Schweiz

Das Gemeindesterben setzt sich fort

Aktualisiert am 16.12.2011

Fusionen lassen die Zahl der Schweizer Gemeinden über die Jahre kontinuierlich schrumpfen. In diesem Jahr gab es vor allem in einem Kanton auffallend viele Zusammenschlüsse.

Geht kontinuierlich zurück: Die Zahl der Schweizer Gemeinden.


Anwohner wehrten sich gegen eine Gemeindefusion: Abstimmungsplakat in Kriens. (Juli 2011) (Bild: Keystone )

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In der Schweiz gibt es Anfang 2012 noch 2495 Gemeinden, das sind 56 weniger als vor Jahresfrist. Die weitaus meisten Gemeindefusionen fanden in der Waadt statt. Das ist dem heute veröffentlichten Gemeindeverzeichnis des Bundesamtes für Statistik zu entnehmen. Anfang 2011 zählte die Schweiz noch 2551 Gemeinden. Bis Anfang 2012 fusionierten insgesamt 79 Gemeinden zu 23 grösseren Körperschaften.

Mitte 2011 schlossen sich insgesamt 48 Waadtländer Gemeinden zu zwölf zusammen. So entstand etwa am Mont Vully zwischen Murten- und Neuenburgersee aus sieben Gemeinden die Gemeinde Vully-les Lacs. In der Broye-Ebene fusionierten acht Gemeinden zur Gemeinde Valbroye, und im Waadtländer Mittelland schlossen sich fünf Gemeinden zu Jurat-Menthue zusammen.

Aus 17 mach vier

Auch per 1. Januar 2012 gibt es in der Waadt die meisten Fusionen: 17 Gemeinden schliessen sich zu vieren zusammen. Die grösste Fusion wird um den Eisenbahn-Knotenpunkt Palézieux vollzogen – zehn Gemeinden fusionieren zur Gemeinde Oron.

Weitere 14 Gemeinden in den Kantonen Bern, Freiburg, Solothurn, Graubünden und Aargau schliessen sich auf Anfang 2012 zu sieben zusammen: Beispielsweise schliesst sich Belpberg BE Belp an, Font FR kommt zu Estavayer-le-Lac und Benzenschwil AG zu Merenschwand.

Seit 1860, als die Schweiz einen Höchstbestand von 3146 Gemeinden aufwies, sinkt die Zahl der Gemeinden. In den letzten 20 Jahren hat sich der Trend zu weniger, dafür grösseren Gemeinden noch beschleunigt und dürfte auch im nächsten Jahr anhalten: Per 1. April 2012 werden sich insgesamt 19 Tessiner Gemeinden zu fünf zusammenschliessen.

Nicht alle Fusionspläne abgesegnet

2011 haben mehrere Gemeinden über eine Fusion mit anderen abgestimmt, wobei allerdings nicht alle Zusammenschlüsse beim Souverän Gnade fanden. So sagten im Kanton Neuenburg 15 Gemeinden Ja zur Fusion zu einer einzigen Val-de-Ruz. Im Wallis sprachen sich St-Maurice und Mex sowie Leuk und Erschmatt für einen Zusammenschluss aus. Dagegen scheiterte ein Projekt zur Schaffung einer Grossgemeinde Visp.

Im Tessin gab es grünes Licht für die Fusion von Lugano mit sechs Agglomerationsgemeinden und für jene von Mendrisio mit drei umliegenden Kommunen. Dagegen fand ein Fusionsprojekt von Gemeinden um Ascona keine Gnade, ebenso wenig wie die geplante Schaffung einer Gemeinde Gross-Locarno.

Im Luzernischen lehnten die Stimmbürger der Luzerner Agglomerationsgemeinden Kriens und Ebikon einen Zusammenschluss mit der Kantonshauptstadt ab. Ein luzernisches Gemeindefusionsprojekt Michelsamt scheiterte am Geld. (kpn/sda)

Erstellt: 16.12.2011, 10:26 Uhr

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