaufsstart verschoben

Auch der Verkauf der Residenzen des Resorts, die in den nächsten Jahren errichtet werden sollen, ist noch nicht angelaufen, wie Sprecherin Ursi Ineichen von «Andermatt Swiss Alps» gegenüber DerBund.ch/Newsnet bestätigt. Ursprünglich geplant war der Verkaufssstart der Immobilien für diesen Winter. «Ich werde von Monat zu Monat vertröstet», klagt deswegen Farei. Sie warte auf die Verkausfsdossiers, mit denen die neuen Wohneinheiten vermarktet werden könnten. «Es bestehen noch keine Pläne. Immer heisst es, wir sind noch nicht weiter». Weil in der Öffentlichkeit keine konkreten Fortschritte sichtbar seien, gehe auch das Interesse nach Stockwerkeigentum in Andermatt zurück.

Farei klagt, dass «der Zirkus» um Sawiris Tourismusprojekt ihrem Geschäft bislang nur geschadet hat: «Der Immobilienmarkt in der Region Andermatt ist völlig ausgetrocknet», erklärt die Maklerin, «obwohl es haufenweise leere Liegenschaften gibt, verkauft derzeit niemand Wohnungen in Andermatt, und wenn, dann nur zu überhöhten Preisen.» Alle würden derzeit darauf warten, dass Sawiris mit den Bauarbeiten beginnt – und damit die Preise für Liegenschaften in die Höhe treibt.

Noch vor ein paar Jahren herrschte Aufbruchsstimmung im Immobilenmarkt der Region. Verschiedene Mehrfamilienhäuser waren im Bau, russische Investoren deckten sich in Göschenen mit Hotels ein, die seit Jahren nicht mehr in Betrieb sind. Andermatt beschränkte daraufhin die Anzahl Zweitwohnungen, damit der Run auf Liegenschaften nicht überhand nimmt. Heute ist davon jedoch nicht mehr viel zu spüren: Ausser dem Ressort sind kaum Neubauprojekte vorgesehen. «Viele Immobilienbesitzer haben zuletzt versucht, den Preis für ihre Liegenschaften nach oben zu drücken. Das ist ihnen aber nicht gelungen», sagt Gemeindeammann Karl Poletti.

Sawiris will bald informieren

Andermatt Swiss-Alps will den Medien in zwei Wochen sagen, wie es mit Sawiris Milliardenprojekt weitergeht. «Wir werden in Kürze über das weitere Vorgehen im Rahmen einer Pressekonferenz unterrichten», erklärt Ineichen. Sie spricht von einer «grossen Resonanz» auf die Wohnungen und kontert die Vorwürfe Fareis, dass dass man nur mit ausgewählten Immobilienhändlern zusammenarbeiten. Bis Ende Monat soll der Verkaufsstart für die Immobilien in Andermatt und die Eröffnung eines Showrooms beim Jelmoli Zürich an der Bahnhofsstrasse erfolgen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.04.2010, 18:06 Uhr

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35 Kommentare

Andreas Bachmann

06.04.2010, 17:47 Uhr
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Gebaut wird dieses Jahr mit Sicherheit. Nur wird leider Frau Farei trotz lechzen nichts zu verkaufen bekommen, da dies im Bereich des Totalunternehmers liegt. Auch dürften sich die Preise für Liegenschaften in der Region Andermatt nicht nach oben bewegen Antworten


Paul Huber

06.04.2010, 16:34 Uhr
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vielleicht nur ein "riesen Hoax" ? Hr. Sawiris ist schlau - zuerst haben wir ihm das Armee-Land fast gratis abgegeben - dann verkauft er es uns an unserer eigenen Boerse zurueck.......; der naechste Trick kommt bestimmt - mit dem Warten werden die Handwerker sicherlich billiger .....; wir dummen Schweizer koennen ja noch die Armee gratis zur Verfuegung stellen.....; Gute Nacht Helvetia! Antworten



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